#372 – retro PC madness – Acer Veriton FP2 – II

#372 – retro PC madness – Acer Veriton FP2 – II

Was war das bitte für ein bitterer Fail gegen Ende des letzten Beitrags? Es lief doch alles so gut und dann machen uns diese beiden Laufwerke einen Strich durch die Rechnung!

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Neues Spiel, neues Glück. Die Frage ist nur: Was machen wir mit den defekten Teilen? Beim Aufräumen des Chaos, welches wir in Artikel 371 veranstaltet haben, ist mir die Idee gekommen, die beiden Laufwerke einfach durch ein einzelnes 5,25“-DVD-Laufwerk zu ersetzen. Einerseits sind solche Dinger noch wesentlich einfacher zu finden, andererseits wäre man so bei einer zukünftigen Reparatur (sofern man das Laufwerk nochmal tauschen müsste) deutlich flexibler. Wichtig ist nur, dass wir ein recht kurzes IDE-Laufwerk finden, damit es auch in das recht schmale Gehäuse des Acer-PCs passt. Letztendlich habe ich in meinem Fundus dieses schöne Sony Optiarc-Laufwerk vom Typ „AD-5200A“ aufgestöbert. Das gute Stück kann CDs und DVDs lesen und theoretisch sogar brennen. Auf Grund seiner kompakten Bauform sollte es ein idealer Kandidat für den All-in-One-PC sein.

Not so fun Fact: Zwar verliert man damit die Möglichkeit, Disketten lesen zu können, aber ich denke bei einem Pentium III System mit USB-Ports können wir das verschmerzen! 😉

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Die Steckplatine mit den proprietären hot-swap-Ports können wir einfach abstecken und dafür das Laufwerk direkt am ATA-Bus des Mainboards anhängen. Den Strom müssen wir uns testweise von der Festplatte klauen, da das Netzteil nur einen Molex-Stecker besitzt. Ich gebe es zu, diese temporäre Konstruktion sieht etwas wild aus. 😀

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Aber was soll ich sagen? Es funktioniert. Tatsächlich wird das Laufwerk erkannt und der PC lässt sich mit einer bootfähigen CD (z.B. Live-CD mit dem Programm „MemTest86“) hochfahren. Cool!

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Bleibt nur noch ein Problem zu lösen. Obwohl wir schon ein recht kompaktes Laufwerk gewählt haben, ist es trotzdem noch etwas zu groß für den ehemaligen „Doppelslot“. Von der Höhe her würde es passen, doch links und rechts ist der Scheibenfresser leider ein paar Millimeter zu breit. Mist! 🙁

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Es hilft nichts, wir müssen wohl oder übel das Gehäuse des PCs etwas bearbeiten, um Platz für das Laufwerk zu machen. Der etwas zu breite Metallrahmen ist zu allem Überfluss natürlich auch noch so mit anderen Teilen vernietet (!), sodass er sich nicht vollständig ausbauen lässt. Wir müssen also mit einer Metallsäge etwas improvisieren:

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Da ich den unteren Teil des Rahmen gerne zur Befestigung der Festplatte erhalten möchte, macht es Sinn, nur den oberen Abschnitt zu entfernen:

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Mann, war das eine Frickelarbeit! Viel Schweiß, Geduld und Nerven waren nötig, um das blöde Stück Metall aus dem Gehäuse zu bekommen.

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Doch das war nur die halbe Miete, denn auch die Plastikumrahmung des Gehäuses auf der Vorderseite ist knapp zu eng bemessen und muss ebenfalls entfernt werden. Gleiches gilt für zwei Metallstreben, welche den Schacht an den Seiten nochmals etwas einengen. Hätte ich gewusst, wie viel Arbeit das ist, wäre ich vielleicht doch auf Ersatzteilsuche nach Slim-Laufwerken gegangen! 😀

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Aber auch das ist irgendwann erledigt und so findet der Scheibenfresser endlich Platz in dem PC:

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Auch wenn das Laufwerk von vorne gut aussieht, fallen die offenen Seiten, an denen der Metallrahmen durchblitzt, doch arg auf:

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Das wundert nicht, schließlich fehlt hier ja ein Plastikrahmen, den wir heraussägen mussten, damit das Laufwerk überhaupt in den PC passt. Um die Stellen etwas zu kaschieren, habe ich aus einer defekten Diskette ein paar Abdeckungen gebastelt. Das dünne Plastik der Diskettenhülle lässt sich tatsächlich prima biegen, wenn man es mit einem Föhn erwärmt! 🙂

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Schon klar – das hätte der 3D-Drucker wesentlich sauberer und schneller hinbekommen, aber wenn ich ehrlich bin, tat es richtig gut, sich an der bescheuerten BASF-Diskette (wir erinnern uns nur äußerst ungern an den Kampf in Artikel 320) zu rächen! xD

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Uff, wenn ich schon alte Disketten zerlege, bekomme ich irgendwie das Gefühl, dass wir schon wieder extrem weit vom eigentlichen Thema weggekommen sind. Schnell zurück zu dem PC. Nachdem wir das Laufwerk getauscht haben, können wir nun versuchen, das Passwort für das Windows 2000 Betriebssystem herauszufinden und prüfen, ob sich noch rettenswerte Daten auf dem PC befinden. Hierbei hilft uns die Software „OphCrack“, welche die Hashwerte der Passwörter analysiert und versucht, diese auf Basis von sog. „Rainbow Tables“ (Datenbanken, die vorab berechnete Hash-Passwort-Kombinationen enthalten) zu knacken.

