#8 – B.E.E.S

Vorwort: Wer zwischen den Zeilen liest wird bemerken, dass der folgende Beitrag im Vergleich zu meinen bisherigen Einträgen etwas aus der Reihe tanzt. Diesen Artikel habe ich bereits vor einiger Zeit geschrieben. Hiermit möchte ich ihn “digitalisieren”, damit er nicht auf meiner Festplatte verstaubt und in Vergessenheit gerät. Viel Spaß beim Lesen 😉

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Herzlichen Glückwunsch zum Erwerb Ihres nagelneuen B.E.E.S (BOSCH electronic Entertainment System’s ™).

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Spaß beiseite… Dieses Projekt ist quasi der Resteeintopf aus den übergebliebenen Teilen meiner Bastelkiste!

Aufgabenstellung:
Das Motto war eindeutig „Low-Budget-Upcycling“, d.h. ohne möglichst zusätzlich Geld auszugeben einen einfachen „Nintoaster“, welcher die guten alten NES-Spiele abspielen kann zu bauen.

So ein „Nintoaster“ (Nintendo + Toaster) ist keineswegs eine neue Idee. Es gibt zahlreiche Versionen in allen Farben und Formen davon (NES, Supernintendo, N64). Viele Leute bringen da deutlich mehr Zeit, Geld, Arbeit und nicht zuletzt ein höheres Maß an Bastel-Skills mit ein, aber all diese Dinge habe ich zurzeit leider nicht in ausgeprägter Form, darum ist es bei einem relativ schlichten Casemod geblieben.

Wie immer habe ich einfach drauf los gewerkelt, es gibt also keine Skizze oder einen Plan wie Teile angeordnet werden sollen – das sieht man auch an einigen Stellen. Im Nachhinein gibt es natürlich ein paar Kleinigkeiten die ich mit genauerer Planung vorab wohl anders gelöst hätte, aber das ist für mich in Ordnung.

Hier noch eine kleine Zusammenfassung der verwendeten Teile und Werkzeuge:

Teile:

– Ein alter Toaster (Defekt)
– Eine NES-Clone-Console (Gehäuse defekt)
– Ein paar Schrauben, Muttern u. Beilagscheiben
– Ein Stück Holz
– Drähte aus einem alten LAN-Kabel

Werkzeug:

– Proxxon Schleifer mit diversen Aufsätzen
– Bosch Akkuschrauber mit Bitsatz
– Lötkolben (Zinn, Entlötpumpe, …)
– Ein paar Schraubenzieher
– Eine Zange

Hinweis zum Toaster:
Wichtig war mir ein „Langschlitz“-Modell zu finden (also nur ein Schlitz, die meisten Toaster haben ja zwei). Darum fiel die Wahl auf einen alten BOSCH Toaster (Modell TAT3600 FD 7201). Das Baujahr ist mir leider nicht bekannt, es lässt sich kaum etwas darüber finden, aber ich bin mir fast sicher, dass das gute Stück schon einige Jahre älter ist wie ich 🙂

Fun Fact: BOSCH stellt heutzutage immer noch diese Modelle mit nur einem Schlitz her. Optisch noch etwas ansprechender, aber ich wollte kein neues Modell opfern (zudem wäre das nicht mit dem Ziel möglichst kein, bzw. kaum Geld auszugeben vereinbar gewesen).

Hinweise zur NES-Konsole:
Ursprünglicher Plan war es eine originale NES-Konsole zu verbauen. Allerdings wäre dies nicht nur deutlich schwieriger gewesen, ebenso gibt es diese originalen Retro-NES-Konsolen (Baujahr 1985 🙂 ) leider nicht mehr wie Sand am Meer. Eine Konsole mit Kabeln wird schon für ca. 50€ gehandelt, das hätte den Rahmen gesprengt. Weiterhin bringe ich es nicht über’s Herz ein noch funktionierendes so kultiges Gerät für ein – vielleicht nicht oder nur teilweise erfolgreiches – Bastelprojekt zu schlachten.
Daher habe ich mir eine NES-Klon-Konsole in meinem Bastelforum ertauscht (gegen drei alte PS2-Spiele, die hier sowieso nur rumlagen). Diese Klon-Konsole hat praktisch die exakt gleiche Funktionalität wie ein originales NES, jedoch sind das Mainboard und alle Verbindungen deutlich kleiner sowie – das musste ich später schmerzhaft – feststellen – deutlich billiger gefertigt. Optisch erinnert das Teil eher an eine SONY PS1, das liegt wohl daran, dass die Firma Geld von verwirrten Kunden für veraltete Hardware abgreifen wollte – ach ja, China… 😉

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Ein kleiner Hinweis noch:
Leider habe ich es diesmal verpasst permanent Bilder zu machen, somit ist dies kein vollständiges „Build-Log“ oder Tutorial, sondern nur eine Dokumentation von zufällig ausgewählten Arbeitsschritten 😉

Das ganze Öffnen und Entkernen des Toasters sparen wir uns jetzt mal – nur so viel: Es war schwerer als gedacht! Das Teil war für die damalige Zeit schon relativ „integriert“ gebaut und wohl nicht dafür gedacht, jemals auseinander (und vor allem wieder zusammen) gebaut zu werden.
Die Außenwand ließ sich noch ziemlich problemlos entfernen (alles nur geklipst und nicht verschraubt/ verklebt), doch spätestens am Griff zum Herunterdrücken des Toasters sowie dem Drehrad zum Einstellen der Garzeit wäre ich fast verzweifelt. Diese sind mit kleinen Plastiknasen versehen, die natürlich nicht zerstört werden sollten. Allerdings mussten die beiden Teile ja entfernt werden, bevor man das Gehäuse öffnet – uff! Erster Schritt geschafft…

Anschließend musste die Klon-Konsole vom schon angebrochenem Gehäuse befreit werden. Der Anblick war ernüchternd und faszinierend zugleich:

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Prinzipiell nicht die schlechteste Voraussetzung, die Teile gut im Toaster unterzubringen. Allerdings machen mir die kurzen Kabel sowie die sehr billig wirkenden Lötstellen etwas Sorgen – naja – mal abwarten. Ebenso wurde hier viel mit sehr billigem Kleber gearbeitet, dieser musste zuerst aufwändig entfernt werden.

Die Hauptplatine besteht aus dem Mainboard sowie dem Slot für die NES-Module. Da die Module relativ fest im Cartridge-Slot stecken müssen um einen ordentlichen Kontakt herzustellen, musste ich ein eigenes Fundament basteln. Ein paar einfache Schrauben im Blech (oder im Plastikboden) hätten wohl nicht ausgereicht und beim Herausziehen eines Spielmoduls wäre das ganze Gerät zerbrochen.
Befestigt wurde das Holzfundament mit vier Schrauben und Muttern auf der Unterseite des Plastikeinsatzes unter dem Blech. Dafür mussten vom Boden ein paar Plastikteilchen weggefräst werden. Das Blech hatte bereits vorgebohrte Löcher, welche ich für das Fundament nutzen wollte. So musste exakt ausgemessen werden an welchen Stellen das Holz durchbohrt werden musste.

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An dieser Stelle ist mir schnell klargeworden, dass das mit den originalen Kabeln (grau) wohl nichts werden wird. Ich habe leider Recht mit meiner Vermutung behalten, dass die dünnen Kabel sowie die schlechten Lötstellen nichts taugen. Bei einem ersten Test das Mainboard mit Cartridge-Slot auf das Holzfundament zu schrauben, sind gleich die ersten Lötstellen gebrochen, bzw. die Kabel am Ende abgerissen. Das bedeutet: Neu machen.
Maximal die Controllerports können – und sollen wenn möglich – mit originalen Kabeln angeschlossen bleiben, da diese Lötstellen wirklich klein und sehr eng beieinander waren. Das wäre mir zu heiß gewesen, daran etwas zu verändern.

