Schaut mal, was ich auf dem Dachboden gefunden habe:

„Micky Maus“… Was für eine Legende! Mich würde echt mal interessieren, wie viele Menschen es auf der Welt gibt, die noch nie etwas von der schwarzen Maus mit roter Hose gehört haben. Der anthropomorphe Nager hat es in die Kinderzimmer zahlreicher Generationen geschafft und war – in Form seines regelmäßig erschienenen Micky Maus Magazins – auch Teil meiner Kindheit.
Fun Fact: Kaum zu glauben, aber wahr: Die Micky Maus Zeitschrift gibt es tatsächlich auch heute noch. Das Heft erschien im Lauf der Jahre wöchentlich, seit 2018 wird es in einem zweiwöchentlichen Turnus veröffentlicht.

Eine kleine Geschichtsstunde: Geboren wurde Micky (im amerikanischen Sprachraum „Mickey Mouse“) am 18. November 1928. Eigentlich war die schwarze Maus nur eine Notlösung. Zeichentrickfilmer Walt Disney hatte sich mit seinem Studioboss überworfen und verlor die Rechte an seinem erfolgreichen Cartoon-Hasen “Oswald the Lucky Rabbit”. Eine neue Idee musste her und so entwickelte er gemeinsam mit dem Zeichner Ub Iwerks die heute so allgegenwärtige Maus.
Fun Fact: Ub Iwerks heißt mit bürgerlichem Namen Ubbe Ert Iwwerks und war der erste Angestellte von Walt Disney. Der begnadete Zeichner hat deutsche Wurzeln, denn sein Vater stammt aus Ostfriesland. Auch wenn die initiale Idee sowie die ersten Skizzen von Walt stammen, hat Ub Iwerks der Maus das endgültige Aussehen verliehen. Micky Maus ist also ein halber Germane! 😉

Mann, beim Anblick dieser Hefte kommen Erinnerungen hoch. Die Magazine stammen fast alle aus dem Zeitraum von 2001 bis 2003 und wenn ich raten müsste, würde ich schätzen, dass sie seit mindestens 20 Jahren nicht mehr angefasst wurden.
Ein Heft kostet mittlerweile 5€. Zu Beginn des Jahrtausends (bzw. Anfang des Jahres 2001) musste man 3,20 DM am Kiosk berappen, ab der zweiten Jahreshälfte waren es dann 3,40 DM. Zum Jahreswechsel wurde auf Euro umgestellt und ein Heft kostete 1,75€. Ab dem Jahr 2003 waren es dann 1,80€. Inflationsbereinigt wären das heute knapp 3€. Im Vergleich zu anderen Kinder- und Jugendzeitschriften (wie z.B. Popcorn, GEOlino, Bibi & Tina oder natürlich die Bravo) bot das Micky Maus Magazin ein recht faires Preis-Leistungs-Verhältnis.

Das lag vor allem an den Gimmicks, die den meisten Ausgaben beilagen. Wer sich an die Micky Maus Magazine erinnert, der erinnert sich bestimmt auch noch an die legendären Spielzeuge, die man beim Heftkauf dazu bekam. Für mich war das meist sogar der Hauptgrund für den Kauf. Klar spricht nichts gegen ein paar Comics über Micky, Goofy, Pluto und Donald. Aber sind wir mal ehrlich – das Heft landet schnell in der Ecke, wenn man sich mit der beiliegenden, wasserspritzenden Kamera beschäftigen kann! 😀

Weitere Highlights waren für mich die giftgrüne Klatsch-Fliege…

…ein als Stift getarnter Disc-Shooter…

…oder natürlich das Furzkissen. Ein echter Klassiker für Scherzbolde aller Altersgruppen!

In einigen Ausgaben gab es dann sogar schon CD-ROMs mit Spielen als Beilage. Vermutlich war das sogar mein persönlicher Einstieg in die Welt der „Heft-CDs“, der mich dazu veranlasst hat, als Jugendlicher Hefte wie Computer Bild Spiele oder Bravo Screenfun zu kaufen.

