#178 – Bravo Screenfun Nostalgietrip

Früher war einfach alles besser. „Bares für Rares“ hieß „Kunst & Krempel“, Twix hieß Raider und Guns ‘N Roses bestand nicht aus lebendigen Zombies. Mann – wie doch die Zeit vergeht! Apropos vergangene Zeit – erinnert sich noch jemand an Artikel 98? Ich hatte beim Aufräumen eine, halt nein – zwei alte CD-Mappen mit diversen Spielen und Programmen entdeckt. Besonders davon im Gedächtnis geblieben sind mir die CDs aus Videospiel-Zeitschriften, vor allem die aus der „Bravo Screenfun“!

Fun Fact: Ich selbst besitze nur Screenfun-CDs aus dem Zeitraum 2001 – 2006, allerdings erschien das Magazin in monatlicher Ausgabe tatsächlich von 1997 bis 2009 – beeindruckend!

Über das Magazin selbst habe ich euch ja auch schon in Artikel 98 berichtet. Kleiner Tipp: Ich kann es jedem empfehlen, wenn er durch Zufall mal so ein altes Heft in die Hände bekommt, sich die Zeit zu nehmen und das Magazin durchzublättern. Das ist ein Nostalgietrip auf höchstem Niveau! Es gibt lustige Werbeanzeigen, massig Spielberichte, Komplettlösungen, Tipps, Cheats und zahlreiche kurzweilig geschriebene und gut recherchierte Artikel zu den „neuesten“ Konsolen! 🙂

Da ich (außer dem einen, aus Nostalgiegründen aufgehobenen Exemplar) die Zeitschriften schon lange nicht mehr besitze, möchte ich euch heute auf eine kleine, digitale Zeitreise einladen und ein paar CD-Inhalte ergründen.

Fun Fact: Die älteste ScreenFun-CD die ich habe, ist von Dezember 2001! Wahnsinn – könnt ihr glauben, dass das mittlerweile über 20 Jahre her ist?! 😀

Ach ja – ich fühle mich sofort zuhause! Das blaue, meiner Meinung nach sehr ikonische Menü hat sich vor Jahrzehnten in mein Hirn eingebrannt. Die fetzige Hintergrundmusik sowie die völlig übertriebenen Soundeffekte bei der Menünavigation tragen ihren Teil zur Anregung meiner grauen Zellen bei… 😀

Und die Spiele erst! Alleine schon Re-Volt hätte eigentlich einen eigenen Beitrag verdient. Wenn ich mich recht erinnere habe ich das Spiel in Artikel 98 als „Mario Kart für Arme“ beschrieben. Dem ist nichts hinzuzufügen! 😉

Mann – erschreckend wieviel Zeit man als Teenager wohl gehabt haben muss! Ich kann mich daran erinnern, dass ich selbst die kleineren Titel wie „Bubble Ball“ oder „Frozen Fruits“ rauf und runter gezockt habe. Mit „Happyland“ oder „Sint Nicolaas“ sind auch ein paar alte DOS-Spiele mit am Start. Irre, oder? Könnt ihr euch das vorstellen? 2001 ist man noch damit durchgekommen DOS-Spiele auf CDs zu packen und das als den heißesten Scheiß zu verkaufen! 😉

Neben Spielen (sowie ein paar Demoversionen) gab es auf den CDs auch eine ganze Reihe an Trailern zu neu erschienen Spielen. Ja – Internet war teuer und erst recht nicht möglich, wenn Mutti am Telefon hing! Der analoge Telefonanschluss lässt grüßen… 😉

Fun Fact: Und nein – YouTube gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Interessante Spiele und Videos wurden per CD auf dem Pausenhof oder unter Arbeitskollegen getauscht! 😀

Mann – das waren noch Videos. Nix „4k“ oder „Full HD“. Keine Videodatei größer als 20 Megabyte, alles im MPG-Format mit einer bahnbrechenden Auflösung von 320×256 – selbst das allererste iPhone hatte eine höhere Auflösung! 😀

Fun Fact: Ich erinnere mich dunkel an das Promovideo zu „Amped“ auf der Xbox. Ich will gar nicht wissen, wie oft ich mir den Trailer angesehen habe. Mit neidischen Augen blickte ich – hauptsächlich aufgrund des punkigen Soundtracks – auf das Snowboardspiel welches PC-Spielern verwehrt blieb. Mittlerweile habe ich es mal gespielt und fand es gar nicht so toll. Tja, Vorfreude ist eben immer noch die schönste Freude! 😉

Das war natürlich noch lange nicht alles was die CD zu bieten hat. Unter dem Menüpunkt „Internet“ verstecken sich zahlreiche nützliche Tools, wie z.B. Downloadmanager, Bildbetrachter, Suchmaschinen oder natürlich der Klassiker unter den Packprogrammen – WinZip 8.1!

Was sich mir nie so richtig erschlossen hat, ist was die Programme im Menüpunkt „Specials“ so besonders gemacht hat. Hier gibt es Tools wie den „Adobe Reader“, „AntiVir“, „DirectX 8.0a“ oder sogar den guten alten „Windows Media Player“! Eigentlich nichts Besonderes wie ich finde…

Fun Fact: Ich muss mich schon sehr zurückhalten um der Versuchung zu widerstehen auszuprobieren ob man den alten „Windows Media Player 7.1“ (für Windows 98 und 2000) noch auf Windows 10 installieren kann… Vielleicht ist das mal eine Challenge für einen zukünftigen Blogbeitrag? 😀

Vor allem aber die für das „Handy“ angebotene Software ist für mich persönlich das absolute Highlight der CD über das man aus heutiger Sicht nur noch schmunzeln kann. Beispiele gefällig? Wer freut sich nicht über Logomanager, Klingelton-Konvertierungsprogramme, Tipps wie sich mit Handy- und Mailadresse Geld verdienen lassen und natürlich kostenlose Logos von uboot.com (einer längst nicht mehr existenten Jugend-Community)? 😀

Fun Fact: Vielleicht sollte ich die Software „mcTone“ mal ausprobieren. Angeblich lassen sich damit Klingeltöne vom MIDI- und „Nokiaformat“ umwandeln, sodass sie auf einem Sagem-Handy verwendet werden können! 😉

Zu guter Letzt gab es dann meist noch ein paar Patches für diverse Spiele. Für euch verwöhnten modernen Konsolen-Zocker: Ja, es gab mal Zeiten in denen wurden Patches „offline“ verteilt! 😛

Uff – ich könnte ewig so weitermachen aber, wenn wir jede CD so detailliert betrachten, dann wird der Blogbeitrag wohl nie fertig! 😀 Darum habe ich euch im Folgenden im Schnelldurchlauf die meiner Meinung nach interessantesten Highlights herausgepickt – viel Spaß! 🙂

Wie wäre es z.B. mit „TVgenial 2.10“, einer digitalen Fernsehzeitschrift mit Informationen von über 30 Sendern! 😀

Fun Fact: Der Clou daran – die Software läuft offline und eine Internetverbindung ist nur kurzzeitig zum Aktualisieren der Daten notwendig. Clever – und für die damalige Zeit absolut notwendig! 😉

Oder hat jemand von euch Lust am Design-Wettbewerb für eine Handyschale teilzunehmen? Mit der Software „Design your Handy 1.01“ seid ihr damit bestens gerüstet! xD

Ich erinnere mich auch noch sehr gut an die Demo zu „Lady Sia“. Tatsächlich handelt es sich dabei eigentlich um ein Action-Adventure für den Game Boy Advance, aber die Programmierer haben zu Promotionszwecken extra eine Demoversion für den PC entwickelt – sehr cool! 🙂

Fun Fact: Ich will gar nicht dran denken, wie häufig ich (mangels GBA-Konsole) damals die PC Demo gespielt habe! 😀 Es waren einfachere Zeiten…

Ebenso im Gedächtnis geblieben sind mir Tools wie „CD Bremse 1.18“ oder „Slowdown“. Mit ersterem konnte man manuell die CD-Laufwerkgeschwindigkeit herunterregeln (um so z.B. die Lautstärke des Laufwerks zu regulieren). Slowdown konnte hingegen die CPU-Geschwindigkeit des Rechners etwas bremsen, um so alte (DOS-)Spiele auf „modernen“ Rechnern in korrekter Geschwindigkeit abspielen zu lassen! Heutzutage braucht sowas keiner mehr… 🙂

Wenn wir schon bei unnützen Tools sind. Was haltet ihr von „Free Byte Calculator 2.0“ zur Berechnung von Downloadzeiten anhand von Dateigrößen? Oder wie wäre es mit „Smart OnlineController“, einer Software zur Überwachung der eigenen Internet-Gebühren? 😀

Gott – wie viel Zeit kann man eigentlich in „Chicken Invaders“, einen etwas aufgehübschten „Space Invaders“-Klon investieren? Space-Hühnchen kommen aus einer fremden Galaxie auf die Erde um sich für die jahrhundertlange Unterdrückung ihrer irdischen Artgenossen zu rächen! xD Mit einem Pentium-Prozessor, 16MB RAM und 10MB freien Festplattenplatz seid ihr mit dabei! 😉

Natürlich kann (und darf) bei so einem Retro-Ausflug durch alte Software das Chatprogramm „ICQ“ nicht fehlen! Dieser Messenger hat mich vermutlich so viel Lebenszeit gekostet wie heutzutage irgendwelchen Teenagern TikTok oder Instagram… Ach ja, gute alte Zeit… 🙂

Wenn man Glück hatte enthielt die CD sogar ein paar Desktophintergründe (Wallpapers). Hier nur ein paar ausgewählte Exemplare (in der unglaublichen Auflösung von 1024×768) wie z.B. die gute Lara aus Tomb Raider, Link aus The Legend of Zelda, Die Sims und diverse Nintendo-Charaktere! 🙂

Mein persönlicher Favorit war immer ein Final Fantasy Screenshot. Ich kann euch eigentlich gar nicht sagen warum, zumal ich nie Final Fantasy gespielt habe… 😉 😀

Manche Tipps werden einfach nie alt. Vielleicht sollte ich diesen Artikel das nächste Mal herauskramen, wenn jemand Unterstützung bei PC-Problemen benötigt! 😛

Für die Scherzkekse unter euch hätte ich hier eine ganze „sinnvolle“ Software im Angebot. Mit „Furzmaschine PRO“ lassen sich die Geräusche zahlreicher Flatulenzen originalgetreu simulieren. Mein sechzehnjähriges ich wäre vermutlich über das Tool begeistert gewesen! xD

Gefrustet von der Arbeit? Wie wäre es mit einer entspannten Runde „Stress Reducer“? Mit Hilfe von unterschiedlichsten Werkzeugen und Waffen kann sich der eigene Desktop virtuell zerlegen lassen. Ernsthaft – wer hatte diese geniale Idee? 🙂

Fun Fact: Ich habe es getestet, das Teil läuft auch unter Windows 10. Hier zerlege ich z.B. den Blogartikel, welchen ich gerade schreibe! 😀

Eine Kategorie, die ich immer sträflich verschmäht habe, schimpft sich „Paukhilfepack“. Darin finden sich so Dinge wie eine virtuelle Formelsammlung, ein Wörterbuch und eine Software zur Berechnung von geometrischen Maßen und Flächen. Ernsthaft – wie soll ich mich für so etwas begeistern können, wenn ich alternativ auch „Crazy Taxi“ oder „Roller Coaster Tycoon“ spielen kann?!