Gott sei Dank sind die Blechwände des Toasters relativ stabil, sodass die Controllerports einigermaßen gut darin Halt finden. Dem aufmerksamen Beobachter wird auffallen, dass die beiden ausgefrästen Blechteile gleich für die Befestigung der Controller-Ports wiederverwendet wurden! Zufällig hatte die halbkreisförmige Aushöhlung ein geeignetes Format um die seitlichen Plastikhalter der Controllerports jeweils mit einer Schraube und Mutter auf der anderen Seite des Blechs zu befestigen.

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Anschließend ging es darum auch dem Gerät Saft zu geben! Der Nintoaster soll sich ja schließlich über Herunterdrücken des Tasters einschalten lassen. Auch hier hatte ich Glück! Die maximale Höhe der Mechanik hat genau ausgereicht, um den Taster zu betätigen. Jetzt musste dieser nur noch fixiert werden.

Fun Fact: Das ist übrigens das einzige Mal, bei dem Ich Kleber (Sekundenkleber) verwendet habe. Mir ist nichts besseres eingefallen, den Taster auch wirklich fest am Plastik zu befestigen.

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Zur Verkabelung habe ich ja bereits einiges gesagt, aber dass es so schlimm aussieht konnte ich erst im Verlauf des Projekts lernen. Immer wieder mussten, bei jeweils verschiedenen Arbeitsschritten, Lötstellen neu gemacht werden, weil sie wieder abgerissen/gebrochen sind. Ebenso mussten die Kabel zum Taster sowie zur Power-LED verlängert und natürlich isoliert werden. Die Schraube(n) – später durch einen Nagel ersetzt – dienen nur dazu, dass die Kabel nicht über den Modulslot rutschen, sonst könnte ggf. kein Spiel mehr eingesteckt werden.

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Lange war mir nicht klar, wie ich die externe Platine (für Audio/Video-Signal und Netzteilanschluss zuständig) im, bzw. am Toaster befestigen soll. Letztendlich habe ich mich für die Seitenwand entschieden, sodass die Buchsen auf der Hinterseite des Toasters (und somit auch die Kabel) hinten aus dem Toaster rausgeführt werden können.

Auch hier spielte mir die Verkabelung einen üblen Streich. Die Kabel sind jeweils am Mainboard sowie an der AV/Power-Platine so oft abgerissen, dass ich mich entschieden habe, diese neu zu verlöten. Bei dieser Gelegenheit habe ich gleich „die Abkürzung“ durch eine Spalte im Blech genommen.

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Zwischendurch habe ich die Elektronik immer wieder getestet, ob noch alles funktioniert. Während eines Testvorgangs am TV verschwand das Bild auf einmal und die LED ging aus – P.A.N.I.K !
Das sind die Momente in denen Bastelprojekte wie dieses drohen zu scheitern, in der Mülltonne landen und/oder als Lehrgeld verbucht werden. Gott sei Dank habe ich mich diesmal dagegen entschieden und nach einiger Zeit die kalten Lötstellen gefunden, neu gelötet und siehe da: Läuft! 🙂

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Damit der Toaster auch authentisch aussieht, dürfen natürlich die klassischen Drahtgitter nicht fehlen. Leider waren diese in meinem neuen Design (u.a. auf Grund des neuen Fundaments) nun zu lang und mussten abgeschnitten werden. Ebenso waren die Teile zuvor nur sehr lose im Toaster eingehängt, was zu Abstandsproblemen bei einem eingesteckten Modul führen könnte. Darum habe ich Plastikteile des defekten Gehäuses Klon-Konsole als Halterungen verwendet – wieder etwas recycelt – cool!

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Sehr zufrieden bin ich mit der Power-LED. Diese wurden im Drehregler befestigt. Dafür musste natürlich ein passendes Loch gebohrt/gefräst werden. Die Schwierigkeit lag hier nicht beim ausmessen oder ausfräsen, sondern definitiv beim Einbau der LED von Hinten in den Drehregler. Dies konnte nämlich erst nach Zusammenbau des kompletten Gehäuses geschehen!

Fun Fact: Der Regler ist durch eine kleine Nase (+ dazugehöriger Bohrung) fest verankert, so dass er sich nicht mehr drehen lässt. Damit würde man nur riskieren die LED-Verkabelung zu zerstören.

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Anschließend wurden die Außenbleche wieder angeschraubt um zu prüfen ob alles noch rein passt.

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Um zu verhindern, dass das Modul falsch (zu weit seitlich) eingesteckt wird, wurden aus einem übrig gebliebenen Seitenwandblech zwei kleine Platten ausgeschnitten und einfach zwischen Rahmen und Oberteil eingeklemmt. Es wurde absichtlich etwas Abstand zum Modul gelassen, damit man es einfacher aus dem Schacht herziehen kann.

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Endlich – der technische Teil war größtenteils geschafft. Nun ging es darum das Gehäuse zu bearbeiten. Es mussten Löcher auf der Rückseite für AV/Strom und auf der Vorderseite für die Controllerports gebohrt werden.
Extrem schwierig war hier auszumessen, wo die entsprechenden Löcher letztendlich sein müssen, weil man dafür das Gehäuse immer komplett zusammenbauen musste. Mit reinem Ausmessen bin ich nicht weit gekommen – die Messungen wichen jedes Mal voneinander ab…

Fun Fact: Mit Sicherheit nicht die beste Arbeit, aber ich bin für damit zufrieden. Mehr war in der Kürze der Zeit und mit dem zur Verfügung stehenden Werkzeug (und nicht zuletzt meiner Geduld) einfach nicht drin.

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Endlich geschafft – insgesamt hat das dann doch etwas länger gedauert als erwartet, aber ich denke das Ergebnis kann sich sehen lassen. Einige Punkte hätte man mit Sicherheit besser machen können oder nachträglich noch etwas aufwerten, aber ich finde das passt ganz gut zu dem eigentlichen „Low-Budget-Upcycling“–Thema!

Fun Fact: Bei der Verwirklichung dieses Projektes sind keine Tiere oder noch funktionierende Elektrogeräte zu Schaden gekommen!

Hier noch ein abschließender Eindruck von Rück- und Vorderseite:

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Jetzt kann endlich gezockt werden!!!! 🙂

#7 – DIY: Poppy FM

Eigentlich könnte ich es mir mit diesem Artikel sehr leicht machen und einfach nur einen eBay-Link posten, aber dann wäre der Beitrag jetzt schon wieder zu Ende und das würde wohl auch der Sinnhaftigkeit eines Blogartikels widersprechen. 😉

Allerdings habe ich mich mit Bildern diesmal tatsächlich etwas zurückgehalten, es sei mir verziehen 🙂

Auf der Suche nach einer schönen (wohl eher individuellen) Uhr für das Billardzimmer bin ich über etwas ganz besonderes gestolpert: Ein „Poppy DR-236 Digital Uhren Radio“. Dieses gute Stück hat ein Forumskollege zum Geburtstag bekommen, konnte aber damit nicht viel anfangen und so habe ich es für einen schmalen Taler erstehen können – YAY 🙂

Das Besondere an dem Gerät: Die Uhrzeit wird über herunterklappende Plättchen auf denen die Zahlen stehen angezeigt!

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Die Suche nach Details zu dem Gerät gestaltete sich schwierig und so bin ich lediglich im Radiomuseum auf ein Vorgängermodell gestoßen. Die Lehnert GmbH in Saarbrücken hat das Radio (oder die Uhr?) hergestellt – oder zumindest importiert. Ein klares Baujahr lässt sich auch auf den ersten Blick nicht erkennen, aber das Radio stammt wohl irgendwann aus den 70ern.

