Erinnert ihr euch, wie ich beim letzten Mal noch gesagt habe, dass wir endlich ein paar Games auf dem Acer PC installieren können? Tja, davon bin ich bis vor fünf Minuten auch ausgegangen, doch dann – nach einem Neustart des Rechners – und nachdem ich testweise mal 1-2 Spiele installiert hatte – kam mir dieser Fehler entgegen:

Uff, das klingt nicht gut. Wie kann das sein? Ob sich die Festplatte langsam verabschiedet? Um das zu überprüfen, habe ich in den sauren Apfel gebissen und den mehrstündigen ScanDisk durchlaufen lassen. Dieser hat auch tatsächlich einige Datenfehler gefunden und versucht sie zu beheben:
Not so fun Fact: Direkt unter Windows 98 wollte sich der ScanDisk gar nicht starten lassen. Scheinbar hat das Tool ein Problem, wenn Festplatten größer als 8 Gigabyte sind, bzw. wenn Windows auf einer FAT32-Partition installiert wurde, deren Clustergröße mehr als 32 Kilobyte beträgt. Was für ein Mist. So eine ärgerliche, bzw. dämliche Limitierung des Betriebssystems. Ernsthaft – hättet ihr das gewusst?

Leider hat der Scan das Problem nicht behoben. An dieser Stelle folgten noch zahlreiche, weitere Versuche, bis ich frustriert aufgegeben und letztendlich nochmal alles neu gemacht habe. Konkret hieß das: System mit einer Live-CD booten, Partitionen anlegen, diese FAT32 formatieren und anschließend Windows 98 samt sämtlicher Treiber und Optimierungen neu installieren. Im Endeffekt also so ziemlich alles, was in Artikel 373 passiert ist. Um nicht wieder in das Problem mit den Datenfehlern zu rennen, habe ich diesmal die Partitionen etwas kleiner angelegt und über GParted auch noch das LBA-Flag, welches die Kompatibilität mit der Festplatte erhöhen soll, hinzugefügt.

Und siehe da – bisher sind keine Fehler aufgetreten und ein weiterer ScanDisk – der jetzt dank „richtiger“ Clustergröße auch nativ unter Windows läuft – zeigt ebenfalls keine Fehler mehr. Was für eine Odyssee! xD

So – nun ist aber mal Schluss mit merkwürdigen Hard- und Softwarefehlern. Es wird endlich Zeit, ein paar Games auf den PC zu bringen. Als besondere Challenge möchte ich diesmal weniger mit virtuellen CD-Images, wie in Artikel 267 arbeiten, sondern möglichst alle Spiele ohne eingelegte CD, dafür aber mit Hilfe diverser Tricksereien (Kopieren von Dateien auf Platte, No-CD-Cracks, etc.) zum Laufen bekommen. Ein ambitioniertes Ziel, aber sonst wäre es ja auch irgendwie langweilig, oder? 😉 Den Anfang macht der Echtzeit-Strategieklassiker „Age of Empires II“.

Eine überraschend unkomplizierte Installation der Dateien von Festplatte, bzw. USB-Stick aus später, sind wir bereits mitten im Geschehen. Ich weiß nicht, ob es an der simplen, aber auch noch aus heutiger Sicht hübschen, isometrischen 2D-Grafik liegt, oder an dem repetitiven, aber beruhigendem Spielablauf – für mich hat AOE2 eine ähnlich starke Anziehungskraft wie „Die Siedler 2“.

Ein Titel, welcher auch laufen sollte, ist „Crazy Taxi“ aus dem Hause Sega. Der aus der Arcade bekannte Fun-Racer befindet sich praktischerweise auf einer Bravo Screenfun CD (04/2004), die ich besitze:

So lässt sich das Spiel recht einfach installieren und konfigurieren. Generell scheint der PC mit so ziemlich allen, rund um die Jahrtausendwende erschienenen Spielen gut klarzukommen. Die meisten Games laufen in einer Auflösung von 800×600, einige sogar mit 1024×768 oder gar 1280×1024. Die Farbtiefe sollte allerdings von 32 auf 16 Bit gestellt werden, ansonsten tut sich die Geforce schwer.
Fun Fact: In den meisten Fällen habe ich mich dazu entschieden, Spiele zu installieren, die locker auf dem System laufen müssten. Das hat den Vorteil, dass die Grafik-Einstellungen dann entsprechend hoch gedreht werden können. Tatsächlich würde auf der Mühle auch GTA 3, Vice City und mit etwas Trickserei theoretisch auch San Andreas laufen. Aber sind wir mal ehrlich: Wer hat Lust, GTA in einer Auflösung von 640×480 Bildpunkten mit ca. 10 Bildern pro Sekunde zu spielen? xD

Dank einem speziellen Patch können wir Crazy Taxi auch ohne CD spielen.