Wie ich das folgende Bild gesehen habe, wäre ich vor Lachen fast vom Stuhl gekippt. So etwas könnte man heutzutage nicht mehr bringen, denn das würde wohl von Frauenrechtsorganisationen und den Medien in der Luft zerrissen werden. Preisfrage: Wer dachte 2005 beim Heinrich Bauer Verlag, dass es angemessen ist Bilder der „heißesten E3-Gamebabes“ mit auf die CD – und dann zu allem Überfluss noch in die Kategorie „Nützliches“ – zu packen?! 😀 You can’t make this shit up… xD

Auch wenn sich das CD-Menü im Lauf der Jahre optisch weiterentwickelt hat, ist die grundlegende Struktur immer gleichgeblieben. Die letzte CD, die ich besitze, ist gar keine CD sondern eine DVD von der Ausgabe Januar 2006. Mit „WinAmp“ und vor allem „Notepad++“ sind zumindest zwei Tools mit am Start von denen auch jüngere Generationen schon mal etwas gehört haben könnten! 😉 Mein Hauptaugenmerk liegt aber ganz klar auf „Worms 2“, einer der besten Teile der Reihe! 🙂

So, ich denke wir sollten so langsam unsere Reise beenden und zurück in der Gegenwart ankommen. Um ehrlich zu sein bin ich absolut geflasht. Nicht nur von dem recht hohen Nostalgielevel, sondern auch von der Auswahl an Vollversionen, Demos, Tipps- und Tricks, Treiber, Tools und so weiter, die man damals für ein paar DM bekommen hat. Aus heutiger Sicht ist das alles belanglos, aber in Zeiten in denen das Internet noch nicht so populär war, war die Bravo Screenfun für mich ein Segen! 🙂

Tja, was bleibt abschließend über die Zeitschrift samt ihrer mit Software vollgepackten CDs zu sagen? Nicht viel – es war einfach nur ein Magazin über Videospiele. Nicht mehr und nicht weniger. Vielleicht haben einige von euch eher die „Computer Bild Spiele“ oder „PlayZone“ gelesen. Wie dem auch sei, jedes dieser Magazine hatte seinen eigenen Charme. Mittlerweile fühlt sich so ein Heft wie ein in die Jahre gekommener und somit fast noch besser schmeckender guter Wein an! 😉

So, jetzt müsst ihr eigentlich nur noch schnell euch ein Abo zulegen. Laut Heft-CD geht das via Telefon, Internet, Brief oder Fax. Also, auf auf! 😉

In diesem Sinne – stay retro und bis die Tage!

#177 – DIY: Salzkristallleuchte

Endlich ist die Sauna fertig. Es war viel Arbeit, aber der Aufbau hat sich definitiv gelohnt. Nach einem langen Arbeitstag ist so ein Saunagang genau das richtige um runterzukommen und das Hirn wieder (z.B. für neue Bastelprojekte) frei zu bekommen.

Falls das noch nicht hilft, kann man sich in der Sitzecke bei einem Gläschen Saft oder eine Tasse Tee auch prima entspannen.

Das einzige was noch fehlt ist etwas stimmungsvolle Beleuchtung um das Ambiente des Raumes etwas zu verbessern. Zwar haben wir bereits eine „normale“ Lampe, aber die ist für einen entspannten Saunagang viel zu hell. Trotzdem ist es gut, dass sie da ist – schließlich will so eine Sauna bzw. der Raum darum auch mal geputzt werden! 😉

Wie gut, dass noch eine Anschlussmöglichkeit für eine zweite Lampe vorhanden ist! Diese wurde zwar bei den letzten Sanierungsarbeiten verspachtelt, aber nach einiger Suche (und etwas Geduld mit Hammer und Meißel) kamen die Leitungen wieder zum Vorschein! 😀

Merkwürdig ist nur, dass eine daran angeschlossene Birne nicht angeht, wenn man den Schalter an der Wand betätigt. Hm, sehr seltsam…

Ach ja, da war ja was! Wenn ich mich recht erinnere gab es mal einen eigenen Schalter für die Leitung neben den Steckdosen an der Wand. Blöd nur, dass es diesen mittlerweile scheinbar nicht mehr gibt! 😀 Aber eigentlich sollte der doch hier irgendwo gewesen sein…

Aha! Nach einiger Recherche habe ich auch die beiden Adern, welche zum Schalten der Lampe verwendet werden, wiedergefunden und einfach anstatt der Steckdose einen Schalter verbaut:

So sieht das schon besser aus! 🙂

Ok, das technische Grundgerüst steht also. Jetzt bleibt eigentlich nur noch die Frage zu klären, welche Lampe wir da jetzt hinhängen könnten? Es soll definitiv beruhigend wirken und natürlich zum ganzen Sauna-Thema gut passen. Klar – um möglichst flexibel zu sein (und um stets die geeignete Beleuchtung einzustellen oder sogar entsprechende Farbmuster zu programmieren) könnte man jetzt einfach irgendeine RGB-Lampe samt Steuerung (App oder Fernbedienung) verbauen. Sicherlich die sinnvollste Lösung, aber um ehrlich zu sein hätte ich lieber etwas Einfacheres und „Natürlicheres“ ohne den ganzen Schnickschnack! Da vertraue ich meinem guten Freund Obi-Wan Kenobi! 😀

Irgendwie fände ich ja eine Art Salzkristalllampe cool, also letztendlich einen von hinten beleuchteten Salzziegel oder Salzstein. Theoretisch kann man so Teile auch einfach fertig kaufen, allerdings sind das meist alles nur seitlich an die Wand montierbare (meist für den Innenraum der Sauna gedachte) Lampen. Dementsprechend sind die Lampen (oft auch nur mit einer normalen Glühbirne beleuchtet) recht tief und eignen sich so nicht als Deckenlampe.

Fun Fact: Unabhängig davon scheint das ein ziemlicher Nischenmarkt zu sein, dementsprechend teuer sind so Dinger. Würdet ihr 80-200€ für so etwas ausgeben? 🙂

Ich sehe schon – wir kommen mal wieder nicht drum herum selbst etwas zu bauen! 😉 Ok, mal überlegen – was brauchen wir für das Projekt? In jedem Fall eine Salzfliese, bzw. einen Salzstein. Diesen zu finden war gar nicht so einfach, ich musste einige Zeit recherchieren bis ich das Ding endlich gefunden hatte. Zuerst hatte ich in der falschen Richtung (Saunazubehör, Wellnessbereiche, Salzimporteure, etc. gesucht) bis ich letztendlich über „Grillzubehör“ gestolpert bin – kein Witz! 😀

Diese (eigentlich für Grillgut gedachte) Salzplatte ist genau das, was ich gesucht habe. Sie hat mit 20x20x2cm bereits ein passendes Maß und auch ein schönes Muster, welches sich einigermaßen problemlos von hinten beleuchten lassen sollte!

Ok, dann brauchen wir ja nur noch eine Möglichkeit die Platte zu beleuchten. Für gewöhnlich bin ich ein Fan der Retrofit-LEDs, welche in herkömmliche Glühbirnensockel passen und bei Bedarf sehr einfach getauscht werden können, aber in diesem Fall habe ich eine Ausnahme gemacht, weil ich die Lampe so flach wie möglich halten möchte und das mit „normalen“ Birnen vermutlich schwierig werden könnte. Dementsprechend habe ich folgendes LED-Panel gekauft (24x24cm, 20W, 6000k).

Um zu testen wie die fertige Lampe aussehen könnte habe ich das Teil mal angeschlossen und den Salzstein draufgelegt. Es funktioniert tatsächlich sehr gut – sogar viel zu gut, wenn man ehrlich ist. Heilige Scheiße – ist das hell! 😀

Fun Fact: Die Helligkeit kommt auf dem Foto gar nicht so rüber, aber mit bloßem Auge kann man die Lampe nicht mehr ansehen so hell ist sie. Mist – um ehrlich zu sein hätte ich erwartet, dass der Salzstein das Licht etwas besser filtert…

Tja, und jetzt? Ein neues LED-Panel bestellen möchte ich eigentlich nicht, zumal nicht sichergestellt ist, dass ein warmweißes Panel nicht auch zu hell ist. Jetzt ist Kreativität gefragt! Nach einiger Recherche bin ich auf sog. Farbfolien (auch Farbfilter genannt) gestoßen. Diese werden häufig bei Filmproduktionen im professionellen und privaten Bereich zur Änderung der Farbtemperatur (also der Lichtfarbe) eines Scheinwerfers verwendet – gut zu wissen! 😉

Solche Folien gibt es in den verschiedensten Größen und Formen. Meist sind sie für sog. PAR-Scheinwerfer (parabolic aluminized reflector) konzipiert und ich hatte Glück, dass mit Folien für das Scheinwerfermodell „PAR 56“ ein eckiges Format mit den Maßen 21x21cm angeboten wird. Für schlappe fünf Euro (inklusive Versand) konnte ich vier verschiedene Folien (Farbcodes 102, 104, 179 und 105) kaufen und daraus die am besten für die Lampe geeignetste aussuchen. Letztendlich habe ich mich für Nummer 179 „Chrome Orange“ (dritte Reihe im Bild) entschieden:

Prima! Jetzt müssen wir nur noch eine Möglichkeit finden die einzelnen Komponenten irgendwie an der Decke zu befestigen. 😀 Ein Problem könnte das recht hohe Gewicht der Lampe sein, die Salzplatte alleine wiegt schon 2,2kg. Ebenso ist die Bauhöhe ein Problem, schließlich soll die Lampe ja nicht 10cm von der Decke abstehen…

Ach, egal – darum machen wir uns später Gedanken! 😉 Als erstes sollten wir mal die seitlichen Klammern des LED-Panels (welche das Panel eigentlich als Deckeneinbauleuchte in einer abgehängten Decke halten sollen) entfernen, die sind sonst später nur im Weg:

Nun müssen wir einen Holzrahmen bauen. Da ich nicht noch mehr Geld ausgeben möchte (und sowieso ein Fan von „Upcycling“ bin), habe ich einfach eine Leiste, welche zum Schutz der einzelnen Holzelemente der Sauna mit auf der verpackten Palette war, verwendet und diese in vier gleich lange Stücke geschnitten.

Anschließend müssen die einzelnen Teile noch auf Gehrung geschnitten werden um einen sauberen Rahmen zu erhalten:

Wow – das ging aber schnell. Und so problemlos! Ich bin begeistert! 🙂 Moment, was ist das? Das LED-Panel samt Salzfliese sind ja viel zu hoch für den Rahmen. Und richtig sauber geschnitten habe ich ihn an einigen Stellen auch nicht. Oh weh, habe ich mich da etwa zu früh gefreut? 😀

Tja, wie bei jedem „guten“ Projekt klappt eben nicht immer alles auf Anhieb. Also gut – Versuch Nummer zwei. Gut, dass da noch etwas „Verpackungsmaterial“ von der Saunalieferung übrig ist. Aus einem etwas größeren Brett können wir einfach einen neuen Rahmen bauen.