Ein Glück, dass sich auch auf der Auktionsseite einige Details befinden…

Fun Fact: Lustigerweise handelte es sich bei dem in der Auktion angebotenem Gerät auch tatsächlich exakt um mein Gerät! Der kleine Kratzer links oben kam mir sofort verdächtig vor und die Rückverfolgung zum ursprünglichen Schenker hat ergeben, dass er es am 17. September gekauft hatte. Verrückt, wie klein die Welt doch manchmal ist, wenn man auf der Suche nach etwas ganz Speziellem ist. 😉

 

Auf der Suche nach Details zu der Funktionsweise solcher Geräte bin ich bei Wikipedia fündig geworden. Allerdings zunächst nur auf dem englischen Artikel („flip clock“). Im germanischen Universum musste ich schon ganz schön lange suchen, denn der Begriff „Synchronuhr mit Fallblattanzeige“ wollte mir einfach nicht auf Anhieb einfallen. 😉

Mittlerweile werden diese Geräte häufig nur noch schlicht und einfach als „Klappzahlenradio“ oder „Klappzahlenuhr“ betitelt.

Betrachtet man den Mechanismus etwas genauer stellt man fest, dass den Leuten damals wohl langweilig gewesen sein muss um so etwas zu konstruieren. Was für ein Aufwand – und das alles nur um sich die Zeit anzeigen zu lassen – aus heutiger Sicht unvorstellbar 🙂

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Bei weiterer Recherche bin ich auf zahlreiche Kaufangebote (sogar auf Amazon!) gestoßen. Schon erstaunlich, dass Uhren mit dieser Technologie auch heute noch hergestellt werden. Leider haben die Geräte meiner Meinung nach den Charme etwas verloren und wirken eher wie Designerstücke als wie der Wecker aus dem Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“. 🙂

Wer möchte kann sich zu dem Thema noch die Schwärmereien von unseren italienischen Freunden zu Gemüte führen. Im Großen und Ganzen stimme ich mit den Ausführungen überein, allerdings wage ich doch sehr zu bezweifeln, dass […] „Das Klappzahlensystem heute noch vorwiegend für Anzeigetafeln in Flughäfen und Bahnhöfen sowie in Büro-, Bank- und Postgebäuden eingesetzt“ […] wird. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mich nicht mit der italienischen Verkehrsinfrastruktur auskenne, aber bei uns sind mir solche Fallblattanzeigen in letzter Zeit lediglich noch in der U-Bahn untergekommen. Die Digitalisierung macht auch vor Bahnhöfen und Flughäfen nicht halt, auch wenn man am Bahnsteig teilweise das Gefühl hat, dass es noch ein weiter Weg ist…

So weit so gut. Die Uhr summt und zeigt die richtige Zeit an. Aber das Ding jetzt einfach nur so zeitanzeigend in der Ecke stehen zu lassen wäre ja auch irgendwie eine Verschwendung. Immerhin hat es neben der Uhr und dem Radio ja auch einen Lautsprecher eingebaut, der die halbe Nachbarschaft beschallen könnte. Der Empfang über eine dünne Drahtantenne klappt auch nach so vielen Jahren noch reibungslos und auch die Klangqualität ist – wenn man das Alter des Geräts bedenkt – für UKW erstaunlich gut.

Aber nur Radio hören? Läuft ja eh meistens nicht das, was man hören möchte. Das muss doch auch anders gehen…

Schön wäre es, einfach die eigene Musik in Form von MP3-Dateien zu hören. Das Zauberwort heißt „FM-Transmitter“. Diese Geräte ermöglichen es MP3-Dateien über SD-Karte, USB und manchmal sogar Bluetooth an eine spezifizierte UKW-Frequenz zu übertragen.

Wie es der Zufall so will habe ich so ein Gerät hier. Es ist ein Überbleibsel aus meinem letzten fahrbaren Untersatz und findet nun wohl tatsächlich noch einen – zugegeben „semi-sinnvollen“ – Gebrauch 😉

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Wer mit dem Gedanken spielt sich so ein Ding anzuschaffen, sollte bei der Auswahl etwas aufpassen. Der Betrieb von FM Transmitter ist in Deutschland erst seit 2006 erlaubt und die entsprechenden Geräte müssen ein CE-Zeichen tragen und die Sendeleistung darf 50nW nicht übersteigen. Also: Lieber etwas mehr Geld ausgeben und sich etwas Vernünftiges anschaffen, wie z.B. eine Stereoanlage (wie retro) oder ein Laptop mit Spotify oder einen Bluetoothlautsprecher oder oder oder… 😉

Gut, dass bei so Bastelprojekten die Sinnhaftigkeit etwas in den Hintergrund gerät, denn wie aufgezählt gäbe es einige weitaus sinnvollere Alternativen. Die angedachte Lösung fällt wohl mehr so in die Schublade „because I can“… 😉

Die Kernfrage die es zu klären galt: Wie betreibt man das Ding überhaupt, wenn man nicht gerade ein Auto bei sich im Zimmer stehen hat? Leider hat mein Eigenheim ganz normale 230V-Steckdosen und keine Zigarettenanzünder in den Wänden. Dank Amazon ist ein passender Spannungswandler sehr schnell gefunden.

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In der Tat funktioniert der FM-Transmitter gut und das Radio empfängt meine Musik. Nur blöd, dass die die Sendeleistung von der einzigen auf Brusthöhe liegenden Steckdose zum Radio hin einfach nicht ausreicht. Und bei der sich in der Nähe des Radios befindlichen Steckdose müsste man zum Weiterschalten eines Musikstücks sich immer hinunterbücken – auch blöd. Zugegeben könnte man jetzt einfach eine Verlängerungssteckdose anschließen, aber das wäre ja viel zu einfach. 🙂

Tatsächlich hat Amazon für so „spezielle Anforderungen“ auch hier eine Lösung parat und so war ein KFZ-Verlängerungskabel schnell gefunden.

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Leider ist die Konstruktion insgesamt doch recht wackelig und bietet somit z.B. im Rahmen der nächsten Putzaktion viel Angriffsfläche durch die Gegend geworfen zu werden. Wenn man jetzt noch so eine Art „Halter“ für den Transmitter hätte wäre die Welt in Ordnung. Da hilft nur eins: Holz! Da ich nicht in den Baumarkt fahren wollte und für so sinnlose Basteleien sowieso schon wieder zu viel Geld ausgegeben hatte, blieb nur eine Lösung: Reste verarbeiten! 😉

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Aus diesen Latten lässt sich doch bestimmt was machen. Erst mal zersägen…

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Die fünf halbwegs gleich großen Stücke habe ich etwas abgeschliffen, niemand hat Lust auf Spieße!

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Eines davon hat sogar ein Loch reingebohrt bekommen, ob das so abgemacht war? 😉

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Irgendwo müsste ja auch das Kabel wieder rausgeführt werden, also wird kurzerhand noch eine Vertiefung in das „Hinterteil“ ( 😛 ) geschliffen…

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Da ich keine passenden Schrauben zur Hand hatte, habe ich beschlossen die einzelnen Teile einfach zusammenzunageln. So kommt auch mal wieder der Hammer zum Einsatz, nicht dass der sich am Ende noch vernachlässigt fühlt…

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Transmitter passt, und hinten schaut auch schon ein Ringelschwänzchen raus. Um die Stabilität zu verbessern (und nicht zuletzt die nicht zu 100% passend zugeschnittenen Teile etwas zu kaschieren 😉 ) habe ich Filzgleiter auf die Unterseite der kleinen Box geklebt.

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Ein erster Funktionstest – geht noch! Glück gehabt! 🙂

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Das Verlängerungskabel hat sogar einen Schalter, so kann ich den Transmitter bei Nichtgebrauch vom Netz nehmen und muss nicht immer das Kabel ein- und ausstecken – praktisch!

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Bleibt eigentlich abschließend nur noch ein Blick auf Frankensteins Monst… ääähm ich meine auf das „gesamte Setup“ zu werfen:

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Eine kleine Auswahl an USB-Sticks für die verschiedenen Musikgeschmäcker je nach Tagesform liegen schon bereit. Zeit für ein Feierabendbierchen und eine Runde Billard… 🙂

#6 – Pool Party

Wie das so ist mit Kindheitsträumen gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten, wenn man langsam erwachsen wird: Entweder man lebt sie oder sie geraten in Vergessenheit und werden unter Umständen nie in Erfüllung gehen…

Preisfrage: Was verbirgt sich hinter dieser Tür?

