#384 – Das Schreiben in Zeiten von KI

#384 – Das Schreiben in Zeiten von KI

Ich kann euch gar nicht sagen, wie lange ich das heutige Thema schon vor mir herschiebe. Für gewöhnlich beschäftige ich mich lieber mit praktischen Dingen, wie z.B. einem konkreten Bastelprojekt, bei denen man etwas zeigen kann. Theoretische Abhandlungen oder Kommentare sind eigentlich nicht so mein Fall. Und – sind wir mal ehrlich – wen interessiert schon dieses allgemeine Gelaber? 😛

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Eine Warnung vorab: Die folgenden Zeilen sind weder eine wissenschaftliche Arbeit, noch wirklich gut strukturiert. Es ist vielmehr ein Abbild meiner Gedanken zu einem Thema, welches uns aktuell alle beschäftigt. Mir ist einfach nur wichtig, mal auf den mittlerweile immer größer werdenden Elefanten im Raum einzugehen: Künstliche Intelligenz im Zusammenspiel mit kreativen Werken, so wie zum Beispiel ein Beitrag auf dem retrololo-Blog.

KI ist allgegenwärtig. Es vergeht kein Tag mehr, an dem wir nicht mit technischen Lösungen konfrontiert werden, die in irgendeiner Form KI im Bauch haben. Einfach gesagt, ist eine künstliche Intelligenz dafür da, selbständig Aufgaben zu erledigen, die normalerweise menschliche Intelligenz erfordern. Dazu gehören so Dinge wie Sachverhalte lernen, Problemstellungen lösen oder Entscheidungen treffen. Dem ist grundsätzlich nicht zu widersprechen, trotzdem habe ich den Eindruck, dass die Leute bei dem ganzen Hype um das Thema gerne vergessen, dass KI letztendlich nur eine clevere Anwendung von Algorithmen auf einen riesigen Pool von Daten ist.

Zugegeben – in der Praxis steckt noch etwas mehr dahinter und gerade beim Machine Learning, bei dem KIs selbstständig komplexe Muster und Zusammenhänge in großen Datenmengen erkennen, ihre Algorithmen entsprechend dynamisch anpassen und so auch neue Inhalte generieren können (generative KI, Natural Language Processing, etc.), werden zahlreiche clevere Konzepte zu einem sich selbst optimierenden Gesamtsystem verbunden. Dadurch ergeben sich unzählige Chancen und Möglichkeiten, aber es entstehen auch Risiken für Mensch und Gesellschaft.

Häufig sind diese ganz praktischer Natur. So wird beispielsweise gerade in Österreich gestritten, weil Google dort ein großes Rechenzentrum bauen möchte, welches neben einem gigantischen Stromverbrauch täglich bis zu 5,8 Millionen Liter Wasser zur Kühlung der Infrastruktur aus dem Grundwasser entnehmen dürfte. Das entspricht in etwa dem täglichen Wasserverbrauch von 40.000 Menschen. Das aufgewärmte Wasser würde dann in einen naheliegenden Fluss (die Enns) gepumpt werden, was wiederum negative Auswirkungen für Fische und andere Wasserorganismen haben könnte. Ist das alles wirklich notwendig?

Besonders schlimm finde ich persönlich auch die Tatsache, dass große KI-Unternehmen derzeit massenweise antike Bücher zerstören, nur weil sie deren Informationen einscannen und als Input für ihre KIs verwenden möchten. Gegen das Einspeisen von Informationen zum Trainieren von KI-Modellen spricht ja erst mal nichts, aber das könnte man natürlich auch schonend machen, ohne dabei grundlos nicht mehr wiederzubeschaffende, seltene Originalwerke zu vernichten. Aber nein, das ist ja viel zu aufwändig und würde deutlich mehr kosten. Ebenso hat man so gleichzeitig die Möglichkeit, Leute abhängig vom eigenen Dienst zu machen, weil es die Informationen ja an keiner anderen Stelle mehr gibt. Ganz pessimistische Aluhüte unterstellen sogar eine gezielte Manipulation von Fakten, bzw. der Geschichte, welche die Bücher erzählen könnten. Nachtigall, ich hör dir trapsen!