Schaut schon viel besser aus! Die Ecken habe ich mit Holzleim verklebt, aber um diese noch etwas weiter zu stabilisieren habe ich zusätzlich ein paar kleine Winkel verschraubt. Da ich keine Winkel hatte, habe ich mir einfach aus ein paar herumliegenden Metallteilen (ich vermute das waren mal Magnetschnäpper, die beim Aufbau eines IKEA-Möbelstücks übriggeblieben sind), selbst welche zurechtgebogen! 🙂

Fun Fact: Das Bild ist in einer recht frühen Phase des Projekts entstanden. Keine Sorgen – den klaffenden Spalt habe ich in der Zwischenzeit bereinigt! 😉

Soweit so gut, jetzt ist nur die Frage wie wir den Salzstein am Holzrahmen befestigen könnten…?

Fun Fact: Dem aufmerksamen Beobachter wird vielleicht aufgefallen sein, dass der Rahmen hier schon etwas schöner aussieht. Das liegt daran, dass ich ihn zu dem Zeitpunkt bereits intensiv mit dem Schleifblock bearbeitet hatte! 😉

Ich habe lange hin- und herüberlegt, bis mir durch Zufall nochmal die bereits geschnittenen Holzteile (vom ersten Versuch einen Rahmen zu bauen) in die Hände gefallen sind. Vielleicht lässt sich mit denen ja doch noch etwas anfangen? Hm, wenn man diese in der Mitte durchsägt, um 45 Grad dreht und erneut auf Gehrung schneidet…

…lässt sich doch daraus eine ideale Halterung (samt optisch ansprechender gebogener Verzierung auf der Oberseite) für den Salzstein bauen! Die einzelnen Teile habe ich mit dem Rahmen verleimt und zur Sicherheit mit zwei kleinen Schrauben befestigt – schließlich müssen sie ja auf Dauer den schweren Salzstein halten.

Fun Fact: Ich schwör es euch – das war so nicht geplant, aber im Endeffekt finde ich das Ergebnis jetzt sogar ganz cool. Schaut fast wie ein schicker Holzbilderrahmen aus! 🙂

Na dann – bleibt nur noch zu klären wie wir die Lampe jetzt an der Decke befestigen sollen. Letztendlich habe ich mich für eine sehr einfache Variante mit zwei verschraubten Holzleisten als Halter entschieden. Um später das Kabel nach außen führen zu können, habe ich ein kleines Loch in die seitliche Wand des Gehäuses gefeilt.

Fun Fact: Damit das Panel nicht so lose in dem Rahmen hin- und her wackelt habe ich an die Innenwände noch ein paar Gummifüße zur Stabilisierung geklebt. Ich weiß – alles andere als professionell, aber den Anspruch darf man nicht haben, wenn man Dinge aus „Müll“ (also Abfallprodukten, bzw. Verpackungsmaterial) bastelt! 😉

Als letzten Schritt müssen wir die Lampe nur noch an die Decke schrauben und ein paar optische Elemente (Kabelkanal, Verteilerdose) anbringen. Zwar gefallen mir die seitlich von außen sichtbaren Schrauben nicht wirklich aber bei allen anderen (gekauften) Leuchten, die hier so rumhängen wird das auch so gemacht! Von dem her habe ich keine schlechtes Gewissen… 😀

Puh – endlich fertig. Was das Design der Lampe angeht, bin ich mit dem Ergebnis zufrieden. Ich mag diesen schlichten Holz-Stil und der Stein kommt in dem Rahmen auch gut zur Geltung wie ich finde! 🙂

Und wie sieht es mit dem Licht aus? Schließlich soll das Teil ja nicht nur als Deko an der Decke hängen! Tja, die Lampe tut was sie soll und schafft ein schönes, warmes Licht im Raum. Ich habe nur keine Ahnung wie ich euch das auf den Bildern zeigen soll, denn irgendwie schaut das Teil (egal ob mit oder ohne Beleuchtung und Blitz fotografiert) auf jedem Bild völlig anders aus. Ernsthaft – könnt ihr glauben, dass das in den folgenden Bildern alles die gleiche Leuchte ist?! 😀

Na, ist ja auch egal. Jedenfalls schaut jetzt die kleine Sauna-Sitzecke viel einladender aus. Wie gesagt, das kommt auf dem Bild leider nicht so rüber… 🙁

Fun Fact: Unabhängig davon war das Licht der Lampe beim ersten Versuch (trotz eingesetzter Folie) leider etwas zu grell. Dementsprechend musste die Leuchte nochmal abgenommen und zwei weitere Folien eingesetzt werden, bis der richtige Farbton gefunden wurde. Den Schritt habe ich euch jetzt einfach mal erspart! Danke an meine bessere Hälfte für die Geduld und die tatkräftige Unterstützung!

Ende gut, alles gut. Wie bei jedem Projekt gibt es im Nachhinein betrachtet ein paar Kleinigkeiten, die ich bei einem zweiten Versuch vermutlich anders machen würde, aber ich denke ich kann mit dem Ergebnis trotzdem zufrieden sein. 🙂

In diesem Sinne – ich bin dann mal weg. Nach all der Anstrengung wartet jetzt ein entspannender Saunagang auf meine müden Knochen… Bis dann, ciao!

#176 – sauna on köyhän apteekki – IV

Mensch, da haben wir in Artikel 175 doch tatsächlich die Sauna endlich fertig gebaut! 🙂

Naja, zumindest haben wir alle mitgelieferten Teile verbaut, aber (ob ihr es glauben wollt oder nicht) so ganz fertig ist die Sauna noch nicht. Wie bereits angekündigt gibt es noch ein paar Kleinigkeiten zu erledigen. Als erstes sollten wir prüfen, ob auch alles wie erwartet funktioniert – schließlich ist so eine Sauna ja nicht nur zur Dekoration da! 😉 Und wenn wir ehrlich sind, haben wir ja auch die Verkabelung bisher noch gar nicht getestet. Na, da wird es aber höchste Zeit…

Scotty, Energie!

Hm, zumindest leuchtet eine LED am Steuerungspanel:

Und siehe da – kaum dreht man den Regler etwas hoch…

…wird der Ofen auch schon warm. Sehr schön!

Fun Fact: Ok, die Hitze könnt ihr jetzt auf dem Bild nicht wirklich sehen. Auf die Idee, ein Thermometer irgendwo in die Nähe der Heizstäbe zu halten, bin ich natürlich nicht gekommen! 😀

Was jetzt noch fehlt sind Saunasteine! Diese waren bei der Sauna dabei und werden in einem sackschweren Karton (knapp 20kg) geliefert! 😀 Bevor man diese einsetzt sollten die Dinger gründlich gewaschen werden um Staub und Ablagerungen nicht von Anfang an in den Ofen zu kippen. In jedem Fall hat sich die Reinigungsaktion gelohnt – das Wasser ist deutlich dreckiger, als ich es erwartet hätte. Das kommt auf dem Foto irgendwie gar nicht so rüber! xD

Anschließend kann der Ofen mit Saunasteinen bestückt werden. Dabei sollte man darauf achten die Steine schön locker in den Korb zu schlichten und sie nicht zu sehr einzuquetschen, sonst könnten sie die Heizstäbe verbiegen. Gleichzeitig sollten aber alle Stellen bedeckt sein. Gerade die oberen Bögen der Heizspiralen sollten abgedeckt sein, um beim Aufguss nicht direkt mit Wasser in Kontakt zu kommen.

Fun Fact: Es ist gar nicht so einfach die Steine möglichst effizient unterzubringen. Hier sind wahre Tetris-Meister gefragt! 😉

Ofen – Check! Und wie sieht es mit der restlichen Elektrik aus? Entwarnung – auch die Lampe lässt sich über das Panel einschalten und leuchtet. Erfolg! 🙂

Fun Fact: ich habe ein Foto mit Blitz und eins ohne geschossen. In Wirklichkeit liegt die Helligkeit der Lampe wohl irgendwo in der Mitte zwischen den beiden Bildern, sowas ist immer schwer zu fotografieren finde ich! 😀

So, was fehlt denn nun eigentlich noch? Mal überlegen – Wände, Decke, Bänke… Achja, ein Boden wäre nicht schlecht, damit man nicht auf den kalten Fliesen herumlatschen muss. Theoretisch könnte man einen Plastikboden (also so eine Art Duschmatte) verlegen aber wir haben uns für einen Holzrost entschieden. Das wirkt einfach viel freundlicher und wärmer als Plastik und passt auch optisch wesentlich besser zum Rest der Sauna.

Fun Fact. Der Rost besteht eigentlich aus zwei Teilen, welche ich sicherheitshalber mit Hilfe von drei – aus dem restlichen Verpackungsmaterial der Sauna hergestellten – Holzleisten miteinander verschraubt habe. Vorher hat der Boden immer etwas gewackelt und so liegt er jetzt wesentlich stabiler auf dem Untergrund.

Um etwas bequemer in der Sauna zu liegen haben auch noch zwei Kopfstützen ihren Platz auf der oberen Bank gefunden:

Fun Fact: Potzblitz – den Spürnasen unter euch wird es wohl bereits aufgefallen sein: Eines der Bilder habe ich gemacht, bevor der Ofen mit Steinen befüllt war! 😀 Tja, manchmal überschlagen sich die Ereignisse eben und es ist nicht immer ganz leicht alles „korrekt“ abzulichten! 😉

Natürlich macht es auch Sinn ein Thermometer zu verbauen. Zwar haben wir (durch den über dem Ofen angebrauchten) Temperaturfühler bereits einen Überhitzungsschutz, aber auch für die saunierende Person kann die Information über die aktuelle Temperatur in der Sauna ja interessant sein. Letztendlich ist es ein einfaches Holzthermometer samt Hygrometer geworden:

Idealerweise sollte das Teil möglichst weit weg vom Ofen in Kopfhöhe aufgehängt werden:

Not so fun Fact: Bei dem Thermometer war leider nicht mal eine Schraube dabei! Im Endeffekt ist das kein Problem, weil man das Ding letztendlich an jeder beliebigen Halterung (Schraube, Nagel, etc.) aufhängen kann, trotzdem finde ich es schade, dass der Hersteller das eingespart hat.

Jetzt wissen wir, wie heiß es in der Hütte ist, aber noch nicht, wie viel Zeit man bereits in der Sauna verbracht hat. Ganz klar – wir brauchen eine Uhr! 🙂

Klassischerweise verwendet man hierfür gerne eine Sanduhr, weil man ja eher eine Art Stoppuhr benötigt und viele „normale“ Uhren der hohen Temperatur und Luftfeuchtigkeit gar nicht standhalten würden.

Natürlich spielt auch der optische Aspekt eine Rolle. Eine Sanduhr mit Holzgehäuse wirkt einfach stimmiger in einer Massivholzsauna! 🙂

Um das Saunaerlebnis abzurunden fehlt eigentlich nur noch die Möglichkeit einen Aufguss zu machen. Hierfür wird traditionell ein – im Idealfall beschichteter – Holzkübel (Aufgusseimer) sowie eine Holzkelle benötigt.