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Nur ein Tipp: Wer jetzt bei dem Titel des Blogartikels an Sommer und große Wasserbecken denkt, an denen Cocktails geschlürft und braun gebrannte Bäuche emporgeragt werden, liegt leider falsch.

Trommelwirbel… TADA! Ein Billardtisch 🙂

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Dieses schöne Stück habe ich bei einem Billardladen in der Münchner Gegend erworben. Der „Clubmaster“ kommt von der Firma Buffalo aus dem orangenen Land der Holzschuhe und der vielen Wohnwagen.

Die Lieferung und der Aufbau gestalteten sich problemlos, da die Monteure sich gut einen halben Tag lang Zeit genommen haben um den Tisch aufzubauen und korrekt zu justieren (Höhe, Abstände zur Wand, Ausrichtung der Füße, …).

Mit seinen 285 x 158 cm und knapp 500 kg ist der Tisch nicht gerade ein zierlicher Zeitgenosse, hier nochmal ein Eindruck:

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Das Thema Beleuchtung war eine größere Herausforderung, da zu dem Zeitpunkt wo die Lampe (im Optimalfall sollte natürlich eine spezielle Billardlampe verwendet werden, die den ganzen Tisch gleichmäßig ausleuchtet) geliefert wurde, der Billardtisch schon stand. Dennoch muss die Lampe ja irgendwie – möglichst zentral und in der korrekten Höhe – über dem Tisch angebracht werden. Erschwerend kommt hinzu, dass die Decke nur aus Rigipsplatten besteht und die Lampe doch ein paar Kilo wiegt.

Zusammen mit meinem Vater galt es diese Challenge zu meistern. Die Grundidee war gut: Ein Gerüst über den Tisch aufbauen um somit mittig die Lampe an der Decke mit Hohlraumdübeln anbringen. Leider stellte sich sehr schnell heraus, dass das für den Aufbau angedachte Malergerüst ein paar cm zu schmal war, so mussten zuerst eigene Holzplanken gebastelt werden. Anschließend konnte die Lampe aufgehängt und extra helle LED-Birnen (11,6 Watt) eingesetzt werden, ich denke das Ergebnis kann sich sehen lassen:

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Auch bei der Verkabelung musste etwas getrickst werden, da das Anschlusskabel der Lampe sehr kurz war und nicht bis zu dem aus der Decke ragenden Kabelanschluss gereicht hätte.

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Bevor man nun loslegen und „eine ruhige Kugel“ schieben kann ( 😀 ), sollte man noch den Tisch „einzeichnen“. Damit sind die Linien und Punkte gemeint, welche sich üblicherweise auf einem Billardtisch befinden.

Im „Werkszustand“ befinden sich auf dem Tuch des Billardtischs nämlich keinerlei Linien oder Punkte. Theoretisch kann man auch so darauf spielen, allerdings weiß man dann nie an welcher Stelle z.B. der Pulk (das Dreieck mit den Kugeln) aufgebaut werden muss.

Tisch ohne Einzeichnung:

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Grundsätzlich hängt es von der Spielart ab, welche Einzeichnungen benötigt werden. Neben dem klassischen 8-Ball (also die „Halben“ und die „Vollen“) gibt es nämlich auch noch viele weitere Pool-Billard-Varianten, die andere Markierungen benötigen.

Da ich möglichst flexibel bleiben und den Tisch, bzw. das Tuch möglichst gleichmäßig auf beiden Seiten abspielen möchte, habe ich mich dazu entschlossen nur einen Kopf- und einen Fußpunkt einzuzeichnen. Prinzipiell gilt, je weniger man auf dem Tisch rumkritzelt umso besser bzw. schonender ist es für das Tuch.

Der Kopf- und der Fußpunkt befinden sich jeweils am zweiten „Diamanten“ (so werden die weißen Punkte auf der Bande des Billardtischs genannt), also hier muss die Markierung hin:

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Nur wie macht man das am besten? Die perfekte Lösung – also so wie das wohl ein professioneller „Billardtischtucheinzeichner“ (eine Stelle auf die ich mich in meinem nächsten Leben bewerbe 🙂 ) macht – habe ich nicht gefunden, häufig werden Schnüre oder Ähnliches verwendet. Da ich kein Stück Schnur im Haus finden konnte, habe ich mich für ein Überbleibsel unseres Bodenverlegers entschieden: Ein paar Stücke von unseren Sockelleisten 😉

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Die längste Sockelleiste ist gute 250 cm und passt so ziemlich genau auf die lange Seite des Spielfelds. Die beiden kurzen Stücke sind 61 und 69 cm lang und passen somit perfekt auf die kurze Seite des Spielfelds. Dabei bleibt exakt ein Zwischenraum für die lange Leiste, sodass ich einen Punkt einzeichnen kann – Schicksal oder Glück? 🙂

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Mit Hilfe der Leisten lässt sich der Kopfpunkt (wird durch ein kleines „+“ gekennzeichnet) prima einzeichnen. Häufig werden diese Markierungen mit schwarzem Edding eingezeichnet, aber ich habe mich dann doch für die harmloserer Variante (dicker, weicher Bleistift) entschieden.

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Auch das Ergebnis kann sich sehen lassen:

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Das gleiche Prozedere wiederholt man jetzt für den Fußpunkt, der liegt genau gegenüber auf der anderen Seite des Tischs jeweils am zweiten Diamanten.

Anschließend kann eine erste Partie Billard gespielt werden. Moment, da fehlt doch noch was…? Richtig, neben dem Tisch braucht man auch Queues und Kugeln sowie weiteres kleines Zubehör zum Spielen – gehen wir die Sachen mal kurz durch (nur um sicher zu gehen, dass auch alles da ist 🙂 ).

Das wohl wichtigste Zubehör sind die Queues. Ohne diese holzigen Kameraden wäre ein Billardspiel schlicht und einfach nicht möglich. Für viele mag das nur ein „Stock“ sein, aber sie wirken sich weit mehr auf das eigentliche Spiel aus als so manch einer vermuten würde. Ein Queue ist mit einem Stück Leder an der Spitze ausgestattet. Dieses sollte von Zeit zu Zeit (im Optimalfall nach jedem Stoß) mit etwas Kreide gekreidet werden, so erhöht sich die Griffigkeit auf den Spielball (die weiße Kugel).

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Natürlich ist es für die Queues nicht gut, wenn sie einfach so durch den Raum fliegen, während sie nicht gebraucht werden…

Wie durch Zauberhand (bzw. durch den Einsatz von Bohrer, Dübel und Schrauben) stehen bereits einige Queues in einem Queuehalter an der Wand. Die meisten von ihnen sind Standard-Modelle, welche für das normale Spiel verwendet werden. Eines der Queues ist ein sog. Break-Queue (ugs. auch „Breaker“ genannt), dieses wird nur zum Anstoß („Break“) verwendet, um die Lederspitze der anderen „Spiel-Queues“ zu schonen.

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Ebenso sind zwei „Hilfs-Queues“ mit im Repertoire und spitzen oben aus dem Queuehalter hervor. Eines davon (das mit den langen Beinen) wird im Billard-Jargon „Spider“ genannt, das andere hat die Form eines „X“ und wird von fast allen Billardspielern schlicht und einfach „Oma“ genannt. Über den Ursprung dieses Begriffs gibt es viele Diskussionen, allerdings weiß keiner so recht, woher dieser Begriff kommt. 😉

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Neben den Queues wird auch noch weiteres Zubehör benötigt. Damit das auch nicht durch die Gegend fliegt, habe ich es auf einem kleinen Regal zusammengefasst:

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Nicht weniger wichtig als die Queues sind die Kugeln, denn ohne die rollt beim Billard nichts 😉

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Kugeln gibt es in verschiedenen Größen und Ausführungen. Eine normale Pool-Billardkugel besitzt einen Durchmesser von 57,2 mm und wiegt 170 g. Ein Satz Kugeln kostet je nach Qualität zwischen 35 – 270€.

