Wer Artikel 193 gelesen hat, wird wissen, dass ich sehr gerne mit meinen Bällen spiele! 😛

Diesen Umstand hat wohl mittlerweile auch meine bessere Hälfte akzeptiert, denn zum letzten „Jahresabschlussfest“ (Weihnachten für ehemalige DDR-Bürger oder politisch ganz korrekte Zeitgenossen) lag folgendes Präsent für mich auf dem Gabentisch:

Selten habe ich – als Erwachsener – an Weihnachten so gelacht! 😀 Nochmal herzlichen Dank für dieses geniale Shirt, Liebling! 🙂
Aber was hat das alles mit dem heutigen Beitrag zu tun? Nun, wenn man häufiger mit seinen Bällen spielt, dann werden diese auch gerne mal etwas dreckig. Ihr glaub mir nicht? Hier der Beweis:

Hm? So schlimm sieht das doch gar nicht aus. Das dachte ich auch, doch bei genauerem Hinsehen, lassen sich doch ein paar Kreideabdrücke…

…oder Abriebstellen, welche vom Kontakt des Spielballs (weiße Kugel) mit der Lederspitze des Billardqueues stammen, erkennen.

Selbst auf den Kugeln, die nicht direkt mit den Queue berührt werden, findet man verunreinigte Stellen, welche vom Kontakt mit dem Spielball stammen. Gerade die Kugel im „kleinen Schwarzen“ ist ganz schön versaut!

So ist das eben, wenn man viel Verkehr hat. Auch die schönsten und härtesten Bälle müssen irgendwann mal gereinigt werden. Das geht am Besten mit einem Mikrofasertuch und etwas speziellem Shampoo, ähm, ich meine natürlich Ballreiniger! 😉

Als gepflegter Mann von Welt besitze ich drei Pflegeprodukte für meine besten Stücke und alle haben ihre Vor- und Nachteile. Fangen wir mit einem ganz einfachen Kugelreiniger der Marke Robertson auf Basis einer Seifenlösung an. Damit lassen sich grobe Verunreinigungen wie z.B. Kreidestaub prima entfernen.

Abriebstellen bekommt man damit aber nicht wirklich gut weg. Dafür braucht es was Härteres wie z.B. den Aramith „Ball Cleaner“. Na, das nenne ich mal eine transparente Namensgebung! 😀 Das weiße, dickflüssige Zeug sieht fast so aus wie Sonnencreme und entfernt mit etwas Druck auch hartnäckigere Verunreinigungen. Ich verwende den Ball Cleaner so gut wie jedes Mal, nachdem ich mit meinen Bällen gespielt habe! 😉

Für die ganz harten Fälle gibt es dann noch den Aramith „Billard Ball Restorer“. Das Zeug ist noch dickflüssiger wie der Ball Cleaner und erinnert mich an eine Politur, wie man sie z.B. aus dem Automobilbereich kennt. Damit lässt sich so ziemlich jeder Fleck entfernen, allerdings sollte man den Ball Restorer nur sehr sparsam einsetzen und möglichst auch nicht zu lange auf den Kugeln lassen, da es wie ein Schleifmittel wirkt und die Oberfläche der Bälle angreift. Scharfes Zeug!

Doch damit nicht genug! Wem seine Bälle am Herzen liegen, der greift richtig tief in die Tasche und gönnt sich für den Feinschliff eine Kugelpoliermaschine.
Not so fun Fact: Solche Geräte sind leider nicht so einfach zu bekommen und wenn dann nur für viel Geld. Kein Wunder – eine Kugelpoliermaschine für Billardbälle ist mit Sicherheit ein ziemliches Nischenprodukt. Mein Modell habe ich von einem älteren Herren erworben, der seit Jahren in seiner Freizeit solche Geräte baut. Eines ist mal klar – man muss schon ein wahrer „Ball-Fetischist“ sein, wenn man sich so etwas gönnt! 😛

Egal wie gut man die Kugeln bei einer händischen Politur pflegt – nach der Bearbeitung mit einem Mikrofasertuch bleiben meist noch ein paar Schlieren (von der Reinigungsflüssigkeit) und Fettreste zurück. Genau dafür ist die Kugelpoliermaschine da.