Wer es mag, kann dem Aufgusswasser auch noch etwas Duftkonzentrat hinzugeben, um dem Aufguss eine spezielle Note zu verleihen. Das Zeug gibt es in zahlreichen unterschiedlichen Duftrichtungen, wobei ich persönlich eher zu klassischen Düften wie „Lavendel“ oder „Fichtennadel“ greifen würde. Ich kann (oder mag) mir einfach nicht vorstellen, dass die komplette Sauna z.B. nach „Kokos-Vanille“ oder „Gummibärchen“ riecht! xD

Fun Fact: Für besonders mutige Saunierende gibt es sogar Duftrichtungen wie „Amaretto“, „Pina Colada“ oder „Bier“. Prost! 😀

Nach dem Saunieren, bzw. zwischen dein einzelnen ca. 15 Minuten langen Saunagängen, sollte man stets genügend Flüssigkeit zu sich nehmen und sich ausruhen. Dazu fehlt noch eine passende Sitzgelegenheit im „Sauna-Raum“:

Nach einiger Recherche sind es dann – auf Grund des günstigen Preises und der schlichten Optik – tatsächlich zwei IKEA-Produkte geworden. Darf ich vorstellen? Beistelltisch „LISABO“ und Sessel „NOLMYRA“:

He – Moment mal! Das sind ja nur die Anleitungen! Verdammt, die Dinger müssen ja auch noch zusammengebaut werden…

Eins kann ich euch sagen, im Vergleich zu der spärlich gestalteten Sauna-Aufbauanleitung gestaltet sich das Zusammenschrauben bzw. -stecken dieser beiden Gesellen wesentlich einfacher! xD

Fun Fact: Ich hätte nie gedacht, dass ich mal IKEA-Anleitungen loben würde, aber zumindest bei den beiden Produkten ist echt alles völlig klar und verständlich beschrieben – verrückt. 😀

In Nullkommanichts ist die kleine Sitzecke fertiggestellt:

Jetzt fehlt eigentlich nur noch ein kleines Eckregal auf der anderen Seite des Raumes um z.B. Getränke, Handtücher, Saunakübel und Duftstoffe zu verstauen:

Diesmal kein IKEA – der Aufbau ging trotzdem problemlos von der Hand. Es war gar nicht so einfach was (gerade von der Höhe) passendes zu finden…

So sieht der „Wellnessbereich“ schon viel einladender aus! 🙂

Fun Fact: Der Griff vom Eimer musste etwas gekürzt werden, sodass er in das Regal passt. Nicht optimal, aber die Alternative wäre es gewesen das untere Regalbrett zu entfernen oder ein großes Loch rein zu sägen. Beides nicht ideal… 😀

An die Vorderseite der Sauna habe ich dann noch eine kleine Hakenleiste aus Holz geschraubt um Handtücher oder Bademäntel aufhängen zu können:

Fertig, oder? Nicht ganz, denn beim Thema „Beleuchtung“ müssen wir nochmal ran. Erinnert ihr euch an die Lampe, die wir in Artikel 122 etwas versetzt haben, da sie sonst nicht unter die Sauna gepasst hätte? Optisch passt das Teil leider doch nicht so gut in den Raum und auch die Positionierung war – im Nachhinein betrachtet – eher unglücklich…

Da muss definitiv was Anderes her. Glücklicherweise war noch eine optisch etwas ansprechendere Lampe im Fundus. Die soll nun im Bereich vor der Sauna montiert werden. Dafür musste ich letztendlich die Verteilerdose um 45 Grad drehen sowie einen neuen Kabelkanal samt hitzebeständigem Kabel verlegen und an der Decke festschrauben. Eins kann ich euch sagen – es war gar nicht so leicht mit nur neun Zentimeter Handlungsspielraum über der Sauna die Dose umzusetzen und die Verkabelung entsprechend anzupassen! 😀

Ende gut – alles gut. Die neue Lampe hängt und leuchtet! 🙂

So, lange genug gearbeitet. Ich denke nach all den Strapazen und frei nach dem Motto „Saunieren geht über Studieren“ ist jetzt endlich der erste Saunagang fällig. Und nein – keine Angst – ich werde euch keine nackten retrololo-Bilder zumuten! 😀

Stattdessen schiebe ich einfach noch ein Bild der fertigen Sauna hinterher – ich hoff es das ist so OK für euch! 🙂

Ihr entschuldigt mich? Ich bin jetzt erst mal etwas saunieren… 🙂

In diesem Sinne – bis bald!

#175 – sauna on köyhän apteekki – III

Weiter geht’s mit dem Saunaaufbau! 🙂

Nachdem wir beim letzten Mal mühevoll das Dach aufgebaut haben, ist jetzt die „Inneneinrichtung“ dran. Als erstes werden die Leisten, welche später die Sitz- und Liegebänke halten sollen, angeschraubt:

Anschließend müssen die Bänke zusammengebaut werden. Das Grundgerüst wird bereits fertig geliefert, allerdings fehlen bei der oberen Bank noch Zierleisten, die möglichst akkurat von innen befestigt werden wollen. Ganz schön schwierig die kleinen Leisten am oberen und unteren Rand optimal auszurichten!

Fun Fact: Aber selbst wenn etwas schief geht oder nicht ganz gerade sitzt, ist das kein Drama. Immerhin ist es Holz, d.h. im Nachhinein lassen sich unebene Stellen immer noch schleifen! 😉

Ebenso muss die obere Ecksitzbank aus zwei Teilen zusammengeschraubt werden. Kein großes Thema, trotzdem wäre es mir lieber gewesen, wenn die entsprechenden Löcher schon vorgebohrt gewesen wären. So musste der Holzbohrer zum Einsatz kommen!

Ist die Bank erst mal eingebaut sieht das ganze schon deutlich mehr nach Sauna aus finde ich! 🙂

Zusätzlich wird noch eine Blende angebaut. Auch dabei musste etwas gepfuscht, ähm ich meine natürlich nachgearbeitet werden, damit sie sich sauber mit der Bank verschrauben lässt. An einigen Stellen mussten die Schrauben etwas umgesetzt werden, damit sie nicht auf darunterliegende Schrauben treffen. So ein Quatsch – das wäre alles vermeidbar gewesen, wenn schon entsprechend Löcher vorgebohrt oder zumindest in der Anleitung Maße vermerkt gewesen wären…

Wie dem auch sei – ich erspare euch Details (und das mühsame Hineinwuchten in den engen Raum) und präsentiere gleich das Ergebnis:

Eine Bank ist nicht gerne alleine und in der heutigen Zeit soll man sein Geld ja auch im Idealfall auf mehreren Banken deponieren! 😛 Also kommt eine zweite, tiefer gelegene Sitzbank dazu. An diese wird seitlich eine Halterung geschraubt, welche leider recht „rustikal“ vom Hersteller zusammengebaut wurde und so vor dem Verschrauben wieder etwas angepasst werden musste.

Ist das erledigt, kann auch die untere Sitzbank eingebaut werden:

Besonders cool finde ich, dass die untere Bank beweglich ist und sich bei Bedarf vollständig aus-…

… und einfahren lässt. So schafft man Platz im Raum! 🙂

Zu den Bänken gibt es – sofern man nicht liegen, sondern sitzen möchte – Rücklehnen, die auch noch verschraubt werden wollen. Bis auf ein paar Unebenheiten im Holz gibt’s diesmal keine bösen Überraschungen.

Fehlt eigentlich nur noch die Abdeckung für die Ecklampe. Diese ist mit zwei sehr einfachen (und etwas wackelig wirkenden) Holzhaltern befestigt. Deren korrekte Ausrichtung und Verschraubung mit der Saunawand war echt tückisch. Ich habe letztendlich mit zwei Schraubzwingen gearbeitet um ein passables Ergebnis zu erzielen.

Damit wären die Holzarbeiten erledigt und es geht an die Verkabelung. Fangen wir mit der Eckleuchte an. Im Endeffekt ist es nur eine wasserdichte Lampenfassung. Zumindest liegt dem Teil ein hitzebeständiges, dreiadriges Silikonkabel bei, mit dem wir die Leuchte anschließen können.

Fun Fact: Was dagegen nicht so schön ist, ist die Tatsache, dass kein Leuchtmittel dabei ist! Schon verrückt – da kauft man eine Sauna für mehrere Tausende von Euro und dann schaffen sie es nicht mal eine Glühbirne oder LED mit in das Paket zu packen! 😀

An sich könnte man die Lampe einfach seitlich an eine Rückwand schrauben, aber ich könnte mir vorstellen, dass sich dann der Lichtkegel nicht sauber im Raum verteilt. Darum habe ich aus einem Holzbrett, welches als „Füllmaterial“ bei der Sauna dabei war, eine Leiste sowie zwei dreieckige Zierblenden zurechtgeschnitten – schließlich will man später ja nicht irgendwelche Kabel von unten in der Lampe baumeln sehen, wenn man in der Sauna liegt! 😉

Nun muss die Leuchte eigentlich nur noch verkabelt, ein Loch in die Rückwand gebohrt und ein Kabel durchgezogen werden:

Ist das geschafft, kann die Leuchte endlich aufgehängt werden. Als Lampe habe ich einfach eine LED-Birne mit E27-Fassung, welche ich noch herumliegen hatte, eingebaut. Mit der Holzblende davor sieht das schon richtig nach Sauna aus! 🙂

Das Kabel, welches auf der Rückseite der Sauna rauskommt, habe ich mit Kabelschellen befestigt, sodass es einerseits nicht herumbaumelt und andererseits leichter über das Dach nach vorne zu dem Kabelkanal, welcher von der Decke aus in die Steuereinheit führt, legen lässt.

Apropos Steuereinheit – zentraler Bestandteil der „Elektronik“ ist die Saunasteuerung. Dieses kleine Kästchen wird vorne an der Sauna angebracht. Zusammen mit einem im Innenraum der Sauna anzubringenden Temperaturfühler wird der Saunaofen gesteuert.

Natürlich muss die Abdeckung geöffnet werden, um an die Anschlüsse zu kommen. Dazu muss erst mal der Drehregler abgezogen werden. Anschließend kann das Panel an die Außenwand der Sauna angeschraubt werden.

Was jetzt noch fehlt sind die Kabel, welche alles miteinander verbinden. Also eine Strom-Zuleitung, das Kabel von der Steuerung zum Ofen, das Lampenkabel sowie die Leitung zum Temperaturfühler. All diese Kabel werden in drei (in der Saunawand liegenden) vorgebohrten Kabelkanälen verlegt. Der Plan, wie was verlegt wird, will gut überlegt sein, denn schließlich möchte man ja alle Kabel so sauber und unauffällig wie möglich verstecken! 😉

Es ist gar nicht so einfach von außen und innen die jeweilige Stelle zu treffen, an der ein Kabelkanal verläuft. Erschwerend kommt hinzu, dass die Steuereinheit kaum die Fläche über den Kanälen abdeckt. Meinen ursprünglicher Plan – einfach drei gleich große Löcher zu bohren – konnte ich also in die Tonne treten. Für jede einzelne Leitung mussten spezielle Lösungen gesucht werden – da ist basteln angesagt! 😀

Nachdem alle Kabel durch die Wände gezogen wurden, kann die Saunasteuerung verkabelt werden. Hier ist Geduld und sowie die Expertise eines Elektrikers gefragt.

Fun Fact: Tatsächlich habe ich das Silikonkabel geteilt, damit ich es einerseits für die Stromzuleitung sowie andererseits für die Strecke zwischen Ofen und Steuerung verwenden kann. Ich weiß nicht, ob man das so machen soll, aber selbst wenn man das Kabel nur für einen der beiden Zwecke verwendet, ist es doch arg knapp bemessen.

Auf der Innenseite muss der Temperaturfühler angebracht und der Ofen angeschlossen werden.