Auch in den Köpfen der Menschen verändert sich aktuell massiv etwas. Neulich habe ich in der „Rentner-Bravo“ (Apotheken Umschau) gelesen, dass laut der Umfrage einer großen Krankenkasse mehr als die Hälfte der Eltern KI-gestützte Chatbots bei Fragen rund um die Erziehung ihres Sprösslings verwenden. Okay, früher hat man halt „gegoogelt“ oder in Fachmagazinen nachgelesen. Ist doch alles in Ordnung, oder? An und für sich schon, wenn nicht die Faulheit der Menschen dafür sorgen würde, dass sie das eigene Hirn dabei komplett ausknipsen. Die Umfrage zeigte nämlich auch, dass 41% der Eltern der künstlichen Intelligenz zutrauen, Empathie, Respekt und Fairness besser an ihre Kinder vermitteln zu können, als sie selbst. Wenn die KI dein Kind besser kennt als du. Gute Nacht, Menschheit?

Ob man das alles jetzt gut oder schlecht findet, bleibt jedem selbst überlassen. So oder so – um KI kommen wir nicht mehr herum. Sie ist fest in unsere Arbeitsabläufe integriert und hat schon etliche Jobs reformiert, wenn nicht sogar vollständig von der Bildfläche verschwinden lassen. Zwar war das bei technischen Revolutionen schon immer so, aber die Geschwindigkeit, mit der KI derzeit die Welt umkrempelt, ist schon beeindruckend und manchmal auch etwas beängstigend wie ich finde.

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Eine Gefahr, die ich sehe ist, dass bei der rasanten Entwicklung die Komponente „Mensch“ vergessen wird. Mir geht es da gar nicht um Alptraumszenarien mit einer übermächtigen, bösartigen Superintelligenz, wie man es aus den Terminator- oder Matrix-Filmen kennt. Die Gefahr, von der ich spreche, existiert schon heute und ist leider vollkommen real. Ein Beispiel gefällig?

Ich habe meinen Job in der IT-Branche vor einigen Jahren angefangen, weil ich mich für die Technik, konkret das Zusammenspiel der Nullen und Einsen von Hard- und Software begeistert habe. Systeme verstehen, selbst Anwendungen programmieren und immer (okay, sagen wir meistens) das Gefühl zu haben, man „beherrscht“ und versteht die Technologie, die hinter nahezu allem steht, was wir heutzutage so an technischen Geräten und Programmen verwenden. Ist das nicht cool? Das Berufsfeld der Informatik ist einfach so unfassbar vielfältig, sodass man sich in zig Fachrichtungen spezialisieren und noch tiefer in zahlreiche Problemstellungen unserer Zeit eintauchen kann.

Vor allem die kreative Arbeit sowie der kompromisslos lösungsorientierte Ansatz sind Knackpunkte, welche IT-Jobs für mich immer so reizvoll gemacht haben. Die kuriosen Geschichten, die Spezialfälle, die Dinge, mit denen man (selbst als alter IT-Hase) eben nicht auf Anhieb rechnet und bei denen kreative Lösungsansätze oder unkonventionelle Ideen gefragt sind. Aber auch die vermeintlich langweiligen Themen und Standardtätigkeiten, wie z.B. das Erstellen eines Code-Schnipsels, die Überwachung der Infrastruktur oder das Update einer zentralen Systemkomponente können Spaß machen und das eigene Skillset erweitern. IT war für mich einfach immer die perfekte Symbiose aus „Routinetätigkeit“ und „absolutem Chaos“. 🙂

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Zumindest bis jetzt, denn durch den verstärkten Einsatz von KI ändern sich diese Rahmenbedingungen leider schlagartig und verändern das Berufsbild komplett.

Die anspruchsvolle, aber befriedigende Tätigkeit des Erarbeitens von Lösungen wandert zur Maschine und der mühsame Prozess des „Prüfens“ (ob denn die Maschine auch wirklich alles korrekt gemacht hat) bleibt beim Menschen. Das Problem an der Sache: Das geht nicht nur gegen die Natur unseres Handelns (wir wollen Dinge tun und anschließend merken/sehen, dass wir etwas getan haben), sondern ist auch in der Praxis einfach nicht umsetzbar. Wie soll ich mich in kürzester Zeit in alle Facetten eines Themas eindenken, um seriös überprüfen zu können, ob das, was die KI da jetzt ausspuckt, wirklich Hand und Fuß hat? Und für diese Mammutaufgabe bekomme ich dann nur wenige Minuten Zeit, weil das Management sagt, dass wir dank KI viel schneller (und mit deutlich weniger menschlichem Eingriff) operieren können. Sorry, aber das ist schlicht und einfach unmöglich.