Ich habe mein „Archiv“ durchsucht und konnte sogar noch drei CDs aus den Micky Maus Heften finden. Meist gab es eine Vollversion und ein paar Demos von Lernspielen, die gerne links liegen gelassen wurden. 😀

Doch auch ohne Beilage sind die Hefte einen Blick wert. Man bekommt schon den Eindruck, dass sich bei der Erstellung des Magazin Mühe gegeben wurde. So gab es z.B. passend zum Thema der jeweiligen Comics…

…Leserumfragen, bei denen die Käufer zu Wort kamen. Die Frage „Wer schreibt denn heute noch Briefe“ aus dem Jahr 2001 würde ich heute mit „Behörden und Versicherungen“ beantworten! 😛

Werbung war natürlich auch angesagt. Sei es nun für die neuesten Filme auf „Video und DVD“…

…Fernsehsender wie VIVA (AOL Keyword nicht vergessen!)…

…oder den guten, alten Frucht-Tiger! Hand aufs Herz – wann habt ihr dieses Gesöff zum letzten Mal konsumiert? xD

Ich hatte den Eindruck, dass das Magazin immer versucht hat, am Zahn der Zeit zu sein und von der Themenauswahl einen guten Kompromiss für Kinder und Jugendliche zu bieten. Während die Comics eher seichte Themen behandeln und auf Slapstick-Humor setzten…

…gab es auch Beiträge über aktuelle Serien…

…oder Pop-Sternchen der Zeit. Ob sich die gute Britney über den Titel „Torte der Woche“ gefreut hat? Schwer vorstellbar, dass sie eine regelmäßige Leserin des Micky Maus Magazins ist. Ich jedenfalls bin der gleichen Meinung wie Lena aus Luhmülen! 😉

Hättet ihr das erraten? Ich nicht, aber ich muss gestehen, dass ich von der Illustration etwas abgelenkt war. 😛

Beim Durchblättern der Ausgaben hatte ich den Eindruck, dass sich das Magazin rund um die Jahrtausendwende noch breiter aufstellen wollte. Neben Rätselseiten, skurrilen Alltagsgeschichten, aktuellen TV- und Kinoempfehlungen gab es auch etwas Klatsch und Tratsch über teilweise recht zufällig anmutende Themen. Was hat der Geburtstag von Pop-Dinosaurier Dieter Bohlen mit einem Davis-Cup-Spiel der Tennis-Nationalmannschaft zu tun? Und was noch viel wichtiger ist – welchen Jugendlichen interessiert das?

Auch wurde die Maus zu dieser Zeit immer digitaler. So gibt es zahlreiche Verweise mit Webadressen aus diesem ominösen Internet. Ebenso wurden vermehrt kurze Berichte und Empfehlungen für Videospiele der Zeit abgedruckt. Meist kamen diese mit einem Verweis auf das ebenfalls vom Egmont Ehapa Verlag zwischen 1998 bis 2003 herausgegebene „MausKlick“-Magazin, welches sich überwiegend mit Konsolenspielen beschäftigt.

Ach ja, waren das schöne Zeiten, als der Club noch in der ersten Liga gespielt hat! ^^

Das ältestes Heft in meinem Besitz ist vom 21.02.1991. Es war ein Geburtstagsgeschenk von meinem besten Kumpel. 1991 war ja bekanntlich ein exzellenter Jahrgang und so wundert es nicht, dass auch gleich großkotzig der Spruch „Die größte Jugendzeitschrift der Welt“ auf dem Cover prangt.

Hier ist noch nichts digital. Das Heft besteht überwiegend aus Comics und wenn ab und zu doch mal eine Werbeanzeige geschaltet wurde, dann ist es für Lego oder Playmobil. Dennoch gab es auch hier schon als Beilage vier Sammelkarten und einen Disney Radiergummi. Was will man mehr? 🙂

So schön jede Zeitreise in die Vergangenheit ist – irgendwann muss sie enden und wir sollten langsam wieder in der Gegenwart ankommen. Micky Maus Hefte sind für mich pure Nostalgie und beim Durchblättern der Seiten höre ich auch jetzt noch das schwarze Nagetier „Oh Junge“ rufen. Ich kann jedem, der mal wieder so ein Heft in die Finger bekommt, empfehlen, sich die Zeit zu nehmen und etwas darin zu schmökern. Selten habe ich so viel „Kindheit“ in konzentrierter Form gesehen! 😉

So, bitte entschuldigt mich jetzt. Ich muss dringend meine Registrierungskarte für die Micky Maus Gang ausfüllen, um die 52 Ausgaben des Magazins im Abo zum Vorteilspreis von 1,75€ anstatt 1,80€ zu bekommen und mir den super coolen GameDisc-Player samt Kopfhörern zu sichern! 😉

In diesem Sinne – bis die Tage, ciao!