Hierfür musste ich erst ein paar Aderendhülsen aus dem „Papa-Baumarkt“ organisieren, da sich die Litzen nicht direkt an den Ofen klemmen lassen. Safety first – schließlich will man beim Saunieren ja nur durch heiße Luft erwärmt und nicht elektrisch gegrillt werden! 😀

Fun Fact: Alles kein Problem, aber solche kleinen „Herausforderungen“ verschlucken gut und gerne mal wieder ein paar Tage bis man alle Teile organisiert hat. Und ihr kennt mich ja mittlerweile – ich mag es überhaupt nicht, wenn sich solche Projekte über Wochen hinziehen! 😉

Nun kann der Ofen an einem Halteblech montiert und die Holzumrandung angeschraubt werden.

Damit sollten alle elektrischen Arbeiten erledigt sein. Ein – im wahrsten Sinne des Wortes – noch offenes Problem ist die Tür! xD Der Schließmechanismus sitzt nicht richtig in der Wand, bzw. die Glastür wurde auch nicht mittig verbaut und so geht das Glas nicht am Plastikhalter vorbei und die Tür lässt sich nicht schließen:

Mist – und jetzt? Nun, ich habe viel herumprobiert, bis ich die magische Einstellung zwischen „lässt sich schließen und bleibt geschlossen“ und „lässt sich von innen wieder leicht öffnen“ gefunden habe. Dafür musste erst mal das Loch für den Schließmechanismus etwas tiefer gebohrt und ca. 1-2 Millimeter Holz abgetragen werden. Anschließend habe ich in den Federmechanismus noch zwei Unterlegscheiben eingesetzt um die Spannung auf dem Rollschnäpper zu erhöhen. Und siehe da – schon lässt sich die Tür schließen! 🙂

Abschließend müssen eigentlich nur noch die unschönen Stellen in und an der Sauna mit viel Geduld und etwas Schleifpapier ausgebessert werden. Ist das geschafft heißt es endlich: „Fertig!“ 🙂

Ein ganz schöner Kampf! Trotz einiger Rückschläge hat es schon Spaß gemacht das Teil aufzubauen. Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis jedenfalls zufrieden. An einigen Stellen musste schon etwas getüftelt werden, bis die einzelnen Elemente sauber zusammenpassen. Völlig klar – denn Holz ist ja bekanntlich ein Naturprodukt, welches auf Feuchtigkeit reagiert und sich so ggf. etwas verzieht. Abgesehen davon war auch eine Hand voll Bohrungen nicht ideal gesetzt, sodass – wenn man nicht aufpasst – die Schraube an einer sichtbaren Stelle austritt.

Einziger wirklicher Kritikpunkt ist meiner Meinung nach die knapp bemessene Anleitung, die hin und wieder ein paar Fragezeichen beim Zusammensuchen der Teile hinterlässt. Die Kollegen sollten sich mal ein Beispiel an einer Lego-Aufbauanleitung nehmen! 😉

Jetzt können wir endlich saunieren – oder? Nun, noch nicht ganz. Ein paar Kleinigkeiten gibt es tatsächlich noch zu erledigen – es bleibt spannend! 😛

In diesem Sinne – bis bald!

#174 – sauna on köyhän apteekki – II

Erinnert ihr euch? Vor einiger Zeit (genau genommen in Artikel 122) haben wir einen Kellerraum „Sauna-ready“ umgestaltet…

Ein optimistischer retrololo hat „damals“ in seinem Schlusswort folgendes gesagt: „Jetzt fehlt eigentlich nur noch die Sauna, doch ich befürchte, da müssen wir uns noch etwas gedulden! :)“. Mit der Aussage lag ich gar nicht so falsch, denn in der Zwischenzeit sind tatsächlich knapp 10 Monate vergangen! Könnt ihr das glauben? Schon erschreckend, wie die aktuelle Pandemie Einfluss auf Rohstoffe und Produktion hat. Ein Arbeitskollege aus den neuen Bundesländern meinte neulich zu mir „das ist ja fast wie in der DDR“… Tja, was soll man dazu noch sagen? 😀

Einen Vorteil hat die lange Lieferzeit ja. Zumindest hatte ich so genügend Zeit mir Gedanken über den idealen Standpunkt zu machen.

Fun Fact: Erst im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass die Skizze nicht ansatzweise das jetzige Ergebnis darstellt! 😀 Tatsächlich war das nur ein grober Entwurf um zu prüfen wie groß die Sauna maximal sein dürfte, bzw. wo sie definitiv nicht stehen darf um z.B. Türen oder Fenster zu blockieren! 😉

Egal. Wir wollen mal nicht schwarzmalen hier, denn mittlerweile ist die Sauna dann doch noch eingetroffen und wartet nun förmlich darauf endlich aufgebaut zu werden! 🙂

Ach ja – es geht doch nichts über einen Stapel Massivholz. Alleine der Geruch ist immer was Besonderes finde ich!

Not so fun Fact: Leider täuscht der wohlige Geruch über das hohe Gewicht der einzelnen Elemente weg. Gerade die größeren Teile lassen sich kaum alleine durch die Gegend wuchten. Gut, dass ich wieder tatkräftige Unterstützung von meiner besseren Hälfte hatte – „Paarschleppen“ quasi! 😉

Als erstes müssen die einzelnen Teile an ihren Zielort transportiert werden. Um den Überblick zu behalten sind es letztendlich mehrere Zielorte- bzw. Zimmer geworden. Ganz sicher bin ich mir nicht, ob das nicht sogar verwirrender war, als hätte man einfach alles auf einen Haufen geschmissen! 😀

Apropos Haufen – vor diesem Haufen habe ich dagegen schon etwas mehr Respekt als vor den schönen Holzteilen. Was sehen meine verängstigten Augen da? Moll und Silikon?! Igitt… Mit dem Zeug kann man mich jagen! Wir erinnern uns an Artikel 122! 😀

Na, das Zeug lassen wir lieber erst mal ganz hinten liegen. Wird Zeit, mit dem Aufbau zu beginnen. Hm, wo sollte die Sauna jetzt eigentlich nochmal hin? Ach ja, hier hin:

Los geht es mit dem Rahmen, welcher aus fünf Teilen besteht und durch ein paar Holzwinkel auf der Unterseite befestigt wird. Insgesamt hält das ganze Konstrukt schon, trotzdem wundert es mich, dass das ganze Konstrukt nur durch ein paar windige Sperrholzwinkel zusammengehalten wird. Ist wohl besser nicht zu viel zu hinterfragen, sondern einfach zu machen! 😉

Anschließend können die ersten Wände aufgebaut werden. Die Sauna, bzw. die Außenflächen bestehen aus einzelnen bereits vorgefertigten Massivholzelementen. Mir gefällt das gut, so spart man sich einiges an sehr aufwändiger und – wenn mal etwas nicht klappt – frustrierender Arbeit. Stellt euch mal vor, man müsste jedes Brett einzeln verschrauben. Danke nein! 😀

Die einzelnen Elemente werden an den Ecken mit einer Art Winkelleiste zusammengesteckt und anschließend verschraubt. Dabei muss ggf. geklopft, gehämmert und etwas geflucht werden, bis alles sauber sitzt!

Schon beeindruckend, dass das ganze nur durch drei – zugegeben 10 cm lange – Schrauben auf jeder Seite zusammengehalten wird. Trotzdem wirkt der Aufbau alles in allem recht stabil! 🙂

Nachdem Rück- und Seitenwand aufgestellt wurden…

…muss noch die Vorderfront zusammengebaut werden.

Auf der Unterseite der Vorderfront befindet sich der Lüftungsschlitz für die Zuluft. Dieser sollte im Idealfall direkt unter dem Ofen platziert sein:

Ein Schlitz für die Abluft befindet sich auf der Rückseite der Sauna:

Wo waren wir eigentlich? Ach ja, die Vorderseite! 😀 Gerade bei den Glaselementen, wie z.B. der Tür, sollte man echt vorsichtig sein. Das ist schnell passiert, dass der Akkuschrauber mal ausrutscht oder man aus Versehen mit einem anderen Bauteil direkt durch das Glasfenster marschiert! Mir ist es – bisher – zum Glück erspart geblieben! xD

Besonders der Türgriff hat einige Nerven gekostet, da sich die Madenschrauben des Edelstahlteils so nah am Glas befinden und man – egal mit welchem Werkzeug – kaum an die Mistviecher rankommt! Wo ist der Designer, dass man ihm eine verbale Standpauke verpassen kann? 😉

Fun Fact: Ebenso waren bei dem Türgriff-Set einige Plastikzwischenstücke, Unterlegscheiben, Gewinde und Schrauben dabei. Das einzige was fehlte war eine Anleitung! Da heißt es auf Gut glück arbeiten. Wie bei jedem guten Aufbau sind natürlich ein paar Teile übriggeblieben! 😀

Auch die letzten beiden Elemente hatten es in sich, da diese „unter Spannung“ eingesetzt werden mussten. Laut Aufbauanleitung sollte man das letzte Holz- oder Glaselement eigentlich von oben aus einsetzen, aber wer hat schon einen vier Meter hohen Raum um das zu tun?! 😀

So, die Wände stehen. Wird Zeit sich um die Decke zu kümmern. Dafür muss erst mal eine Rahmenkonstruktion (als Gegenstück zu dem Rahmen am Boden) auf die Wände gesetzt werden. Das Aufsetzen und verschrauben mit Winkeln ist kein Problem, jedoch die Befestigung mit Schrauben an den darunterliegenden Wänden leider schon. Wenn da bloß nicht die Decke im Weg wäre! 😀 Wie zur Hölle soll ich die Schrauben da jetzt reindrehen?!

So ein Mist. Und dabei habe ich schon extra die Löcher vorgebohrt (sodass die 10cm langen Schrauben tiefer sitzen) bevor ich den Rahmen aufgesetzt habe:

Fun Fact: Die Löcher im Rahmen (sowie in einer der Wände) sollen später als Kabeldurchführung verwendet werden können – ich bin gespannt ob das alles so hinhaut! 🙂

Und jetzt? Tja, besondere Situationen erfordern besonderes Werkzeug. Nein, das ist kein Innensechskant (Inbus-Schlüssel), sondern ein „Winkelschrauber“ mit einem T25 Gewinde – sehr praktisch! 🙂

Als nächstes müssen die Leisten, auf welche später das Dach aufgelegt wird angeschraubt werden. Ach, einfach hinspaxen oder? Fehlanzeige – Die Leisten müssen erst mal mit der Kappsäge entsprechend gekürzt werden. Ebenso sollten Löcher vorgebohrt werden, bevor die Leisten an die Innenwände angeschraubt werden, da diese so klein sind und zu brechen drohen, wenn man einfach eine Schraube reinjagen würde.

Not so fun Fact: Von keinem dieser Schritte steht irgendetwas in der Anleitung! Ich bin nur durch ein Youtube-Video (von einem anderen Pärchen, welches versucht diese Sauna aufzubauen) auf die grobe Vorgehensweise gestoßen. Ganz toll! 😀

Uff, geschafft. So sieht das schon besser aus! 🙂

Nun muss noch die Oberseite der Leisten mit Dichtungsband beklebt werden, sodass später zwischen den Auflegeleisten und den Dachelementen keine Zwischenräume entstehen. Echt lustig wie sich das Zeug nach und nach ausbreitet und immer „fluffiger“ wird! 😀

Schon verrückt, dass das Dach immer noch nicht drauf ist und wir bisher eigentlich nur „vorbereitende Arbeiten“ durchgeführt haben! 😀 Jetzt aber – mit vereinten Kräften werden die einzelnen Dachelemente angehoben und eingesetzt. Hau ruck!