Neben Kugeln und Reinigungszubehör findet sich hier auch ein trigonometrischer Bekannter: Das Dreieck! Prinzipiell kann man das immer noch zum Aufbauen der Kugeln verwenden, ich persönlich bevorzuge allerdings ein MBR („magic ball rack“). Ein – abgekürzt – „magic rack“ ist eigentlich nur eine Plastikschablone, welche die einzelnen Kugeln beim Aufbau – analog dem Dreieck – möglichst eng aneinanderpressen soll. Die kleinere Variante des MBR wird für 9- und 10-Ball (zwei Pool-Billard-Variationen) verwendet.

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Nun ist es so weit – das erste „Rack“ wird aufgebaut. Hierzu wird das Magic Rack mit einer Spitze voraus auf den zuvor eingezeichneten Fußpunkt gelegt.

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Bereits an dieser Stelle kann man die Vorteile des Magic Racks erkennen: Die Kugeln liegen „press“ (ohne Zwischenraum) aneinander. Diese Genauigkeit wäre mit dem Dreieck nur schwer – oder nur nach mehreren Versuchen – hinzubekommen.

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Kugeln aufgebaut, Queues gekreidet, jetzt kann es losgehen 🙂

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Nach dem Break kann das Magic Rack weiter auf dem Tisch liegen bleiben, oder – sobald sich keine Kugel mehr darauf befindet – einfach weggenommen werden.

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Macht Spaß! 🙂

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Zwischendrin das Kreiden nicht vergessen!

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Eine andere Pool-Billard-Variation ist „9-Ball“. Hierbei kommt das kleine Magic Rack zum Einsatz und anstatt von „Halben“ und „Vollen“ werden einfach die Kugeln der Reihe nach (1-9) versenkt. Das Break (der Anstoß) muss nicht zwingend von dem von uns eingezeichneten Kopfpunkt erfolgen. Die weiße Kugel muss lediglich hinter einer – auf meinem Tisch gedachten – Linie zwischen dem jeweils zweiten Diamanten der langen Bande von der Kopfbande aus liegen. Ich z.B. bevorzuge es beim 9-Ball von der Seite zu „breaken“.

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Eigentlich könnte ich an dieser Stelle aufhören zu schreiben und einfach die nächsten Stunden mit Billard spielen verbringen 😉

Leider ist es wie überall im Leben: Wenn man seine Sachen länger haben möchte, sollte man gut Acht darauf geben. Der Billardtisch ist natürlich auch keine Ausnahme und bedarf etwas Pflege.

In regelmäßigen Abständen sollte der Tisch mit einem Staubsauger mit Teppichbürste auf niedriger Saugstufe abgesaugt werden um Kreidestaub und sonstige Verschmutzungen zu entfernen.

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Manchmal kann es auch vorkommen, dass sich die Kreide etwas tiefer in das Tuch gefressen hat. Für solche Fälle gibt es eine spezielle Bürste.

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Brav machst du das! 🙂

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Auch die Kugeln werden durch das Spielen in Mitleidenschaft gezogen. Gerade die weiße Kugel, die ja stets mit der mit Kreide bestäubten Lederspitze des Queues in Kontakt kommt, hat nach dem Spielen einige „Gebrauchsspuren“:

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Aus diesem Grund sollten die Kugeln mit einem Mikrofasertuch und einem speziellen Ballreiniger auch etwas Aufmerksamkeit bekommen.

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Anschließend können die Kugeln wieder in ihrer Verpackung verstaut werden.

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Um zu vermeiden, dass der Tisch bei Nichtgebrauch nicht einstaubt oder sich sonstiger Dreck auf dem Tuch fängt, kann man noch eine Abdeckplane drüberlegen.

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In diesem Sinne: „Gut Stoß“ und bis bald… 🙂

#5 – Euro-Münzprüfer für INDY

Oder: Wer verwendet denn heutzutage noch D-Mark?!

Während ich diesen Blogeintrag so schreibe fällt mir auf, dass ich euch noch gar nicht meine neueste Errungenschaft vorgestellt habe – einen Indiana Jones Flipper! 🙂

=> Eine perfekte Ergänzung – wenn nicht das Highlight – für mein Zockerzimmer 😉

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Keine Angst, eine detaillierte Vorstellung folgt definitiv, aber wohl leider erst nächstes Jahr in einem eigenständigen Artikel. Da wir uns gerade erst am Einleben ins Eigenheim befinden, ist nicht ganz so viel Zeit…

Trotzdem – wie könnte man der Versuchung widerstehen, an dem blinkenden, krachmachenden Ding im Keller herumzuspielen? 😉

Nun, leider ist man selbst (oder gerade) bei der Ausübung von Hobbys und Freizeitbeschäftigungen nicht vor Ausgaben gefeit, so möchte auch mein Flipper – bevor irgendwas geht – Euros von mir… Oder doch nicht? Zumindest spuckt er mir mein 1€-Stück eiskalt durch die Münzausgabe wieder entgegen. Bei einem genaueren Blick auf die Einlegeschildchen wird dann alles klar: D-Mark ist die Währung der Wahl! Eigentlich kein Wunder, der Flipper wurde ja auch 1993 zu Hochzeiten der DM gebaut, bzw. auf “deutsche Verhältnisse” umgerüstet.

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=> So ein Mist – nichts ist es mit einer ersten Runde “flippern”…

Zugegeben, eine sehr einfache Lösung wäre es, den Flipper über die Einstellungen auf “Freispiel” umzustellen. Allerdings wäre das ja auch irgendwie zu einfach, da geht ja das ganze “Nostalgie-Feeling” durch Einwurf einer Münze verloren… 😉

Wer jetzt aufgepasst hat weiß, dass es heute um das Thema Hartgeld geht. Im Detail nur bedingt um Münzen, sondern vielmehr wie diese geprüft werden. Das Zauberwort heißt Münzprüfer!

Münzprüfer gibt es schon sehr lange und in verschiedenen Formen. Heutzutage werden fast ausschließlich elektronische Münzprüfer (oder gleich ganze Systeme, welche auch Geldscheine akzeptieren können) verwendet. Die Vorteile sind klar: Nur ein Münzschlitz, welcher unterschiedliche große Geldstücke annehmen kann, erweiterte Prüfmethoden und nicht zuletzt ein geringerer Platzbedarf.

In älteren Automaten wurden jedoch sehr häufig noch mechanische Münzprüfer verbaut. Diese prüfen in der einfachsten Form nur die Größe und Dicke der Münze (durch die Größe des Münzeinwurfschlitz). In etwas besserer Form (wie z.B. in meinem Flipper) werden neben dem Durchmesser auch das Gewicht, die Größe sowie die magnetische Permeabilität (elektrische Leitfähigkeit der Münze) überprüft. Eine ganz nette Erklärung und Historie hierzu lässt sich in der “Welt der Jukeboxen” finden.

Fun Fact: Einer der wenigen Vorteile eines mechanischen Münzprüfers: Er braucht keinen Strom 🙂

Wie löse ich jetzt mein Problem? Leider sind diese mechanischen Münzprüfer exakt für bestimmte Währungen produziert worden (in meinem Fall DM). Im Internet gibt es zwar zahlreiche Anleitungen wie man mechanische DM-Münzprüfer auf €-Annahme umstellt, allerdings geht das nicht mit jedem Modell und erfordert viel Zeit (und Fingerspitzengefühl) 😀

Eine “sauberere” Lösung wäre es wohl gleich €-Münzprüfer einzubauen. Bezugsquellen hierfür stehen – nicht zuletzt dank der großen Gemeinde an Liebhabern älterer Geräte wie Flipper oder Spielautomaten – noch ausreichend zur Verfügung, ich habe meine allerdings etwas günstiger über ein Flipperforum gekauft. Die drei Prüfer stammen im Übrigen von der Firma “Coin Controls” aus Royton Oldham im Brexit-Land welche auch heutzutage noch Münzprüfer und Geräte für Bezahlungssysteme produziert.

