#371 – retro PC madness – Acer Veriton FP2 – I

#371 – retro PC madness – Acer Veriton FP2 – I

Ob irgendwann der Tag kommen wird, an dem nicht irgendwelche veralteten PC-Systeme hier stranden? Ich weiß es nicht. Heute ist er jedenfalls noch nicht, denn seht mal, was das unendlich weite Meer der Vergangenheits-Hardware heute angeschwemmt hat:

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Dieser Acer PC vom Typ „Veriton FP2“ fällt direkt ins Auge, findet ihr nicht? Zumindest mich hat die unkonventionelle Form sofort in ihren Bann gezogen. Das Design erinnert eher an ein Gerät aus dem Hause Apple (iMac) oder Microsoft (Surface). Kaum vorstellbar, dass es sich tatsächlich um ein Acer-PC-Modell aus dem Jahre 2001 handeln soll!

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Rein optisch betrachtet, könnte der Rechner durchaus als (aus damaliger Sicht) futuristischer Prototyp durchgehen. Bildschirm und Computer in einer Einheit – und das alles über ein Netzteil betrieben? Abgefahren. Apropos Bildschirm: Der lässt sich – für die Ergonomiefreunde unter uns – sogar etwas neigen. Lobenswert!

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Passend zur kompakten Bauweise findet sich ein Griff auf der Oberseite. Mensch, das wäre ja richtig praktisch für die LAN-Party gewesen! Ich erinnere mich noch mit Grauen an die Zeiten, in denen ganze Desktop-PCs und Röhrenbildschirme teils auf Fahrradanhängern (oder als „Mega-Rucksack“ auf den Rücken gespannt) zur nächsten Zocker-Session geschleppt wurden…

Fun Fact: Laut „Service Guide“ wiegt das gute Stück „nur“ 10,5 Kilo, aber wenn ich ehrlich bin, fühlt das Ding sich aber deutlich schwerer an! 😀

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Sieht so aus, als war das System trotzdem primär für den Office-Einsatz vorgesehen. So findet sich z.B. in dem mit einem Pentium III Prozessor angetriebenen PC keine Grafikkarte, sondern nur ein günstiger Onboard-Grafikchipsatz (Intel i752). Betrieben, bzw. verkauft wurde der Rechner mit dem (von Zockern eher verschmähten) Betriebssystem Windows 2000 Professional.

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Besonders interessant finde ich den Arretierungsmechanismus der Laufwerke (Diskette & DVD-ROM). Dabei handelt es sich um herausziehbare Schlitten, in denen kleine Slim-Laufwerke, wie man sie von Laptops kennt, verbaut sind. Angeblich sollen sich diese Einheiten per „hot swap“ (also im laufenden Betrieb) verändern und austauschen lassen. Abgefahren!

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Was die Anschlüsse angeht, bekommt man Standardkost der Pentium-Ära geboten: Modembuchsen, parallele und serielle Schnittstellen, USB-Ports sowie ein VGA- und DVI-Steckplatz zur Ausgabe des Bildsignals. Es sieht so aus, als wäre das im PC verbaute 15“-LCD Display über den DVI-Port angeschlossen. Hinter der Laufwerksblende müsste sich ein Steckplatz für eine Grafikkarte befinden. All diese Schnittstellen sollten eigentlich durch eine halbtransparente Plastikabdeckung verdeckt werden, aber ich vermute mal, dass diese im Lauf der Jahre verlorengegangen ist.

Not so fun Fact: Etwas merkwürdig ist, dass sich kein Anschluss für PS/2- Mäuse- und Tastaturen finden lässt, obwohl das Mainboard (Acer „S511P“) theoretisch Chips dafür besitzen müsste!

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Am Parallelport steckt ein merkwürdiger, türkisfarbener Adapter, der sofort ins Auge fällt. Auf der Rückseite steht „WibuBox/P“. Ich vermute, dass es sich dabei um einen Dongle handelt, mit welchem Lizenzschlüssel für irgendeine Software (vermutlich zur Ansteuerung einer Maschine) verwaltet und überprüft wurden. Krass, das nenne ich mal einen Kopierschutz!

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Scheinbar gingen die Designer des PCs davon aus, dass am ehesten die Festplatte des Rechners getauscht werden muss, denn hinter einer schwarzen Abdeckklappe ganz unten am Gerät…

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…lässt sich der Datenträger bequem (ohne, dass man das Gehäuse des Computers öffnen muss) ausbauen. Schon clever designet, der kompakte Acer!

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Nach so langer Standzeit sollten wir – ähnlich wie bei einem Oldtimer – erst mal in den „Motorraum“ schauen, bevor wir die Maschine starten. Die Rückseite des PCs ist durch fünf Kreuzschlitzschrauben gesichert und lässt sich entsprechend leicht entfernen:

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Schraubt man auch noch das Abschirmblech ab, kommt auch schon das Mainboard zum Vorschein. Im Vergleich zum sehr eng verbauten Shuttle-PC aus Artikel 87 ist – für die Tatsache, dass es sich um ein recht kompaktes, bzw. integriertes Modell handelt – noch erstaunlich viel Platz!

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Das gute Stück stand jahrelang im Büro eines lokalen Industrieunternehmens – direkt neben der Fertigung. Das merkt man ihm auch an, denn im Lauf der Jahre hat der Computer mehr Staub und Dreck angesammelt, als ein Swiffer-Staubmagnet-Tuch nach dem Frühjahrsputz!

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Gerade der CPU-Lüfter ist ein richtig schmutziger Geselle und braucht dringend mal eine Reinigung!