Mann sind die Teile schwer. Sowas fällt einem immer erst dann auf, wenn man die Dinger kopfüber durch die Gegend manövrieren muss. Erschwerend kommt mal wieder der geringe Deckenabstand hinzu. Immerhin – diesmal werden die Elemente von unten verschraubt, so sparen wir uns die aufwändige Handhabung mit dem Spezial-Winkelschrauber! 🙂

Um die Dacharbeiten endgültig abzuschließen, habe ich noch die Ecken der Dachelemente mit etwas Schleifpapier bearbeitet. Man könnte sich das auch schenken, aber einige Kanten waren leider von Werk aus recht unsauber geschnitten und sind dementsprechend schon eingerissen hier angekommen – nicht schön! 🙁

Fun Fact: Zum Thema Schleifen: Letztendlich könnte man das alles auch noch wesentlich schöner machen. Dafür bräuchte man aber feineres Schleifpapier, Spachtelmasse für die kleinen Risse und vermutlich einiges an Geduld. Das soll mir fürs erste egal sein, da kann sich ja dann der „Zukunfts-retrololo“ drum kümmern! 😛

Hmpf, ist die Sauna immer noch nicht fertig?! Ernsthaft – ich war mir sicher ich schaffe es in zwei Beiträgen. Tja – falsch gedacht! So ist das Leben. 😀 Drückt mir die Daumen, dass wir beim nächsten Mal den Saunaaufbau abschließen können! 😉

Bis die Tage, ciao!

#173 – Exploring the Mainframe – II

Nachdem wir uns beim letzten Mal überwiegend um das Thema „Batch“ (Stapelverarbeitung von Massendaten) gekümmert haben, möchten wir heute mit „CICS“ etwas in die „Online-Welt“ einsteigen.

Fun Fact: Ich weiß – die letzten beiden Male waren schon schwere Kost, aber ich verspreche euch – sobald ihr den heutigen Artikel geschafft habt, lasse ich das Thema erst mal wieder ruhen… 😉

Ja – ihr habt richtig gehört! Wobei man jetzt doch stark unterscheiden muss, was „Online“ im Mainframe-Kontext bedeutet. Ja – es gibt Onlineanwendungen auf dem Mainframe. Ja – es gibt sogar Webserver, die auf dem Großrechner laufen. Und ja – einige der Mainframes hängen dementsprechend auch im Internet. Allerdings sind mit „Online-Anwendungen“ auf Mainframes eher Programme gemeint, welche in Form von Transaktionen innerhalb eines Online-Systems (also quasi zu jederzeit aufrufbar, ggf. mit einem Frontend versehen) durchgeführt werden, nicht (zwingend) die Anbindung von Anwendungen ans Internet.

Fun Fact: Unabhängig davon ist auch der Aufbau eines Webservers sowie die Konfiguration mit aktuellen Sicherheitstechnologien in so einer „Spielumgebung“ auf einem USB-Stick-Großrechner nicht ganz ohne. Verzeiht mir, dass ich im Rahmen dieser kurzen Einführung darauf verzichte… 😉

Natürlich gibt es verschiedene Online-Systeme, aber das am weitesten verbreitetste Online-System (auch Transaktionsmonitor genannt) heißt „CICS“. Die Abkürzung steht für „Customer Information Control System“. Der Name überrascht eigentlich nicht, da das System neben der technischen Plattform für Anwendungen zur Transaktionsverarbeitung auch häufig als einfaches Frontend für Anwender dient.

Fun Fact: Vielleicht habt ihr sogar schon mal einen CICS-Bildschirm gesehen! In einigen großen Möbelhäusern wird auch heute noch das eingesetzte Warenwirtschaftssystem über CICS bedient. So kann es sein, dass ihr – z.B. im Beratungsgespräch mit einem Verkäufer – schon mal an dessen Computer ein etwas altertümlich aussehendes Bild zu Gesicht bekommen habt. Was immer nach einer etwas abgewandelten Form des Videotexts aussieht ist in vielen Fällen eine CICS-Anwendung! 😀

Im Vergleich zur klassischen Stapel- bzw. Massendatenverarbeitung (Batch) werden im CICS Transaktionen von vielen Benutzern und mit einer Vielzahl von Anwendungen verarbeitet. Ein typisches Einsatzfeld ist z.B. auch die Steuerung von Transaktionen bei Geldautomaten. Der Vorteil der Verarbeitung von Daten mit Hilfe einzelner Transaktionen ist, dass diese entweder ganz oder gar nicht ausgeführt werden und es so keine „unbestimmten Zustände“ (z.B. Programm bricht bei der Hälfte ab und hinterlässt einen „kaputten Zustand“) gibt. Wäre ja blöd, wenn z.B. das Geld von eurem Konto abgebucht wird, aber auf Grund eines Fehlers nie beim Empfänger ankommt! 😉

Hm, ok. Und wie macht das CICS das alles eigentlich? Nun, CICS verwaltet diese Anwendungsprogramme, koordiniert deren Ausführung, handhabt die Datenübertragungen zwischen Programmen und Terminals und steuert den Zugriff auf Daten. Es fungiert letztendlich als Schnittstelle zwischen Programmen und den Diensten des Betriebssystems. Analog aller restlichen Anwendungen auf dem Mainframe läuft CICS als Dienst (auch STC, bzw. „Started Task“ genannt) neben zahlreichen weiteren Diensten. Zwei oder mehrere CICS-Systeme können parallel laufen und werden als Regions bezeichnet. Da jedes CICS-System dabei in einem eigenen Adressraum läuft, stören parallel auf demselben Rechner laufenden Programme sich nicht gegenseitig.

Fun Fact: Das folgende Bild habe ich aus alten Schulungsunterlagen herausgekramt. Darauf finden sich exemplarisch ein paar z/OS-Adressräume (Dienste). Viel zu verstehen gibt es hier nicht wirklich – das einzige was ihr mitnehmen sollt ist: Es ist kompliziert! 😛

So viel zum Grundlegenden. Und wie sieht das mit dem CICS jetzt auf unserem „Taschenmainframe“ aus? In unserer Spielumgebung haben wir nur eine einzige CICS-Region namens „CICSA“. In einem professionellen Umfeld schaut das ganz anders aus, dort würde sich vermutlich eine Vielzahl an unterschiedlichen CICS-Systemen finden…

Und wie kommen wir jetzt da hin? Als erstes müssen wir uns mal aus dem TSO abmelden:

Um jetzt ins CICS einzusteigen können wir uns mit dem Befehl „l cics“ am System anmelden.

Und siehe da: Wir sind tatsächlich im CICS angekommen. Zumindest werden wir mit einer Meldung begrüßt! 🙂 Ansonsten scheint das CICS allerdings nicht sehr gesprächig zu sein, denn von einer Eingabemöglichkeit fehlt jede Spur. Und jetzt?

Wie ich bereits erwähnt habe ist CICS ein transaktionsbasiertes System. Durch die Eingabe von vierstelligen Transaktionskürzeln können einzelne Transaktionen gestartet werden. Hinter diesen Transaktionen stehen größtenteils (vom Unternehmen, welches den Mainframe, bzw. CICS einsetzt) selbst programmierte Anwendungen. Allerdings gibt es auch Systemtransaktionen von IBM, welche zur Verwaltung des CICS genutzt werden können.

Richtig viel können wir hier leider noch nicht sehen, da wir ja noch keine einzige Anwendung programmiert haben. Das würde den Rahmen des heutigen Beitrags leider auch deutlich sprengen, vielleicht ist das ein Thema für ein andermal! 😉

Zumindest die vordefinierten Systemtransaktionen können wir aber verwenden. So können beispielsweise mit der Transaktion „CECI“ (CICS Execute Command Interpreter) beliebige CICS-Kommandos (sofern wir dafür berechtigt sind) ausgeführt werden. Hier als Beispiel ein „CECI ASK A“, welcher einen Zeitstempel (wenn auch in einem eher kryptischen Format) ausspuckt! 🙂

Sorry, dass ich euch an der Ecke nichts „praktischeres“ mehr zeigen kann. Aber wenn wir schon mal im CICS sind, können wir gleich einen Fehler bzw. eine Nachlässigkeit beheben, welche sich in das vorinstallierte z/OS-Image eingeschlichen hat. Und zwar lassen sich von der Systemkonsole aus (das rechte Fenster) keine Befehle an das CICS schicken. Das ist schlecht, denn so können wir das System auch später nicht mehr sauber herunterfahren! 😀

Um das zu ermöglichen, müssen wir einen Zugang für die Konsole im CICS definieren. Das geht mit Hilfe der Transaktion CEDA:

Fun Fact: Die Info (sowie die Beschreibung wie man CICS mit der Masterkonsole verknüpft) habe ich natürlich erst nach gefühlt ewiger Recherche in den Untiefen des Internets auf einem portugiesischen Blog gefunden – der Klassiker! 😀

Anschließend muss mit dem Subparameter „ad“ (für „ADD“) eine neue Gruppe angelegt werden, welche der Liste „XYZLIST“ zugeordnet wird. Theoretisch könnte man auch eine eigene Liste anlegen, allerdings gibt es die XYZLIST schon und sie wird vom System nicht geschützt. Perfekt also für unsere Spielumgebung! 😉

Fun Fact: Standesgemäß habe ich die Gruppe natürlich „RETRO“ genannt! 😀

Jetzt können wir mit dem Befehl „CEDA DEF TE(L700)“ ein virtuelles Terminal definieren und es der frisch erstellten RETRO-Gruppe hinzufügen. Dazu werden einige Parameter (Group = RETRO, Typeterm = DFHCONS und Consname = L700) benötigt. Keine Angst, ich werde jetzt nicht weiter darauf eingehen, ich weiß wie langweilig die ganze Theorie ist! 😀

Über einen abschließenden „CEDA i group(retro)“ wird die Gruppe, bzw. das frisch erstellte Terminal installiert und aktiviert:

Nach getaner Arbeit fehlt eigentlich nur noch der Logoff vom System. Das geht im Fall vom CICS mit einem einfachen „cesf logo“-Befehl:

Apropos „Logoff“ – bisher haben wir immer nur irgendetwas hochgefahren oder gestartet. Ein Punkt, den ich bisher völlig vernachlässigt habe, ist das saubere Herunterfahren unseres Mini-Mainframes. Wie bei so ziemlich jedem Thema auf dem Mainframe gibt es auch hier einiges zu beachten!

Fun Fact: Theoretisch kann man den Hercules-Emulator auch einfach mit einem einzigen Klick beenden, aber die Wahrscheinlichkeit, dass sich dann etwas verhakt und das darunterliegende z/OS-System auf den virtuellen Festplatten nicht mehr hochfährt ist relativ hoch… Lieber nicht! 😉

Grob gesagt müssen wir Schritt für Schritt jede einzelne gestartete Anwendung (also jeden Dienst) händisch mit Hilfe eines speziellen Befehls beenden. Da einige Dienste Abhängigkeiten zu anderen Diensten haben, muss eine bestimmte Reihenfolge eingehalten werden. Um herauszufinden welche Dienste überhaupt gestartet sind, kann der Befehl „d a,l“ auf der Masterkonsole eingegeben werden:

Da jedes System einen anderen Befehl (in einem recht unterschiedlichen Format) erwartet und mein Gedächtnis auch nicht mehr das ist, was es mal war, habe ich mir eine Liste erstellt:

Fun Fact: An dieser Stelle ist es eine gute Gelegenheit zu erwähnen, dass alle Eingaben ausschließlich mit der Tastatur gemacht werden – kein Witz! 😀 Der Großrechner samt seinen Betriebssystemen stammt aus einer Zeit, in der es keine Mäuse, sondern ausschließlich „dumme Terminals“ mit angeschlossenen Tastaturen gab. Dementsprechend gibt es keine klassische Mainframe-Anwendung, die zur Bedienung eine Maus benötigt! Je nach installiertem 3270-Emulator lässt sich die Maus aber ggf. trotzdem unterstützend (z.B. zum Markieren von Bildschirmausschnitten) verwenden.