Sie besitzt einen aus Frottee bestehenden Polierbelag, welcher über einen Drehteller gespannt wird und so die Kugeln (angetrieben durch einen Motor) drehen lässt. Zur Reinigung kommen dann Polierringe (letztendlich nur aus einer Fußmatte zurechtgeschnittene Streifen) zum Einsatz.

Die Fransen der Ringe sorgen für eine gleichmäßige Reinigung der Kugeln.

Ballsport ist Mannschaftssport, also legen wir sämtliche Kugeln in die Maschine ein. Auf die Plätze, fertig…

…los!

Es ist schon faszinierend zu sehen, wie schnell sich die Kugeln in der Maschine drehen. Was soll man sagen? Die Bälle mögen es eben schnell und hart, da kann einem glatt schwindelig werden!

Das Ergebnis überzeugt. Selten habe ich meine Bälle so glatt poliert gesehen. Da kann man sich ja fast drin spiegeln! 🙂

Wer faul ist, kann seine Bälle auch einfach direkt in die Kugelpoliermaschine werfen. Das würde ich aber nicht empfehlen. Das Ergebnis wird dann nicht so schön, da die Maschine einerseits die groben Verunreinigungen nicht weg bekommt und andererseits so die Polierringe viel schneller verdrecken und ausgetauscht werden müssen. Merke: Wer seine Bälle liebt, legt zuerst selbst Hand an, bevor er sie polieren lässt.

Generell macht es Sinn, während des Spielens zumindest die weiße Kugel regelmäßig mit einem Tuch abzuwischen. Durch den regelmäßigen und harten Kontakt mit Leder (höhö) bleiben schnell ein paar Druckstellen zurück. Was soll ich sagen? Die weiße Kugel ist trotz ihrer unschuldigen Farbe einfach ein ganz dreckiges Luder! 😉

Letztendlich kann dafür so gut wie jedes Mikrofasertuch verwendet werden, aber natürlich gibt es auch spezielle Poliertücher, welche – gerade für die regelmäßige Reinigung während des Spielbetriebs – prima geeignet sind.

Auch ist es stark von der verwendeten Kreide abhängig, wie sehr die Kugeln verunreinigt werden. Die Farbe ist dabei weniger entscheidend, es zählt vielmehr die Beschaffenheit der Kreide. Günstigere Modelle neigen dazu, beim Kreiden der Lederspitze des Queues für mehr Kreidestaub zu sorgen, und so schneller Tisch (bzw. Tuch) und Kugeln zu verdrecken. Hochwertigere Modelle (wie z.B. die grüne Kreide der Marke Taom) sind teuer, erzeugen aber so gut wie keinen Abrieb und halten so Tisch und Kugeln wesentlich sauberer, als die „klassischen“ Kreiden wie z.B. die, der Marke Master.
Fun Fact: Letztendlich hängt natürlich auch viel vom Spieler ab, der den Queue bedient. Wenn dieser nicht sauber zustößt, hilft auch die beste Kreide nichts! 😀

Soweit so klar? Abschließend kann man vielleicht noch die Frage nach dem „Warum“ stellen. Müssen die Bälle wirklich regelmäßig poliert werden? Tatsächlich dient die Reinigung der Kugeln nicht nur dem optischen Zweck. Erfahrene Billardspieler wissen, dass durch verunreinigtes Material ein „Kick“ (ein unsauberer Ballkontakt) entstehen kann, welcher den Lauf der Kugeln in einer Spielsituation maßgeblich verändert.

Also – haltet eure Bälle sauber,…

…dann bleiben sie euch für lange Zeit erhalten und ihr könnt viel Spaß damit haben! 😛

In diesem Sinne – bis die Tage, ciao!