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Habt ihr so etwas schon mal gesehen? Anstatt einer vernünftigen Halterung wird der CPU-Lüfter einfach mit ein paar Schrauben direkt in die Kühlrippen des CPU-Kühlkörpers geschraubt. WTF?

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Außer einem 256MB RAM-Riegel…

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…und einer PCI-Modem-Karte gibt es nicht wirklich viel Spannendes zu sehen.

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Lediglich der abgewinkelte AGP-Steckplatz zum Einbau einer dedizierten Grafikkarte hat ein ungewöhnliches Format finde ich:

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Ach ja – standesgemäß ist natürlich auch die CMOS-Batterie leer. Wie könnte es auch anders sein. Allerdings ist der „Gott der EDV“ diesmal etwas gnädiger mit uns, denn tatsächlich lässt sich die Knopfzelle vom Typ CR2032 bequem (und ohne komplizierte Fräs- oder Lötarbeiten) wechseln:

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Mindestens genau so interessant wie der PC ist die Tastatur, die mit angeschwemmt wurde. Das Modell „6512-UV“ besitzt neben den üblichen Tasten nämlich noch ein paar weitere, frei belegbare Buttons, sowie Knöpfe mit Multimediafunktionen. Ebenso lässt sich die Lautstärke über einen im Keyboard verbauten Drehregler anpassen.

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Genug der Untersuchungen – es wird Zeit für einen ersten Startversuch. Zumindest erscheint auf dem LCD-Display ein Bild…

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…und wir können ins BIOS einsteigen. Sieht so aus, als hätten wir einen Pentium 3 Prozessor aus der „Coppermine-Generation“ verbaut. Die Kennzeichnung „EB“ steht für eine Front-Side-Bus-Frequenz von 133 MHz und einen 256 kB großen L2-Cache namens „Intel Advanced Transfer Cache“.

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Soweit so gut. Doch ohne Betriebssystem lässt sich mit dem Ding nicht viel anstellen. Lange suchen müssen wir nicht, denn wie es der Zufall will, wird nach einem weiteren Neustart sogar die Festplatte erkannt und Windows 2000 gestartet!

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Klingt super. Also endlich mal ein System, bei dem alles auf Anhieb funktioniert? Von wegen, denn das war es dann leider mit den guten Nachrichten. Einerseits wissen wir das Passwort nicht…

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…andererseits scheinen auch ein paar der im PC verbauten Teile defekt zu sein. So bekommen wir z.B. beim Versuch, den PC von einer Diskette zu starten, einen Lesefehler nach dem anderen:

Not so fun Fact: Ich habe ja schon im Rahmen zahlreicher Projekte mit Diskettenlaufwerken zu tun gehabt, aber die Geräusche, die das Laufwerk verursacht, habe ich noch nie gehört. Klingt fast so, als würde jemand versuchen, mit einer Axt ein paar Quietscheentchen zu zerfetzen. Erstaunlich, dass der Datenträger noch im Ganzen aus dem Laufwerk kam! xD

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Fast noch schlimmer verhält es sich mit dem CD-Laufwerk. Sobald man eine Scheibe in das Laufwerk einlegt, friert der PC ein oder bleibt einfach in einer Boot-Schleife hängen. Super!

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Der Ausbau der eigentlich doch so flexiblen „hot swap“-Laufwerke gestaltet sich als reinste Tortur. Theoretisch müssten sich die Laufwerke einfach per Klipp-Mechanismus herausziehen lassen,…

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…doch im Lauf der Jahre haben sich die Plastikrahmen verformt und die Laufwerke so verkeilt, dass wir den PC noch weiter auseinanderbauen müssen, um die beiden zickigen Gesellen entfernen zu können. Es ist schwer, die ganze Zeit (und den damit verbundenen Ärger und Frust) in Bilder und Worte zu fassen, aber glaubt mir einfach, dass ich an der Stelle mehrere Stunden verschwendet habe. Die Metallrahmen, welche die Laufwerke in Position halten, saßen so eng im Gehäuse, dass ich sie nur unter Einsatz massiver Gewalt heraus bekommen habe.

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Okay, wir haben die Laufwerke ausgebaut, aber was hilft uns das? Natürlich habe ich an der Stelle versucht, die (auch sehr dreckigen) Teile auseinander zu bauen und gründlich zu reinigen. Leider hat das alles nichts gebracht und keines der Laufwerke erkennt diverse, getestete Datenträger.

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Auf die Schnelle konnte ich auch leider keine geeigneten Ersatzteile finden. Solche „Slim-Laufwerke“ sind, gerade wenn man ein bestimmtes Modell benötigt, nicht mehr so geläufig und irgendwie sehe ich es nicht ein, viel Geld für so etwas auszugeben. Zu allem Überfluss sind die Anschlüsse, über welche die Laufwerke mit der hot-swap-Platine verbunden werden, natürlich alle proprietär. Logisch.

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Und jetzt? Tja, das alles sind Probleme, um die wir uns beim nächsten Mal kümmern müssen. So viel zur „Gnädigkeit des Gottes der EDV“…

Wisst ihr was echt verrückt ist? So richtig „einfach“ war es bisher mit noch keinem alten Computer. Trotzdem ist es immer wieder erstaunlich, mit was für Problemen man sich herumärgern muss. Blöde Laufwerke. Die gute Nachricht ist, dass der PC an und für sich läuft und wir das Ding so beim nächsten Mal vielleicht fertig bekommen! 🙂

In diesem Sinne – bis die Tage, ciao!

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