Jede eingegebene Aktion wird dabei durch unterschiedliche Nachrichten auf der Konsole bestätigt. Hier stoppe ich z.B. mit dem Befehl „f cicsa,cemt p shut i“ den CICS-Adressraum. Hätten wir zuvor die Systemkonsole nicht mit dem CICS-System verknüpft, würde dieser Schritt nicht funktionierten! 😉

Und so werden nach und nach alle Anwendungen gestoppt. Während einige Kandidaten (wie z.B. der TSO-Adressraum) recht pflegeleicht sind…

…müssen für andere Dienste (wie z.B. dem ZFS-Adressraum, welcher für das eingebettete Unix-Filesystem benötigt wird) neben dem Stop-Befehl noch sog. „Replys“ auf der Konsole beantwortet werden. Quasi eine altertümliche Form des von Windows-Systemen bekannten „Sind Sie sicher?“ 😀

Sobald der letzte Dienst (JES2) heruntergefahren ist, müssen mit „z eod“ und „quiesce“ noch zwei Systembefehle abgesetzt werden, um das System endgültig zu stoppen:

Der Hercules-Emulator kann dann mit einem Druck auf die ESC-Taste sowie der anschließenden Eingabe von „exit“ beendet werden.

Uff – geschafft. Damit haben wir den USB-Großrechner endlich sauber heruntergefahren. Um ehrlich zu sein, habe ich bei einigen Anwendungen mehrere Anläufe gebraucht, bis ich bei allen Befehlen und Techniken voll durchgestiegen bin, aber ich wollte euch noch nicht weiter mit technischen Details langweilen. Tja, man lernt eben nie aus… 😉

Ich denke damit sollten wir den USB-Stick – ähm ich meine natürlich den Großrechner – erst mal wieder beiseitelegen. Zwar gäbe es noch so einiges zu entdecken, allerdings ist mir auch klar, dass das ein sehr spezielles (und vor allem trockenes) Thema ist und ich denke etwas Abwechslung schadet nicht. Vielleicht gibt es ja in Zukunft mal wieder einen Beitrag über den Mainframe – wer weiß das schon? 😉

In diesem Sinne – bis die Tage, ciao!

#172 – Exploring the Mainframe – I

Vorwort: Uff – und ihr dachtet beim letzten Mal ging es technisch zur Sache! Eines ist mal klar – auch heute wird es erneut etwas „nerdy“. Schließlich tauchen wir in die grundsätzlichen Funktionen eines Großrechner-Betriebssystems ab! 😀

Bevor ihr jetzt den Browser-Tab sofort schließt – ich habe stets versucht Parallelen zu euch vielleicht bekannten Systemen und Konzepten zu ziehen. Vielleicht ist das Thema so für den ein oder anderen doch interessant und nicht völlig abgespaced! 😀

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Beim letzten Mal haben wir uns ja erfolgreich einen eigenen kleinen (virtuellen) Großrechner auf einem USB-Stick gebaut. Echt cool! 😉

Hat sich der ganze Aufwand gelohnt? Was können wir denn jetzt eigentlich mit dem Mainframe machen? Um das zu erkunden müssen wir uns erst mal am System anmelden. Hierzu benötigen wir das „TSO“ (time sharing option) aus der zweiten wc3270-Session. Mit einem „logon ibmuser“ (so heißt der vordefinierter Benutzer) wird der Anmeldevorgang gestartet.

Fun Fact: Das TSO ist ein Kommandozeileninterpreter für IBM-Mainframe-Betriebssysteme. Ein „modernes“ Gegenstück hierzu ist z.B. die Eingabeaufforderung („CMD“) unter Windows. Ihr wisst schon, die schwarze Box in welche die ganzen IT-Spezialisten immer lustige Befehle eintippen! 😉

Anschließend muss noch das Passwort des Benutzers in einer weiteren Oberfläche eingegeben und die Eingabe bestätigt werden. Im Vergleich zu bekannten PC-Betriebssystemen muss als Eingabetaste auf dem Mainframe nicht „ENTER“, sondern die „Datenfreigabetaste“ gedrückt werden. In den meisten 3270-Emulatoren ist das die rechte Steuerungstaste – das muss man wissen! xD

Fun Fact: Dieser Umstand ist der Geschichte der 3270-Terminals, bzw. deren Tastaturen zu verdanken. Auf alten IBM-Terminal-Tastaturen ist die Eingabetaste noch mit DatFrGb oder DFG (für Datenfreigabetaste) beschriftet und unterhalb der rechten SHIFT-Taste (exakt dort, wo sich jetzt „STRG-Rechts“ befindet) angeordnet – am Ende ergibt alles einen Sinn…

Und siehe da – schon sind wir im „ISPF“ (Interactive System Productivity Facility) angekommen. Das ISPF ist eine Art grafische Oberfläche für TSO und quasi der „Desktop“ des Mainframes. Von hier aus lassen sich alle wichtigen Programme und Dateien ansteuern.

Fun Fact: Wow – fast so wie mit DOS und Windows! Ach ja, damals… 🙂

Die einzelnen Funktionen verstecken sich in einer Menüstruktur und können über Tastaturbefehle angesprungen werden. So kommt man z.B. über den Menüpunkt „6“ in eine Kommandozeile in welcher auch längere Befehle eingegeben werden können.

Fun Fact: Spätestens an dieser Stelle sollte jedem klar sein, dass der Großrechner kein „Multimedia-Betriebssystem“ ist, sondern eher ein professionelles Werkzeug zur Massendatenverarbeitung. Funktionen wie „MP3s abspielen“, „Videos ansehen“ oder gar einen „Internetbrowser“ sucht man hier vergebens! Was will man auch mit so modernem Schnickschnack? 😛

Unter der Auswahl „3“ findet man das „Utility-Menü“. Von hier aus lassen sich einige weitere Auswahlmöglichkeiten anspringen. Hauptsächlich wird dieser Bereich jedoch zur Dateiverwaltung verwendet. So können z.B. Dateien kopiert, miteinander verglichen, oder nach bestimmten Zeichenfolgen gesucht werden.

Fun Fact: Jeweils ein Menü zurück springt man übrigens mit einem Druck auf die „F3“-Taste. Völlig intuitiv oder? 😀

Apropos Dateien – über den Menüpunkt „2“ kommen wir in das dedizierte „Dateimenü“. Mit Hilfe dessen lässt sich eine Datei anlegen. Ebenso können bestehende Dateien umbenannt werden oder sich Informationen bzw. Dateiattribute (Größe, belegter Platz, Dateiformat, etc.) anzeigen lassen.

Fun Fact: Diese Menüstruktur lässt sich auch über mehrere Ebenen hinweg ansteuern. Erfahrene Benutzer können so direkt zu den entsprechenden Menüs und Funktionen navigieren. Über die Eingabe „3.2“ kommt man so z.B. vom Hauptmenü direkt in das Dateimenü!

Die Dateiorganisation an sich ist nur eines von zahlreichen kryptischen Themen des Mainframe. Diese funktioniert nämlich ganz anders (und meiner Meinung nach wesentlich sperriger) als man es von „modernen“ Betriebssystem gewohnt ist.

Grob kann man sich das so wie Ordner (Datasets) und Dateien (Member) unter Windows vorstellen. Ganz so einfach ist es aber dann doch nicht, denn es gibt z.B. auch sog. „sequentielle“ Datasets, welche ohne „Ordnerstruktur“ einfach in Dateiform vorliegen. Ich habe im Folgenden versucht eine Windows-Ordnerstruktur mit entsprechenden „Mainframe-Gegenstücken“ aufzuzeigen:

Mann, immer diese langweilige Theorie… Können wir nicht einfach mal was Praktisches machen? Also gut – möchte man nun eine Datei anlegen, müssen zahlreiche Parameter wie z.B. Dataset-Organisation, Record, Satzlänge, Größenangaben, etc. bedacht werden. Das alles zu erklären würde leider viel zu weit führen, nehmt es einfach so als gegeben hin! 😀

Der Dateiname selbst besteht aus mehreren Blöcken (genannt Qualifiern), welche durch einen Punkt getrennt werden. Unsere Beispieldatei heißt „IBMUSER.SEQDAT“:

Fun Fact: Es gibt auf dem Großrechner keine Dateisuffixe, also keine Dateiendungen wie z.B. „.txt“ (Textfile) oder „.docx“ (Word-Dokument) oder „.jpg“ (für ein Bild). Es ist dem Betriebssystem (und allen Anwendungen) völlig egal ob in der Datei Text, Binärdaten oder sonstige Informationen gespeichert sind. Somit ist der Typ, der vor dem Computer sitzt, selbst für die Dateizuordnung und deren Sinnhaftigkeit verantwortlich! 😉

Hat man die Datei erstellt, kann man mit Hilfe des ISPF-Editors (quasi das Frontend zum Editieren von Dateien) etwas Inhalt reinschreiben.

Fun Fact: Eins ist mal klar – das ist definitiv kein Notepad++ und erst recht kein Eclipse oder Visual Studio! 😀 Selbst für geübte Linux-Freaks, die mit dem (vor allem für Windows-User kryptisch wirkenden) „vi-Editor“ fit sind, ist der ISPF-Editor eine Herausforderung. Dessen Bedienung würde schon allein eine einwöchige Schulung gut füllen! 😉

Ok – nicht gerade geistreiche Worte, aber der Gedanke zählt! 😛 Nun wollen wir noch ein weiteres untergliedertes Dataset (über das Menü 3.2) samt zweier Member erstellen. Im Vergleich zu einer sequentiellen Datei müssen hier bei der Anlage der „Data set name type“ auf PDS und ein Wert (z.B. 10) bei „Directory blocks“ angegeben werden. Durch diese Angaben weiß das Betriebssystem, dass es sich um ein organisiertes (untergliedertes) Dataset mit mehreren Membern handelt.

Fun Fact: Ebenso ist jeder „Qualifier“ (also jedes Wort zwischen einem Punkt) auf acht Zeichen begrenzt, somit müssen wir uns mit dem Dateinamen „IBMUSER.RETROLOL“ begnügen!

In dem frisch angelegten Dataset…

habe ich zwei Member (Dateien) angelegt und eine davon (FILE1) mit etwas Inhalt befüllt. FILE2 habe ich absichtlich leer gelassen.