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Mit dabei waren gleich passende Einlegeschildchen, damit der dumme Kunde auch weiß, welches Futter der jeweilige Prüfer haben möchte 🙂

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Um die guten Stücke zu tauschen, muss man erst mal an sie herankommen. Die Münzprüfer des Flippers sind in, bzw. hinter der Kassentür verbaut (Gott sei Dank hab’ ich den passenden Schlüssel).

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Oha, da hängt ja doch noch einiges mehr dahinter als erwartet. Die Prüfer selbst sind nicht verkabelt – lediglich der Kontakt, wenn eine Münze als “gültig” erkannt wurde muss dem Flipper mitgeteilt werden, sodass er weiß, wann ein Spiel beginnen darf. Für das richtige Flair sind die Münzeinwurfschlitze natürlich auch beleuchtet und erzeugen so weiteren Kabelsalat. Neben den Münzprüfern befindet sich hier auch die Eingabetafel. Über diese Knöpfe werden Serviceeinstellungen vorgenommen, dazu später mehr.

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Nun zu den Münzprüfern. Diese sind über kleine Drahtbügel (am oberen Bildrand erkennbar) gesichert und werden jeweils von einem Plastikhebel an ihrer Position gehalten.

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Durch Hochklappen der Plastik-Halterung kann der Münzprüfer anschließend mit etwas Fingerspitzengefühl aus der Haltevorrichtung entfernt werden.

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Nach zwei weiteren Durchgängen hat man alle drei Prüfer ausgebaut. Schon ironisch wie auch die DM-Münzprüfer von Coin Controls stammen. Nur der 1€-Prüfer ist von einer Firma Suzo über die ich wenig in Erfahrung bringen konnte. Laut Aufkleber wurde der Prüfer sogar mal umgerüstet (geht im Allgemeinen mit 1DM-Prüfern etwas leichter), aber meine 1€-Stücke hat er nicht angenommen. Vielleicht ist er nur verstellt, wer weiß – wir werden es nie erfahren 🙂

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Bevor man jetzt die neuen Münzprüfer einbaut, sollte man unbedingt daran denken gleich die Einlegeschildchen zu tauschen, denn wie ich schmerzhaft feststellen musste, ist es danach deutlich schwieriger an die Halterungen der Einlegeschildchen heranzukommen. 😉 Hierzu müssen drei – teilweise etwas versteckte – Schrauben am oberen Teil der Münzprüferhaltung gelöst werden.

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Der eigentliche “Einlegeschildchenhalter” (ist das überhaupt ein Wort?) kann dann einfach “geknackt” werden, denn er besitzt eine Vertiefung im Deckel:

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Öffnet man diese können die neuen Schilder einfach von einer beliebigen Seite hineingeschoben werden.

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Das Einbauen der Halter kann dann etwas nervenaufreibend sein, da sie mit einer Feder auf Spannung gehalten werden müssen. Hintergrund: Über einen Druck auf den “Einlegeschildchenhalter” sollen (!) hängengebliebene Münzen wieder über den Rückgabeschacht ausgegeben werden. Fertig – sieht gut aus! 🙂

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Nun nur noch die neuen Münzprüfer wieder in umgekehrter Reihenfolge einbauen. Sicherheitshalber mache ich mir immer von jedem einzelnen Schritt ein Bild, damit ich das Ganze auch wieder zusammen bekomme (außerdem lassen sich die Bilder auch prima in einem Blogartikel verarbeiten 😀 ). Jetzt kann aber losgeflippert werden, oder?

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Ein erster Test nach dem Anschalten des Flippers: Ernüchterung 🙁 Die Beleuchtung der Münzprüfer funktioniert zwar, aber der mittlere Münzschacht bleibt dunkel.

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Nach einer kleinen Inspektion ist der Übeltäter schnell gefunden:

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Glücklicherweise wurde der eingesetzte Birnentyp häufig verwendet und wie es der Zufall will habe ich noch eine passende Birne hier rumliegen. Jetzt sieht es gut aus! 🙂

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Aber jetzt kann ich doch losflippern oder? Leider wieder falsch, denn leider musste ich feststellen, dass der – ursprünglich mal für 50 Pfennig gedachte – Münzschlitz etwas kleiner als seine beiden Brüder ist. Blöd nur, dass ein 50 Ct. Stück deutlich größer ist und somit nicht mehr durch den Schlitz passt…

Da hilft nur eins – vergrößern 🙂 Mit Hilfe einer Schlüsselfeile lässt sich der Schlitz gut bearbeiten. Im Nachhinein betrachtet wäre es wohl besser gewesen den Münzschlitz nicht direkt in der Kassentür zu bearbeiten, um die Mechanik dahinter nicht mit Staub und kleinen Plastikteilchen zu beeinträchtigen, aber ich hatte zu diesem Zeitpunkt einfach keine Lust mehr alles nochmal auszubauen…

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Jetzt aber – das Geldstück geht durch – Success!!!

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Aber jetzt kann doch endlich geflippert werden… ODER?!?!

Leider immer noch nicht, denn der Flipper muss noch konfiguriert werden, sodass er korrekt reagiert, wenn das entsprechende Geldstück eingeschmissen wird. Erinnert sich noch jemand an die roten und schwarzen Taster in der Kassentür? Diese kommen jetzt zum Einsatz. Über einen “Klick” gelangt man in das Einstellungsmenü. Hier kann man sich über die roten Taster bis zu den Krediteinstellungen durchhangeln:

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Da der Flipper zu “Nicht-€-Zeiten” gebaut wurde, lassen wir ihm in dem Glauben er liefe noch mit DM (eine €-Auswahl ist nicht möglich). Ich denke die Tatsache dass die Buchhaltungsdaten dann in DM geführt werden kann ich verkraften 😉

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Anschließend muss noch der Tarif eingestellt werden. Mit diesen Optionen wird gesteuert, wie “teuer” ein Spiel ist. Da es keine €-Option gibt, habe ich eine französische Einstellung (mit der Währung Franc) gewählt, die passt prima für mein “Drei-Münzprüfer-Szenario”.

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Zuletzt muss noch der Münztyp eingestellt werden. Dieser Schritt ist wichtig, denn stellt man hier Blödsinn ein, müssten ggf. mehrere Geldstücke eingeworfen werden um zu spielen, da der “Geld-zu-Spiel-Umrechnungskurs” dann nicht passen würde. Hier tun wir einfach mal so als wären 50 Ct. => 1 DM, 1€ => 2 DM und 2€ => 5 DM.

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Nach Verlassen des Einstellungsmenüs möchte der Flipper dann tatsächlich Geld von mir. Hoffentlich frisst er die Münze diesmal…

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Tatsächlich! Mein 50 Ct. Stück wird erkannt und ich habe mir ein Spiel erkauft 🙂

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==> ABER JETZT! Jetzt kann geflippert werden! Ich bin dann mal weg… 😀

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Naja, ganz so einfach ist es dann leider doch nicht. Gerade der 50Ct. und der 2€ Prüfer laufen noch recht hakelig und weisen hin und wieder auch mal eine Münze ab (oder noch schlimmer, sie bleiben stecken). Mit viel Feingefühl können die Prüfer auch justiert werden, dafür reicht die knappe Zeit dieses Jahr aber nicht mehr. Dazu gibt’s vielleicht nächstes Jahr noch ein Update – to be continued… 😉

#4 – NES USB Tool

Frei nach dem Motto: “Ich hatte keine Wahl…”

Was passiert, wenn man durch einen anstehenden Umzug gezwungen ist die restlichen Teile der Bastelkiste zu entsorgen?
Einfach so wegschmeißen? Oder doch noch versuchen etwas daraus zu machen?