Apropos „Heft-CDs“ – das Action-RPG „Dungeon Siege“ wurde 2007 in der Computer Bild Spiele Zeitschrift verschleudert…

…und passt von den Systemanforderungen auch zu unserem Pentium III PC. Warum das Systemtest-Tool allerdings DirectX 9.0c als Voraussetzung nennt, ist mir nicht klar,…

…denn tatsächlich läuft das Spiel auch mit DirectX 8.1 – und das sogar halbwegs ruckelfrei in einer Auflösung von 1024×768. Dafür müssen allerdings in den Grafik-Einstellungen einige Parameter (Texturfilterung, Schatten, Objektdetails) entsprechend niedrig gesetzt werden.

Ähnlich ergeht es uns mit „Tony Hawk’s Pro Skater 3“. Hier rollt das Skateboard nur wirklich flott, wenn wir in 800×600 spielen und den Distanznebel einschalten, um weiter entfernte Objekte ausblenden zu lassen.

Doch selbst mit den niedrigen Grafiksettings macht das Spiel noch voll Spaß! 🙂

Deutlich schneller fährt Mr. Hawk im zweiten Teil seiner fulminanten Skateboardsimulation, die zwei Jahre zuvor erschien und sich nicht ganz so Hardware-hungrig zeigt. Hier können wir sämtliche Settings auf die maximalen Werte stellen und das Spiel läuft einwandfrei:

Wisst ihr, was das schöne an der Installation von alten PC-Spielen ist? Jedes Game braucht etwas „Liebe“ und es gibt immer wieder neue Herausforderungen. Klar, manchmal läuft auch alles out-of-the-box, doch häufig müssen diverse Patches installiert werden, um ein Spiel zum Fliegen zu bekommen – gerade dann, wenn man ohne eingelegte CD spielen möchte. In den seltensten Fällen reicht ein einfacher No-CD-Crack, welcher nur eine EXE-Datei modifiziert. Meist muss zusätzlich händisch gefummelt werden. Einer dieser Kandidaten ist „Need for Speed III: Hot Pursuit“.

Das 1999 erschienene Rennspiel will explizit von einer echten, eingelegten CD installiert werden und braucht anschließend zahlreiche Kniffe, um sich zum Start bewegen zu lassen. Vom manuellen Anpassen von ein paar Registry-Werten, über die Modifizierung von Pfaden innerhalb von INI-Dateien bis hin zum Patchen der originalen EXE mit entsprechenden Werkzeugen und Programmen ist alles dabei. Immerhin läuft das Spiel dann absolut flüssig.

Etwas entspannter lässt sich der Nachfolger „Need for Speed: Hot Pursuit 2“ auf das System bringen.

Dafür merkt man, dass der Acer PC hier an seine Grenzen kommt. Kein Wunder! Das Spiel ist von 2002 und so können wir es lediglich mit stark reduzierten Grafik-Settings laufen lassen. Echt schade – ich könnte mir vorstellen, dass NFSHP2 mit den optimalen Einstellungen richtig gut aussieht.

Um dem PC von den ganzen 3D-Spielen mal eine kurze Auszeit zu gönnen, sollten wir zur Abwechslung mal wieder was Zweidimensionales installieren. „RollerCoaster Tycoon 2“ gilt zu Recht als Aufbauspiel-Klassiker und hat, nicht zuletzt dank seines bunten Freizeitpark-Settings, auch heute noch zahlreiche Fans.