Kreative Aspekte bei der Arbeit gibt es kaum noch, wenn man fast ausschließlich mit Prompten (also schlussendlich der Erteilung von Anweisungen an eine künstliche Intelligenz in Textform) beschäftigt ist. Der Quellcode wird fertig ausgespuckt und entkoppelt den Programmierer vollständig vom Entwicklungsprozess. Als IT-Mitarbeiter mutiert man zu einer Art Fließbandarbeiter für einen Job, auf den man sich eigentlich nie beworben hat und der einen innerlich aushöhlt.

Wie gesagt – es ist normal, dass sich Berufe im Lauf der Jahre verändern und der Mensch sich an die aktuellen Rahmenbedingungen anpassen muss. Mir macht nur etwas Sorgen, dass so ziemlich jeder Aspekt der Arbeit, der Spaß macht, mit dem Fehlen eigener, konkreter Wertschöpfung nach und nach aus vielen Berufen verschwindet. Anders gesagt: Ich bewerte nur noch die Arbeit eines Anderen und erhalte keinerlei positive Rückmeldung, wirklich selbst etwas mit meiner eigenen Hirnleistung erschaffen zu haben. Gleichzeitig schleicht sich das Gefühl ein, nie wirklich mit dem technologischen Wandel Schritt halten zu können. KI schafft das Kunststück, den Menschen zu entlasten und gleichzeitig zu überlasten.

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Dieses Phänomen wird als „KI Burnout“ bezeichnet. Die permanente Überwachung KI-generierter Erzeugnisse sorgt für mentale Erschöpfung, mehr Entscheidungsmüdigkeit und führt schlussendlich zu einer höheren Fehlerquote. Der sog. „Gehirnnebel“ (AI Brainfry) als eine Form der psychischen Erschöpfung wird durch intensive Arbeit mit KI-Tools ausgelöst. Das Hirn muss noch mehr Themen in kürzester Zeit verarbeiten und zwischen ihnen hin- und herwechseln. Dabei fallen die positiven, gesunden Aspekte der Arbeit, wie z.B. die Konzentration auf ein Thema oder die Rückmeldung, dass man selbst aktiv zur Lösung eines Problems beigetragen hat, Schritt für Schritt weg. Der Mensch arbeitet sich auf und fühlt sich abgehängt.

Besonders den letzten Punkt kann ich persönlich absolut nachvollziehen. Durch den vermehrten Einsatz von KI im privaten Umfeld habe ich häufig das Gefühl, dass ich einfach nichts mehr kann und vor allem nichts mehr lerne. Ich staune zunehmend nicht schlecht, wie sorgenfrei und optimistisch andere Leute mit KI-Werkzeugen umgehen. Wie eine Truppe sehr gut informierter, persönlicher Assistenten sind sie längst vollständig in den Alltag der Menschen integriert und nur noch schwer wegzudenken. So praktisch das auch ist – bei mir persönlich stellt sich trotzdem oft der Gedanke ein, dass ich durch KI völlig verblöde, weil ich nur noch ein paar Worte in eine Textbox schreibe, schnell Informationen abgreife und sich diese dann aber nicht im Hirn festsetzen, weil ich sie in der kurzen Zeit gar nicht richtig aufnehmen und verarbeiten kann. Wozu auch? Ich kann ja immer die KI fragen.

Das hat zur Konsequenz, dass Dinge, die man sich früher aufwändig erarbeitet, verstanden und somit gelernt hat, jetzt nicht mehr im eigenen Gehirn stecken, sondern in Form von Datensätzen in den Trainingsdaten der KIs. Mit jedem Input, den der Mensch liefert, wird die nächste Generation an KI-Modellen wieder ein Stück besser. Doch damit nicht genug: Aktuell werden synthetische Trainingsdaten (also von einer KI zum Training einer anderen KI erstellte Daten) bereits so gut, dass KI-Modelle sich gegenseitig trainieren können. Vielleicht bin ich ein alter Skeptiker, aber für mich hört sich das so an, als würde die Komponente Mensch schleichend vollständig ersetzt.