=> Da gibt es – IMHO – eigentlich nur eine richtige Antwort 😉

Leider gibt der Fundus nicht mehr gerade viel her. Auf den ersten Blick wäre da ein USB 3.0-Kabel. Ich bin mir gerade gar nicht mehr sicher bei welchem Bastelprojekt das übriggeblieben ist, aber wenn es hier gelandet ist, wird es wohl niemand vermissen 😉
Auch die Hülle eines NES-Spiels (also ein Spielmodul des Nintendo Entertainment Systems) hat sich auf die Resterampe verirrt: “Rad Racer” – vielleicht lässt sich ja auch noch was Irres aus dem Ding basteln? 🙂

Ich musste ganz schön überlegen, bis mir was halbwegs Sinnvolles (und nicht zeitlich zu aufwändiges) eingefallen ist, aber dann kam mir der entscheidende Gedanke: Ein SD-Kartenleser könnte perfekt in den Schlitz, in welchem eigentlich sonst eine Platine steckt, passen.
Aber nur ein stinknormaler SD-Kartenleser ist ja auch Quatsch, mittlerweile sind die Speicherkarten ja sowieso viel kleiner und heißen Micro-SD. Und ein oder zwei USB-Ports wären auch schön…

Nach etwas Recherche habe ich einen – von der Größe her gut passenden – Kartenleser mit USB-Ports gefunden. Das Ausfräsen des Moduls sowie ein Bild meiner zusammenklebten Finger erspare ich euch an dieser Stelle einfach mal, springen wir lieber gleich zum Ergebnis 😉

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Schaut “von oben” erst mal relativ normal aus (bis auf das – erstaunlich massiv gebaute – USB-Kabel, versteht sich).

Erst ein Blick auf die Front verrät die eigentlichen Funktionen:

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Die schwarzen Plastikecken stammen im Übrigen von einem – nun nicht mehr benötigten, defekten Festplattengehäuse (siehe #3 – SNES-HDD) 😉

Im Nachhinein betrachtet war das Ganze nicht die schlechteste Idee, denn der interne Kartenleser meines PCs hat erst kürzlich den Geist aufgegeben und ich war zu faul die Kiste aufzuschrauben und mir einen neuen internen Kartenleser zuzulegen (das ist ja sowieso voll retro 😉 ).

#3 – SNES-HDD

Preisfrage: Was bin ich?

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Wenn du jetzt auf ein SNES-Modul getippt hast, dann liegst du zumindest teilweise richtig! 😉

Sieht doch eigentlich ganz normal aus, oder?

Mal genauer inspizieren… Auch die Rückseite sieht relativ normal aus!

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Moment – was ist das? Da fehlt ja die Platine! Lediglich eine Metallabdeckung ist zu sehen… Merkwürdig.

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Und an der Seite ist eine Buchse?

Die Ausfräsung dafür ist aber sehr unsauber – wer auch immer das gemacht hat, sollte sich schämen!

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Mal sehen, ob man da wirklich etwas anstecken kann…

Tatsächlich! Ein normales USB3.0-Kabel passt in die Buchse:

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Und dann leuchtet da noch so eine seltsame blaue LED…

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Was das wohl zu bedeuten hat? Am besten gleich mal am PC einstöpseln…

Und tatsächlich, das SNES-Modul wird vom PC erkannt – scheint so als wäre eine Festplatte verbaut – wow 1TB Speicherplatz, jetzt gibt es keine Ausrede mehr für die Digitalisierung der alten Urlaubsbilder 😉

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Fun Fact: Die Kapazität von 931GB entspricht ungefähr der gleichen Kapazität wie 690.829 Stück 3,5″-Disketten liefern würden – vor noch nicht allzu langer Zeit eine schier unvorstellbare Menge an Daten, heutzutage reicht’s nicht mal um einen Tag HD-Fernsehprogramm aufzuzeichnen 😀

#2 – Pokémon Sammelalbum

Bei der Vorbereitung für den Umzug in unser Eigenheim bin ich auf einen (wenn man den ideellen Wert betrachtet) wahren Schatz gestoßen: Mein Pokémon Sticker-Sammelalbum von Merlin aus dem Jahre 1999 🙂

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Wahnsinn! 🙂

Kurz durchgeblättert – einige lose Seiten (das lässt sich flicken) aber ansonsten in einem erstaunlich gut erhaltenen Zustand, wenn man bedenkt, dass ich das Teil irgendwo zwischen Kuscheltieren, Lego und anderen Relikten aus vergangenen Tagen vom Dachboden gerettet habe.

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Auch der “Füllungsgrad” ist erstaunlich hoch. Gerade die glitzernden Sticker waren damals (nicht nur auf dem Pausenhof) sehr begehrt und kaum zu bekommen.
=> An dieser Stelle herzlichen Dank an meine Mutter, die mir damals (Weihnachten oder Geburtstag 2000) extra vom Merlin-Verlag alle fehlenden (und das waren einige) Glitzer-Sticker bestellt hat 😉 Gerade diese wären wohl heute kaum mehr zu bekommen…

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Sogar das Poster mit allen Hauptcharakteren ist noch vorhanden und vollständig! 😀

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Auf der letzten Seite hat wohl jemand (*hüstel*) seiner Kreativität freien Lauf gelassen und die komplette Seite mit weiteren Pokémon-Stickern (die eigentlich nicht für dieses Album gedacht waren) zugepflastert:

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Soweit so gut, und jetzt die “Preisfrage”. Was soll man damit anstellen?

Preislich lässt sich daran nichts verdienen, je nach Zustand werden vollständige Alben für um die 20€-50€ angeboten – aber das ist nicht der Punkt.
Wie kann man als jung gebliebener Erwachsener der Versuchung auf Stickerjagd zu gehen widerstehen? Vermutlich würde diese Frage jeder normale Mensch mit “ganz einfach” beantworten – aber ich kann das nicht 🙂 Es ist ein Teil meiner Kindheit, und vielleicht lässt sich so auch ein weiteres Kapitel abschließen. CHALLENGE ACCEPTED!

Also – zweiter Durchgang, nochmal durchblättern. Dabei fällt mir auf, dass auch auf den Seiten, auf welchen die Entwicklungsreihen einiger Pokémon aufgeführt sind, Sticker fehlen.

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Eine erste Analyse ergab: 22 Stück fehlen. Da hilft nur eins: Nummern notieren!

Es fehlen die Nummern 13, 19, 23, 24, 41, 43, 45, 47, 99, 102, 116, 123, 131, 146, 158, 165, 173, 174, 200, 202, 203 und 209.

Und dann ging die Recherche los… Ob eine Vervollständigung nach knapp 20 Jahre nach dem “Hype” dieser Dinger noch möglich ist? Ich bin mal optimistisch und sage ja 😀

Allerdings darf das Ganze auch keine Unsummen verschlingen, schließlich sind es ja nur Aufkleber. => Finanzielles Ziel gesetzt: Max. 15€ ausgeben.

Auf der deutschen eBay-Seite habe ich einen netten Händler gefunden, welcher gleich mehrere von meinen gesuchten Stickern parat hatte, diese aber jeweils in Paketen von 8 Stück verkaufen wollte. Nach einer Kontaktaufnahme haben wir uns darauf geeinigt, dass ich ein “8er-Päckchen” ersteigern solle und wir danach das mit den restlichen Stickern klären.

Gesagt, getan! Ich konnte das Paket mit 8 Aufklebern für 1€ (+0,90 Ct. Versand) ersteigern – außer mir sind wohl nicht zu viele Leute auf der Suche nach Pokémon-Aufklebern aus den 90ern 😉 Anschließend, haben wir uns über die restlichen Sticker geeinigt. Insgesamt hatte der gute Mann 18 von den 22 Stück die mir fehlten, und ich habe für diese 18 letztendlich 3,65€ inkl. Versand bezahlt – ein meiner Meinung nach sehr guter Anfang!