Hier spielt die Grafik eher eine untergeordnete Rolle und wir könnten das Spiel theoretisch sogar in 1280×1024 spielen, aber selbst in 800×600 sieht die Wirtschaftssimulation noch super aus und ich hätte gute Lust, gleich mal wieder ein Szenario durchzuspielen! 🙂

Es ist ein kein Geheimnis, dass ich kein großer Fan des „Krieg-der-Sterne“-Universums bin. Auch mit der Gattung der Ego-Shooter kann ich für gewöhnlich nicht viel anfangen und trotzdem habe ich mit voller Absicht „Star Wars Jedi Knight II: Jedi Outcast“ installiert.

Irgendwie hat mir der Mix aus First-Person-Shooter und Lichtschwertkampf in der Third-Person-Perspektive – trotz aller Abneigung gegen Genre und Franchise – immer gut gefallen. Vielleicht liegt es an der (wie man es von Star Wars Produkten gewohnt ist) tollen Soundkulisse. Das Spiel läuft erstaunlich gut und so steht einer Runde Jedi-Action eigentlich nichts im Wege.

Richtig zickig ist dagegen „Tonic Trouble“. Eigentlich sollte mich das nicht wundern, wenn man bedenkt, dass es von Ubi Soft produziert wurde. Ich weiß nicht, warum ich mit französischen Spielen immer so viel Pech habe, aber wie so viele andere Titel aus dem Land der Baguettes und Weintrinker hat sich auch Tonic Trouble extrem gewehrt, installiert zu werden.

Und dabei übertrifft der Acer-PC die Systemanforderungen um Längen. Es war ein harter Kampf, aber schlussendlich habe ich den gliederlosen Protagonisten „Ed“ doch noch zum Hüpfen bekommen.

Wenn wir schon bei vermeintlich niedrigen Systemanforderungen sind: Mit „Leisure Suit Larry 7: Yacht nach Liebe!“ hat sich noch in weiteres altes Spiel auf den Acer-PC verirrt. Die Abenteuer des glücklosen Möchtegern-Casanovas haben mir schon immer gut gefallen und es ist fast schon Pflicht, dass mindestens ein Teil der Reihe auf jedem Retro-PC-System installiert wird! 😛

Grafisch deutlich anspruchsvoller und richtig gut sieht „Colin McRae Rally 2.0“ aus. Selten habe ich ein Spiel gesehen, bei dem man so viele Grafik-Einstellungen individuell setzen kann. Von Umgebungs- und Schattendarstellungen, Detailsettings der Effekte, Strecken und Wagen bis hin zur Darstellung der Minimap lässt sich alles nach Belieben konfigurieren. Der Aufwand lohnt sich, denn auch vom Gameplay her macht die Rennsport-Simulation viel her.

Zu guter Letzt landet dann noch das erste „Gothic“ auf der Festplatte des Kompakt-PCs:

Das Mittelalter-Fantasy-Rollenspiel aus deutschen Gefilden machte anno 2001 dank der vergleichsweise offenen Spielwelt und seiner rauen Atmosphäre eine gute Figur. Auch heute spielt es sich noch ganz gut, wenn auch es etwas dauert, bis man sich wieder mit der etwas unkonventionellen Steuerung akklimatisiert hat.

Ich denke an dieser Stelle sollten wir es mit der Installation von Spielen und dem Acer PC im Allgemeinen gut sein lassen. Nicht nur ist der Beitrag fast am Ende, auch habe ich fürs Erste keine Lust mehr auf weitere „Challenges“. Es ist wirklich schwer in Wort und Bild zu fassen, was alles schief gehen kann, bzw. schief gegangen ist. Hier nur ein paar Beispiele für mehr oder weniger hilfreiche Fehlermeldungen, die bei der Installation oder beim Start der Spiele aufgetreten sind. Meist sind die Texte völlig irrelevant, bzw. missverständlich und das Problem liegt an einer ganz anderen Ecke.

Trotzdem bin ich alles in allem betrachtet mit dem PC recht zufrieden. Optisch ist der Acer was außergewöhnliches und mit den getätigten Modifikationen lässt sich auch halbwegs gut darauf zocken. Ich hätte eine ganze Wunschliste an Spielen, die ich darauf gerne noch ausprobieren würde, aber man muss wissen, wann man es gut sein lassen muss. Schließlich gibt es noch so viele andere Projekte und Themen, um die sich gekümmert werden möchte… 😉
In diesem Sinne – bis die Tage, ciao!