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Klingt futuristisch und beängstigend? Ist es auch. Das Problem ist nur: Es gibt keine Alternative. Mittlerweile habe ich den Eindruck, dass wir einfach schon viel zu tief in der KI-Spirale sind. Rein wirtschaftlich betrachtet können Unternehmen es sich nicht mehr leisten, auf KI zu verzichten, weil viele Prozesse bereits bis ins letzte Detail optimiert wurden. Gehälter in der IT-Branche sinken, Auftraggeber zahlen weniger für Dienstleistungen, weil durch KI ein riesiger Kostenfaktor (nämlich der Mensch, bzw. seine Arbeitsleistung) eliminiert wird.

Aktuell lässt sich beobachten, wie Großkonzerne Neueinstellungen stoppen, Stellen abbauen oder in den nächsten Jahren Positionen (z.B. dann, wenn die ganzen Boomer in Rente gehen) einfach nicht mehr besetzen. Menschliche Leistung wird in Rekordzeit durch KI-Assistenten im Kundenservice, KI-automatisierte Prozesse oder vollständig von der KI gesteuerte Systeme ersetzt. Begründet wird das alles gerne mit den Herausforderungen des demographischen Wandels, also letztendlich, dass es dank einer alternden Gesellschaft, sinkenden Geburtenraten sowie der steigenden Lebenserwartung zu wenig neue, gut qualifizierte Arbeitskräfte gibt, welche Leistung erbringen und die ganzen Kosten der Sozialsysteme tragen.

Da ist sicher was dran, aber ich halte das schon irgendwie für eine bequeme Erklärung, denn KI macht ja das „Nicht-nachbesetzen“ von Stellen erst rentabel. Und das wiederum wird dann mit Wirtschaftlichkeit und internationalem Wettbewerb verargumentiert. Wie dem auch sei, ich könnte mir vorstellen, dass all diese Entwicklungen die nächsten Jahren massive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, konkret auf die Arbeitslosenquote und die Chancen für Berufseinsteiger haben werden. Wenn weniger Leute Jobs haben, dann gibt es auch weniger Konsum und weniger Zahler für den nicht arbeitenden Teil der Bevölkerung. Ebenso werden so auch nicht die Kosten für die maroden Sozialsysteme gedeckt. Klingt irgendwie nach einer Abwärtsspirale?

Schwer vorstellbar, dass sich dieser Trend nochmal umkehrt. Ich persönlich habe eher den Eindruck, dass das alles durch das (größtenteils freie) Handeln großer Konzerne und Autokraten noch weiter verstärkt wird. Meine Befürchtung ist, dass Großkonzerne (gerade welche, die viel mit KI zu tun haben) noch mehr Macht und Einfluss auf die Politik und somit das Weltgeschehen bekommen werden. Und dann heißt es: Noch schneller, noch besser und noch effizienter, ohne Rücksicht auf Verluste und auf dem Rücken von denen, die sich nicht wehren können. Wenn ich eines über die Menschheit gelernt habe, dann ist es eine nicht zu stoppende Energie, die von Hass, Macht, Gier, Gewalt und nicht zuletzt wirtschaftlichen Interessen ausgeht.

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Puh, ist das alles deprimierend. Aber wollten wir nicht eigentlich etwas auf das Thema künstliche Intelligenz im Zusammenspiel mit kreativen Werken eingehen? Bisher hab ich mich ja nur über den Arbeitsmarkt sowie den potenziellen Machtmissbrauch von Großkonzernen ausgelassen. Schreit nach einer fetten Themaverfehlung, werter Herr retrololo! 😛

Zu meiner Verteidigung – auch Leute, die im kreativen Umfeld arbeiten, sind Teil des Jobmarkts und diese trifft der Boom von künstlicher Intelligenz richtig hart. Gerade durch den Einsatz von generativer KI sind diverse kreative Branchen massiv gefährdet. Seien es nun Illustratoren, die schon mit einem offenen Brief an 50 deutsche Verlage dazu aufgefordert haben, auf den Einsatz per KI erzeugter Bilder zu verzichten oder auch der Verband Deutscher Sprecher:innen, der aktuell mit dem US-Entertainment-Riesen Netflix im Clinch liegt, weil die Synchronsprecher das Recht an den Aufnahmen ihrer Stimmen für das Training von KIs freigeben sollen, ohne dafür entlohnt zu werden. Es ist nicht wirklich verwunderlich, dass Leute auf die Barrikaden gehen, wenn Zukunftsaussichten größtenteils nur noch aus Existenzängsten bestehen.