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Das Einkleben macht immer noch so viel Spaß wie früher, manche Dinge ändern sich wohl nie:

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Leider war bei einigen Stickern die Klebefläche schon so stark eingetrocknet, sodass die Bilder nicht mehr richtig kleben wollten. Ich denke nach 20 Jahren kann man dem Hersteller keinen Vorwurf machen 😉 Leider hatte ich keinen “Uhu” zur Hand, aber im Falle eines Falles, klebt… Pritt? auch einfach alles.

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Die Suche nach den letzten vier Stickern gestaltete sich dann schon etwas schwieriger… Auf allen Verkaufsplattformen, die solchen Quatsch überhaupt noch anbieten, konnte ich nicht die sehnlich ersuchten letzten vier Stück finden 🙁

Spiel, Satz, Niederlage, oder wie Team Rocket sagen würde: “Das war mal wieder ein Schuss in den Ofen”!

Doch aufgeben ist nicht drin, da hilft nur eins – international denken! In Zeiten der Globalisierung sollte das doch kein Problem sein – oder? 🙂

Und tatsächlich – über die internationalen eBay-Seiten ließen sich doch passende Angebote finden! Leider aus sehr unterschiedlichen Herkunftsländern. Das bedeutet jedes Mal eigene Versandkosten – Gott sei Dank sind die Sticker schmal und können als normaler internationaler Brief versendet werden, aber seht selbst:

“Arktos” und “Rossana” kamen – trotz ihrer eisigen Beschaffenheit – direkt vom Ballermann aus Spanien zu mir (3,43€ inkl. Versand):

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“Dodu” wollte nur sich nur am Gardasee in Italien blicken lassen (2,54€ inkl. Versand):

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Und last but not least – der letzte mir fehlende Sticker (wie könnte es anders sein):
Das gute alte “Pikachu” kam direkt aus den französischen Alpen eingeflogen (1,99€ inkl. Versand):

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Es war nicht leicht, aber letztendlich konnte ich – nach knapp 20 Jahren “sammeln” – dann doch mein vollständiges Album bewundern:

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Auch finanziell bin ich unter dem gesetzten Limit geblieben (Gesamtkosten: 11,61€).

Enton gut, alles gut 🙂

#1 – IBM Type 011

Seit einiger Zeit bin ich nun schon auf der Suche nach einem originellen Geschenk für eine Arbeitskollegin, welche bald ihren verdienten Ruhestand antritt.

Da sie früher selbst noch Lochkarten gestanzt hat und im IT-Bereich tätig ist, kam mir die ideale Idee: Eine gestanzte Lochkarte mit persönlicher Widmung! 🙂

Die Idee war da – soweit so gut. Jetzt der knifflige Teil: Wie macht man sowas? Leider ist mir kein Werkzeug bekannt, welches die schönen “IBM-typischen” rechteckigen Löcher in eine 80-stellige Lochkarte möglichst originalgetreu stanzen kann 🙁

Erste Versuche mit einem angeschliffenen Schraubenzieher lieferten prinzipiell gute Ergebnisse, leider war die Genauigkeit (gerade der Abstand zwischen den einzelnen Spalten) ein großes Problem. Die Wahrscheinlichkeit, dass man einen Fehler “stanzt” war einfach zu groß und man müsste immer wieder nachschleifen.

Letztendlich blieb damit nur eine Lösung: Ein originaler elektromechanischer IBM Lochkartenlocher. Doch wo findet man sowas heutzutage noch außerhalb eines Museums? Leider kaum bis gar nicht. Selten wird ein Gerät auf eBay zu Mondpreisen (über 1.000€) angeboten – so viel ist mir die “Spielerei” dann doch nicht wert.

Tatsächlich scheint sich das Motto “wer suchet der findet” von Zeit zu Zeit zu behaupten! 🙂 In diesem Fall dauerte es mehrere Monate bis ich tatsächlich ein passendes Angebot gefunden hatte. Der Verkäufer erzählte mir er sei der Sohn eines ehemaligen IBM-Angestellten, welcher zum Ende der Lochkartenära das Gerät mit nach Hause genommen hatte. Nach einigem Hin- und Her (sowie einem netten Plausch über die gute alte Zeit) wurden wir uns einig und ich fuhr zu einer Oldtimershow wo die Übergabe stattfand. Lange Rede – kurzer Sinn:

Darf ich vorstellen? Eine IBM Type 011:

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Der erste Eindruck ist soweit ganz gut. Das Teil braucht definitiv einiges an “Liebe”, der Zahn der Zeit hat natürlich seine Spuren hinterlassen, aber insgesamt ist nichts verbastelt oder notdürftig repariert. Und es ist fast vollständig, lediglich eine Taste fehlt. Das Baujahr lässt sich nur schwer erahnen – es gibt online kaum Infos darüber. Die Seite des Computer History Museums sagt dazu 1928, jedoch ist diese Angabe sehr ungenau, da erst 1928 die 80-stelligen Lochkarten von IBM etabliert wurden (vielen Dank an die Columbia University in New York).

Da ich es ganz genau wissen wollte, habe ich noch einige Anfragen an IBM-Museen in Übersee, England und good ol’ Germany gestartet. Leider konnte keine Institution ein exaktes Baujahr ermitteln, bzw. selbst die ältesten – noch nicht verstorbenen 😉 – Spezialisten der IBM konnten den Zeitraum nur auf 1928 – 1939, (ich zitiere “wahrscheinlich irgendwann vor dem 2. Weltkrieg”) eingrenzen. 😀

Auf der Suche nach weiteren Informationen war mir ein Mitarbeiter der IBM in England behilflich. Er verwies mich auf ein – in den (Un)tiefen des Internet verstecktes – “Service Manual” hin, welches einige interessante Informationen, Skizzen und Fehlerbeschreibungen enthält.

Aber wer hat schon Lust zu lesen, wenn er eine Maschine vor sich stehen hat? 😉 Also ran an den Speck: Bei einer ersten Erkundung des Geräts bin ich auf eine Plakette an der Vorderseite gestoßen:

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Die “71” steht hierbei für den Ländercode von Deutschland (vielen Dank an die Spezialisten vom IBM-Labor in Hursley). Eine weitere Plakette auf der Unterseite verrät, dass das Gerät wohl ursprünglich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gebaut wurde:

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Gut, dass ein europäisches Netzteil mit eigener Plakette dranhängt:

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Ein kurzer Funktionstest ergab, dass sich da nicht mehr viel bewegen lässt. Scheint fast so als säße die Schiene, welche die einzelnen Spalten der Lochkarte rückwärts “abfahren” soll, fest:

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Auch das beste Öl ist nach einigen Jahrzehnten nicht mehr flüssig 😀 Problem erkannt und beseitigt, Schiene – mit viel Geduld – gesäubert:

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Der anschließende Funktionstest hat mich dann umgehauen: Tatsächlich ließen sich alle 80 Spalten einwandfrei stanzen und das Ergebnis kann sich echt sehen lassen! So dürfte die Erstellung der Karte für meine Kollegin kein Problem mehr sein 🙂

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Hier noch ein Bild nach Abschluss der ersten Grundreinigung. Mit viel Geduld und dem richtigen Reiniger lässt sich da bestimmt noch einiges machen, aber da fehlt mir aktuell die Zeit. Die fehlende Taste wurde im Übrigen durch eine Mutter mit aufgesetzter Ventilkappe eines Autoventils ersetzt 😉

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Bevor ich es vergesse: Bei dem Gerät war noch ein “Lochkartenhalter” mit einigen gestanzten und noch nicht gestanzten Lochkarten dabei – sexy 🙂 Am Boden waren die Initialen des Vaters des Verkäufers mit einem spitzen Gegenstand eingraviert – schönes Andenken aus einer anderen Zeit!

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=> Vielleicht gibt es dazu irgendwann nochmal einen Artikel wenn ich das Ding komplett gereinigt und ein paar weiter Karten gestanzt habe… To be continued (?)…