Fun Fact: Diese CD habe ich im Jahr 2008 (damals zum Knacken eines Passworts auf einem XP System) gebrannt und sie läuft immer noch, ist das nicht irre? 😀 OphCrack funktioniert von Windows XP bis einschließlich Windows 7, allerdings werden für Vista und 7 neuere Versionen der Software benötigt.

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Nach kurzer Wartezeit findet das Tool tatsächlich Passwörter diverser, auf dem PC eingerichteter Accounts. Uns interessiert lediglich das Administratorpasswort:

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Damit können wir uns nach einem Neustart einloggen und uns auf dem Rechner umsehen. Auf den ersten Blick finden sich typische Programme, die rund um die Jahrtausendwende genutzt wurden. Acronis True Image, Acrobat Reader 4.0, etwas Kamerasoftware und Microsoft Office 2000.

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Ach, es geht doch nichts über den kultigen Windows Media Player 7 mit seinen Animationen! 😀

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Wie vermutet, befindet sich auf dem PC eine recht alte Software zum Ansteuern einer CNC-Maschine, für welche mutmaßlich der türkise WibuBox-Dongle benötigt wird. Außer einem interessanten „Online-Handbuch“ (also einer knapp 900 Kilobyte großen Windows-Hilfedatei im CHM-Format) gibt es allerdings kaum rettenswerte Dateien auf dem Computer zu entdecken.

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Wenn ich ehrlich bin, möchte ich auch gar nicht all zu lang in alten Firmendaten herumstöbern. Die zentrale Frage, die ich mir stelle, seit ich den kompakten Office-PC das erste Mal gesehen habe, ist: Lässt sich das Ding zu einem Gaming-Rechner umbauen? Der 1 GHz starke Pentium-III-Prozessor sollte eigentliche eine gute Grundlage bieten. In jedem Fall brauchen wir aber eine neue Festplatte. Das verbaute Segate-Modell „ST320414A“ mit 20 Gigabyte und 5.400 RPM ist nicht nur ultra langsam, sondern auch sehr laut. Das ratternde Geräusch klingt fast so, als würden sich die kleinen Menschen innerhalb des PC mit einem Maschinengewehr im Dauerfeuertakt verteidigen.

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Ich denke mit dieser 80 Gigabyte großen Western Digital „Caviar Blue“ habe ich eine leise, schnelle Alternative zur Seagate gefunden:

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Das gute Stück ist recht schnell in den PC (unterhalb des DVD-Laufwerks) eingebaut. Dafür wird ein Y-Adapter für den Molex-Stecker benötigt, denn vom Netzteil kommt nur eine Leitung.

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Ein richtiges Problem, was uns bei der Mission, ein paar Spiele auf dem Computer zum Laufen zu bringen, im Weg steht, ist der magere Onboard-Grafikchipsatz vom Typ „Intel i752“. Damit lassen sich maximal ein paar sehr einfache 2D-Titel – und diese auch nur in recht niedriger Auflösung – zum Laufen bringen. Wir brauchen also etwas mit mehr Power! Wie gut, dass sich auf dem Mainboard ein 4X-AGP-Port zum Einbau einer dedizierten Grafikkarte befindet.

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Schaut mal, was der Papa da schickes gefunden hat: Eine „GeForce 2 MX“ von Nvidia aus dem Jahr 2000. Die Karte ist ein guter Preis-Leistungs-Kompromiss und sollte mit 32 MB VRAM unserem Acer-PC ausreichend 3D-Leistung spendieren. Noch besser wäre vermutlich eine GeForce 2 GTS/Pro/Ultra oder gleich eine GeForce 3, aber leider sind solche Grafikkarten mittlerweile recht selten und somit extrem teuer geworden.

Not so fun Fact: Um dieses Schmuckstück zu finden, musste ich richtig lange suchen. Die meisten Grafikkarten aus der Zeit hatten nur einen VGA-Port und gerade bei den GeForce-Karten war DVI noch nicht wirklich üblich. Allerdings wollte ich unbedingt eine Karte mit DVI haben, um den im PC verbauten LCD-Bildschirm direkt anschließen zu können! 🙂

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Die Grafikkarte ist fix in den PC eingebaut und der Bildschirm an den DVI-Port der GeForce angesteckt. Viel größer dürfte das Ding nicht sein – die AGP-Karte passt gerade noch so neben den RAM-Slots in das enge Gehäuse!

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Nach einem Neustart wird die Karte tatsächlich erkannt und eine MS-DOS-Version von der Festplatte geladen. Nanu? Wie kann das denn sein? Ich dachte eigentlich, die Festplatte wäre sauber formatiert worden. Tja, es sieht so aus, als wäre der Datenträger wohl schon mal in Betrieb gewesen!

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Wer weiß, wo die Platte bisher verwendet wurde. Ich war es jedenfalls nicht, der MS-DOS in der Version 6.22 auf dem Datenträger installiert hat. Was für ein irrer Zufall. 😀

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Mir soll es recht sein, weil das bedeutet, dass wir beim nächsten Mal direkt mit einer Windows-Betriebssysteminstallation beginnen können. Zumindest dachte ich das, bis mir aufgefallen ist, dass der GPU-Chip der GeForce erschreckend heiß wird. So heiß, dass man ihn mit bloßen Händen gar nicht mehr berühren kann!

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Ohne Witz – das Ding wird so heiß, dass man vermutlich locker ein paar Eier darauf braten könnte. So können wir das nicht lassen. Auch wenn ich eigentlich keine große Lust habe, mich mit noch mehr „Hardwareproblemen“ herum zu ärgern, müssen wir eine Lösung finden, die Karte etwas zu kühlen. Andernfalls ist der tollen GeForce vermutlich ein eher kurzes Leben vergönnt. Soviel dazu, dass wir den PC heute fertig bekommen! xD

In diesem Sinne – bis die Tage, ciao!

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