Ähnlich disruptiv läuft es für so ziemlich alle Leute, die beruflich oder hobbymäßig Texte schreiben. Die soll es ja auch geben! 😉 Das Erstellen von Texten gehört zu den Paradedisziplinen von modernen KI-Systemen und so ist die Angst groß, dass diese (bisher menschliche) Tätigkeit bald überflüssig sein könnte. Zumindest der finanzielle Aspekt ist mir persönlich völlig egal, denn Geld habe ich mit meinem Hobby noch nie verdient und das ist auch nicht das Ziel. Dennoch merke ich, wie sich auch unabhängig davon durch KI einiges verändert.

Bei mir sorgt der Einsatz von künstlicher Intelligenz z.B. im Rahmen der Erstellung eines Blogbeitrags häufig für ein „Gefühl der Gleichgültigkeit“. Es fühlt sich einfach zu leicht (und auch irgendwie falsch) an, wenn einem auf Knopfdruck die Antworten zu fast allen Fragen zufliegen. Aber das ist die Realität und so drängen sich mir Fragen auf: Warum mache ich das alles überhaupt noch? Warum gebe ich mir die Mühe, von möglichst vielen, unabhängigen Quellen technische Daten und Fakten zu recherchieren, nur um euch diese dann (in hoffentlich humorvoller Art und Weise) zu präsentieren? Warum quäle ich mich mit der deutschen Rechtschreibung und versuche eigenständig lesbare Sätze zu bilden? Ist das nicht alles völlig egal, weil jeder innerhalb von Sekunden ein ähnliches Ergebnis (ohne tatsächlich irgendetwas über das eigentliche Thema zu wissen) erzielen könnte? Verschwende ich mein Leben? Alles Fragen, die gar nicht so einfach zu beantworten sind.

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Schlussendlich ist der Elefant im Raum, also die Tatsache, dass die KI gerade das Schreiben viel schneller, einfacher und vermutlich sogar besser (oder zumindest effizienter) macht, nicht von der Hand zu weisen und ich habe auch schon Stimmen aus dem eigenen Umfeld gehört, die aktiv fragen, warum ich mir den Stress, selbst Texte zu verfassen, überhaupt noch gebe.

Sicher eine berechtigte Frage, dir mir aber trotzdem irgendwie auf den Keks geht. Einerseits gilt für mich der folgende Grundsatz, der sich auf so ziemlich jedes Hobby anwenden lässt: „Zeit ist nie verschwendet, wenn man sie mit etwas verbringt, das einem Spaß macht.“. Andererseits besteht das Leben ja auch nicht nur aus Zielen, sondern auch aus dem Weg, wie man sie erreicht. Wo ist das Erfolgsgefühl, wenn man alles einfach so ohne eigenes Zutun haben kann? Ist es nicht befriedigend, wenn man auch mal etwas länger an etwas grübelt, um eine Lösung zu finden? Der Eindruck „gebraucht“ zu werden, oder zumindest das Gefühl, dass man etwas durch eigene Hirnleistung erschaffen hat, ist etwas, dass der Mensch braucht, um glücklich zu sein. Diese Wahrnehmung geht zumindest bei mir durch den übermäßigen Einsatz von KI nach und nach verloren.

Nur damit kein falscher Eindruck entsteht: Das hier soll kein „Aufruf gegen künstliche Intelligenz“ sein. Es geht nur darum, die Technologie sinnvoll und mit Bedacht einzusetzen. Muss ich zum Beispiel etliche Rechenressourcen verschwenden, nur weil ich mir die Schreibweise eines Wortes von der KI erklären oder diverse Sätze möglichst optimal bilden lassen möchte? Manchmal schadet es nicht, selbst das Hirn einzuschalten oder auf konventionelle Methoden der Recherche zurückzugreifen. Man muss ja nicht gleich nach Holland fahren, nur um die Geschichte eines niederländischen Videospielentwicklers zu ergründen. Es reicht schon aus, sich einfach mal selbst auf die Suche nach Informationen in anderen Medien (Internet, Zeitschriften, Bücher, etc.) zu begeben. Gerade das Heraussuchen und Einlesen in verschiedene Quellen macht solche Projekte erst spannend und die Wahrscheinlichkeit ist so deutlich höher, dass viele der gesammelten Informationen dann auch langfristig im Hirn hängenbleiben.

