#366 – GBA IPS zickt

#366 – GBA IPS zickt

Puh, ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber ich hatte eine richtig lange, und anstrengende Woche…

Manchmal kommt einfach so viel zusammen und man hat den Eindruck, dass nichts klappt. Egal wie sehr man sich Mühe gibt, alles versucht zu planen und abzuarbeiten, nichts scheint richtig zu funktionieren. Das sind die Momente, in denen es wichtig ist, sich nicht frustrieren zu lassen und vor allem nicht immer nur die negativen Dinge zu sehen. Ich gebe es offen zu – mir, als altem Pessimisten fällt das nicht immer leicht. Meist hilft, sich etwas Abstand von der Situation zu nehmen, in Ruhe durchzuatmen und irgendwas zu tun, was Spaß macht. Manchmal hilft es auch, sich bei dem ganzen Stress einfach mal etwas zu gönnen.

Frei nach diesem Credo könnten wir doch mal wieder eine Runde mit dem schicken Game Boy Advance samt eingebauten IPS-Display zocken, den ich mir vor ein paar Monaten gegönnt habe. Eigentlich hatte ich schon lange mal vor, einen Game Boy selbst umzubauen, aber irgendwie hat sich bisher nie die Gelegenheit dazu ergeben. Da derzeit auch zahlreiche andere Projekte anstehen, habe ich mich vor ein paar Monden dazu entschlossen, mir ein bereits fertig gepimptes Gerät zu gönnen.

Fun Fact: Apropos gönnen: Da das Erstellen (und Lesen) eines Blogbeitrags ganz schön anstrengend sein kann, gönnen wir uns heute mal einen etwas kürzeren und technisch nicht ganz so tiefen Beitrag. Yolo und so! 😛

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Schon wieder ein verbastelter Game Boy? Braucht es das wirklich? Ich sage ja, denn das originale Display des Game Boy Advance ist leider nicht beleuchtet und so lässt sich nur bei starker Lichteinstrahlung von hinten (sei es nun von der Sonne oder durch künstliche Quellen) gut spielen. Das machte schon 2001 keinen Spaß, aber in Zeiten von hochauflösenden Smartphone-Displays fällt es schwer, auf einen unbeleuchteten TFT-Bildschirm zu schauen. Hier mal ein Vergleichsbild zwischen einem originalen Gerät (oben) und dem umgebauten Game Boy (unten):

Not so fun Fact: Auch wenn es sich schwer erkennen lässt: Der Game Boy oben ist tatsächlich eingeschaltet. Und ja – so schlecht lässt sich das Bild darauf erkennen. Spätestens jetzt sollte klar sein, warum es einen „gemoddeten“ Game Boy braucht! 😉

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Der mit einem IPS-Display versehene GBA macht ein viel helleres und klareres Bild und sorgt neben einer extrem hohen Farbgenauigkeit auch noch für eine deutlich verbesserte Blickwinkelstabilität.

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Gerade bei farbintensiven Spielen sieht das Display wirklich super aus. 🙂

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Also Ende gut, alles gut? Friede, Freude, Eierkuchen? Artikel beendet und schönen Feierabend? Leider nicht ganz, denn der aufgemotzte Game Boy macht Probleme. Eigentlich sollte sich die Helligkeit des Displays über die Tastenkombinationen „SELECT“ + „L“ und „SELECT“ + „R“ in zehn Stufen einstellen lassen. Leider passiert nichts, wenn wir genau das versuchen:

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Es hilft wohl nichts – wir müssen wohl oder übel das Gerät öffnen und schauen, woran es liegt. Eigentlich habe ich schon gar keine Lust mehr, wenn ich diese blöden Tri-Wing-Spezialschrauben, die in der Gehäuserückseite des Gerätes stecken, sehe! xD

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Einen entnervten Gang in den Keller später ist das Gehäuse geöffnet und die Hauptplatine (welche durch zwei weitere Kreuzschlitzschrauben gehalten wird) gelöst. Auf den ersten Blick sieht eigentlich alles ganz in Ordnung aus:

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Bei genauerem Hinsehen fällt allerdings dann recht schnell auf, dass ein Kabel lose herumbaumelt. Scheint so als wäre es irgendwo abgerissen:

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Nach etwas Analyse stellt sich heraus, dass es die Zuleitung von der IPS-Displayplatine hin zum GBA-Mainboard, konkret zum Lötpunkt TP2 ist. Das Kabel wird benötigt, damit sich ein Druck auf die „SELECT“-Taste zum Verstellen der Helligkeit abfragen lässt.

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Ok, kein Problem, dann löten wir das abgerissen Kabel einfach wieder schnell an und die Sache ist erledigt, oder? Pustekuchen, denn nach einem erneuten Zusammenbau des Game Boys färbt sich das Display violett und das Gerät reagiert auf keinerlei Eingaben mehr. Super!

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Was ist hier los? Haben wir das Ding geschrottet? Luft holen, Durchatmen und Ruhe bewahren ist angesagt. Beim erneuten Öffnen des Geräts fällt auf, dass das Kabel extrem gequetscht ist und wohl schon so sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde, dass die Isolierung abgegangen ist. Es liegt nahe, dass dadurch ein Kurzschluss mit der direkt danebenliegenden Displayplatine entstanden ist. Unfassbar!

Not so fun Fact: Zuerst dachte ich, dass mir dieses Malheur bei der versuchten Reparatur des abgerissenen Kabels passiert ist, allerdings lässt sich auf den ersten Bildern klar erkennen, dass das Kabel von Anfang an (auch bevor ich meine Hände an dem Game Boy hatte) schon gequetscht war. Ich weiß nicht, wer den Game Boy umgebaut hat, aber das ist schon ein böses Foul. Besser wäre es gewesen, die Kabel etwas mit Klebematerial (z.B. Tesafilm oder Heißkleber) zu fixieren.

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Hoffentlich hat der Kurzschluss das Display nicht endgültig zerstört. Es gibt nur einen Weg, das herauszufinden. Die defekte Stelle im Kabel ist schnell entfernt. Kabel kürzen, abisolieren und neu verlöten. Sicherheitshalber habe ich alle losen Kabel mit etwas Heißkleber fixiert. Wer weiß, was sonst noch alles abreißt. Die wichtigste Frage ist aber: Läuft der Game Boy jetzt wieder?

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Zumindest ist das Display jetzt nicht mehr lila. Mit eingestecktem Spiel kommt auch tatsächlich ein Bild und alles scheint wieder zu funktionieren:

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Die Helligkeit lässt sich nun auch wieder über die „SELECT“ + „L/R“-Tastenkombination verstellen. Von dunkel über hell bis hin zu Augen-wegbrennender Beleuchtung ist alles dabei. Die hellste Stufe ist so hell, dass der Fotoapparat den Blitz verweigert! 😀

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Bin ich froh, dass wir das Ding vergleichsweise schnell reparieren konnten. Ein klarer Fall von „kleine Ursache, große Wirkung“. Jetzt läuft der Game Boy wieder einwandfrei und wir können endlich was zocken. Gönnen war ja das Stichwort… 😉

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In diesem Sinne – bis die Tage, ciao!

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