KI dagegen vollständig zu ignorieren ist keine gute Idee, bzw. mittlerweile eh unmöglich geworden. Ich denke, die Lösung liegt vermutlich irgendwo in der Mitte. Manuelle Prozesse helfen beim Denkanstoß und lassen uns erst kreativ werden. Ist es euch nicht auch schon mal passiert, dass einem bei vermeintlich stupiden Aufgaben, wie Staubsaugen oder Ausräumen der Spülmaschine, die besten Ideen kommen? Mir hilft es manchmal, wenn ich an einem Problem festhänge und nicht so recht weiter weiß, einfach mal ein paar Minuten spazieren zu gehen. Letztendlich irgendetwas tun, um das Hirn zu entlasten und die Gedanken kreisen zu lassen.

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Wird KI also kreative Berufe ersetzen? Nein. Ich persönlich glaube aber, dass man zukünftig nur durch Individualität und Qualität aus der Masse hervorstechen kann, um den Leuten ein persönliches, „von Hand gemachtes“ Erlebnis bieten zu können. Ich könnte mir vorstellen, dass – dank KI – von Menschen erstellte Werke zukünftig sogar als noch wertvoller und bedeutender wahrgenommen werden, weil dadurch transparent wird, wie aufwändig das eigentlich alles ist. Anhand der Vielzahl an negativen Reaktionen auf KI-Sprecher in Filmen und Serien merkt man, dass sich Konsumenten nach authentischen, von Mensch gemachten Erlebnissen sehnen. Warum gibt es noch Opern? Live-Aufführungen im Theater oder Comedy-Veranstaltungen? Warum sind Musikkonzerte und Festivals so angesagt? Das alles könnte durch ein Laptop und eine Leinwand ersetzt werden, aber das ist nicht der Punkt. Solche Emotionen werden nur durch menschliche Interaktion vermittelt und die Leute wollen den jeweiligen Künstler als Produkt sehen und nicht nur eine Box mit Technik.

Doch zurück zum Medium Text: Müsste ich die Frage beantworten, warum ich in Zeiten von KI immer noch händisch Texte verfasse, dann wäre die Antwort vermutlich „Leidenschaft“. Mir macht es schlicht und einfach Spaß, Dinge aufzuarbeiten, Informationen zusammenzutragen und anschließend darüber zu berichten. Da wird auch künstliche Intelligenz erst mal nichts dran ändern.

Ich finde es auch nicht schlimm, wenn es mal etwas länger dauert, oder man den umständlichen Weg geht, um zu einem Ergebnis zu kommen. „Der Weg ist das Ziel“, wie Konfuzius schon sagte. All die Erfahrungen, sowie lustigen (und manchmal auch frustrierenden) Erlebnisse gehören dazu und prägen das jeweilige Projekt. Ebenso will ich etwas schreiben, hinter dem ich stehe und nicht nur Inputgeber für eine „Hülle“ sein, welche Texte ausspuckt. Ich könnte mir vorstellen, dass es perspektivisch vielen Leuten so gehen wird und man wieder selbst etwas kreatives erschaffen möchte. Menschliche Hirnleistung als Qualitätsmerkmal – in Textform von ihrem Bauern retrololo von nebenan! 😛

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Was bleibt also? Definitiv KI, aber hoffentlich auch der Mensch mit seinem kreativen Schaffen. Innovation ist so gut wie immer aus unkonventionellen und auf den ersten Blick irrwitzig wirkenden Ideen entstanden. Klar kann uns KI auch zukünftig bei solchen zukunftsweisenden Themen unterstützen, doch schlussendlich sollte es immer der Mensch sein, der Informationen bewertet und eine fundierte Entscheidung trifft. So wie z.B. den Entschluss, den heutigen (wieder viel zu lang gewordenen) Beitrag jetzt endlich abzuschließen! 😉

Ach ja, ich brauch das vermutlich nicht extra noch zu erwähnen, aber ich tu es einfach trotzdem: Dieser Text ist zu einhundert Prozent ohne KI entstanden! 🙂

In diesem Sinne – bis die Tage, ciao!

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