Nun ist der Großrechner ja nicht nur zum Verwalten von Dateien da. Ein Stichwort, welches immer im Zusammenhang mit Mainframes auftritt, ist die Massendaten- bzw. Stapelverarbeitung von Daten. Ein praktisches Beispiel wäre die Vielzahl an Kreditkartentransaktionen, welche es täglich auf der ganzen Welt zu verarbeiten gibt. Diese Verarbeitung klappt natürlich nur mit komplexen Programmen, welche sich irgendwelche schlauen Köpfe ausgedacht und programmiert haben. 🙂

Damit der Großrechner weiß, welche Dateien jetzt mit welchen Programmen verarbeitet werden sollen, werden „Steuerungsanweisungen“ benötigt. Diese werden in einer eigenen Sprache namens JCL (Job Control Language) formuliert. Na, das wollen wir doch gleich mal ausprobieren. Hierfür habe ich mir ein weiteres Dataset angelegt…

…und darin ein erstes JCL-Member namens SORT erstellt. Die genaue Syntax wie so etwas geht, welche Statements benötigt werden und wie man das Programm zur Sortierung korrekt parametrisiert ist in diversen Handbüchern beschrieben.

Fun Fact: Diese Ansammlung von Steuerungsanweisungen wird „Job“ genannt. Letztendlich ist in so einem Job exakt beschrieben, welche Aufgabe(n) der Großrechner bei diesem Job zu erledigen hat – fast so wie Jobs, bzw. Aufträgen in der „echten Welt“! 🙂

Damit der Job ausgeführt wird, muss in der Adresszeile ein einfaches „sub“ (steht für submit) eingegeben werden.

Fun Fact: In einer produktiven Umgebung (also in einem Unternehmen) gibt es natürlich eigene Software, welche das Starten und die Überwachung von Jobs übernehmen. Die Zeiten, in denen händisch jede Nacht einzelne Aufträge gestartet wurden, sind schon lange vorbei! 😉

Der Großrechner (bzw. das JES – steht für „Job Entry System“) quittiert die Auftragsannahme mit einer Meldung:

Und siehe da – wenige Sekundenbruchteile später erhalten wir eine Erfolgsmeldung (auch NOTIFY genannt) die besagt, dass der Job erfolgreich verarbeitet wurde. Würde hier als Rückgabecode etwas anderes als Null stehen (z.B. 4, 8 oder 12) wäre die Verarbeitung nicht erfolgreich und wir müssten den Job (oder das ausgeführte Programm) entsprechend korrigieren und erneut starten.

Fun Fact: Wie schnell so ein Auftrag abgearbeitet wird, hängt von den zur Verfügung stehenden Kapazitäten ab, so wie es eben auf einem „normalen“ Computer oder Smartphone auch ist. Wenn im Hintergrund Updates installiert werden, ihr auf YouTube unterwegs seid und gleichzeitig Spotify läuft, dann kann es schon mal etwas länger dauern, bis sich die TikTok-App öffnet! 😀

Hm, ok. Und was ist jetzt eigentlich genau passiert?! 😀 Um das zu verstehen sollten wir uns die Steueranweisungen nochmal ansehen. Wir haben letztendlich auf ein vorgefertigtes Programm namens „SORT“ zugegriffen und diesem als Parameter eine Eingabedatei (FILE1) und eine Ausgabedatei (FILE2) sowie ein paar Befehle, nach welcher Stelle sortiert werden soll, mitgegeben. Einfach gesagt – wir haben uns eine Datei sortieren lassen! 🙂

Da der Job (laut NOTIFY-Meldung) erfolgreich durchgelaufen ist, können wir uns gleich das Ergebnis in der Ausgabedatei ansehen. Öffnet man IBMUSER.RETROLOL(FILE2) wieder mit dem ISPF-Editor sehen wir, dass der Sortiervorgang tatsächlich erfolgreich war – geil!

Um das Bild rund zu machen, können wir noch einen Blick auf den abgearbeiteten Job werfen. Eigentlich macht man das typischerweise im Fehlerfall (z.B. um zu prüfen, ob Parameter falsch gesetzt waren), aber auch wenn alles funktioniert, lassen sich hier einige Infos über den verarbeiteten Job ablesen. Ihr wisst ja – Vertrauen ist gut, Kontrolle besser! 😉

Hierfür navigieren wir vom Hauptmenü aus in das Menü „m.5“ (SDSF).

Im „SDSF“ (Spool Search and Display Facility) werden alle gelaufenen (und aktuell noch laufenden) Jobs und Systemprozesse verwaltet. Über die Auswahl „st“ gelangen wir in die Statusübersicht. Hier findet sich (ganz unten) auch der soeben durchgeführte Job (SORTPGM).

Schaut man sich dessen Output an, sieht man sofort, dass der Job in weniger als einer Sekunde verarbeitet wurde:

Fun Fact: Mit der Angabe „9 CARDS READ“ wird die Anzahl der eingelesenen Zeilen der JCL-Datei ausgegeben. Warum „Cards“? Nun, das ganze System stammt aus einer Zeit, in der Daten (und somit auch Steuerungsanweisungen) auf Lochkarten (Artikel 1 und 131 lassen grüßen) gehalten (d.h. darauf ausgegeben bzw. davon eingelesen) wurden. Da mit jeder Karte 80 Byte an Daten repräsentiert werden konnten, wurde auch jede einzelne Zeile einer JCL von einer einzelnen Lochkarte eingelesen. 9 Zeilen – 9 Cards. Aus heutiger Sicht kaum vorstellbar, wie „IT“ in grauer Vorzeit mit einem Haufen Papierkarten funktioniert hat! 🙂

Auch die Parameter sowie die einzelnen Schritte, in welchen das SORT-Programm die Eingabedatei verarbeitet hat, lassen sich hier nachvollziehen. Hier findet man Informationen wie viele Sätze verarbeitet wurden und wie viele Bytes insgesamt sortiert wurden.

Ihr seht schon – genau für solche Stapelverarbeitungsvorgänge (auch „Batch“ genannt) ist der Mainframe wie geschaffen. So werden – auch heute noch – meist über Nacht Millionen von Datensätzen durch Rechnungsprogramme, Abbuchungssoftware oder Druckaufbereitungsprogramme geschoben und sequentiell verarbeitet. Echt abgefahren! 🙂

Und? Fühlt ihr euch bereits wie die absoluten Oberchecker, Hacker oder Mainframe-Geeks? Nun, das freut mich. Ich will euch auch gar nicht entmutigen, aber um ehrlich zu sein haben wir bisher nicht mal ein Prozent der Thematik beleuchtet! 😀

Fun Fact: Kein Wunder – zu glauben man wüsste was abgeht, nachdem man ein paar Zeilen auf einem albernen Internetblog gelesen hat wäre vermessen. Eine „Grundlagenausbildung“ im Mainframe-Bereich dauert meist mehrere Jahre – und selbst dann hat man realistisch betrachtet vermutlich erst zehn Prozent der Plattform erforscht. Alles in allem kein leichtes Unterfangen… 😉

Keine Angst – ich werde definitiv nicht eine Art „Grundkurs“ aus dem Thema machen, ich möchte euch nur in ein paar – hoffentlich – halbwegs verdaubaren Häppchen in die mystische Welt des Großrechners mit eintauchen lassen! 🙂

In diesem Sinne – bis die Tage, ciao!

#171 – Der kleinste Großrechner der Welt

Vorwort: Fest anschnallen Freunde, heute wird es ziemlich „nerdy“! 😀

Mich hat das Projekt einfach interessiert und wenn man erst mal angefangen hat sich einzuarbeiten ist es einfach schon zu spät einen Rückzieher zu machen! 😉

Wie dem auch sei, ich hoffe ich habe das Thema auch für „Nicht-Nerds“ halbwegs transparent rübergebracht. Ich habe mir Mühe gegeben – ernsthaft!

In diesem Sinne, viel Spaß mit einem Einblick in eine längst vergessene Welt der Informatik…

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Ein Großrechner – vielen vielleicht noch als EDV-Ungetüm (nicht nur) aus Science-Fiction-Filmen der letzten Jahrzehnte bekannt. Das sind diese großen Kisten, welche in einem Rechenzentrum (meist in Kombination mit Platten- oder Tape-Systemen bzw. Bandlaufwerken) stehen und eher wie „mechanische Schränke“ aussehen als wirkliche Hightech-Geräte! 😉

Zugegeben – heutzutage sieht ein Großrechner etwas fortschrittlicher aus. Trotz des großen Namens (:D) sind die Systeme wesentlich kleiner geworden und haben jetzt stylische Plastiktüren! Das ist natürlich nur ein optischer Hingucker, denn auch technisch hat sich die Welt weitergedreht. Moderne Großrechner-Systeme stellen state-of-the-art Technologien zur Verfügung. Bandlaufwerke gehören größtenteils der Vergangenheit an, stattdessen besitzen Großrechner Glasfaser-Anschlüsse und bieten zahlreiche Möglichkeiten zur Dateiverschlüsselung sowie Nutzung von Cloud-Technologien!

Doch keine Panik, darauf will ich gar nicht zu sehr eingehen. Letztendlich ist ein Großrechner (auch „Mainframe“ oder „Host“ genannt) auch nur ein Computer, welcher aus Hardwarekomponenten besteht und ein Betriebssystem benötigt. Im Vergleich zu einem Desktop-PC oder einem Laptop kann ein Mainframe aber eine Vielzahl an Ressourcen (Arbeitsspeicher, CPUs, Storagesysteme, etc.) verwalten und bietet somit die perfekte Grundlage für die Verarbeitung von Massendaten („Big Data“). Vielleicht verwenden gerade aus diesem Grund auch heute noch viele große Unternehmen diese IT-Dinosaurier aus der EDV-Steinzeit. Kein Witz – so werden z.B. 90% aller Kreditkartentransaktionen weltweit noch mit Mainframes erledigt – irre! 🙂

Fun Fact: Auf Grund ihrer Größe und der verbauten Technik werden Mainframes gerade von Amerikanern auch gerne „Big Iron“ genannt! 😀

Wenn ihr echte Nerds seid und euch das Thema „Großrechner, Mainframes und z/OS“ interessiert, kann ich euch wärmstens das Buch „What On Earth is a Mainframe“ empfehlen! Darin werden auf kurzweilige Art und Weise die grundsätzlichen Prinzipien eines Großrechners erklärt! 🙂

So, lang genug gelabert – schließlich ist Theorie langweilig und wir wollen Praxis-Action! 😀 Nun, was soll ich sagen? Leider kann ich mir keinen echten Großrechner für mehrere Millionen anschaffen und in den Keller stellen. Nicht nur, dass das aus finanzieller Hinsicht unmöglich wäre, auch benötigen diese Systeme ganz andere Standort-Voraussetzungen wie ein PC. So würde alleine der massive Stromverbrauch vermutlich das Stromnetz meiner Gemeinde lahmlegen. Von der Wärmestrahlung möchte ich gar nicht erst anfangen. Ohne geeignete Kühlsysteme hätte man vermutlich recht schnell eine Sauna im Keller! Auch die Tatsache, dass solche Geräte mehrere Tonnen schwer sind, macht es nicht einfacher, so ein Teil trägt man nicht eben einfach mal die Kellertreppe runter… 😀

Fun Fact: Ein amerikanischer Teenager hat sich genau das in den Kopf gesetzt: Einen alten Mainframe zu kaufen, in seinen Keller zu stellen und zu betreiben – kein Witz! Gelinde gesagt ein aufwändiges und teures, wenn nicht sogar nahezu unmögliches Unterfangen…

Tja, und jetzt? Leider ist auch der technische Aufbau, bzw. die Architektur eines Mainframes doch krass unterschiedlich im Vergleich zu „normalen“ Computern. So können wir z.B. ein Mainframe-Betriebssystem nicht einfach auf einem Computer (z.B. anstatt von Windows) installieren.

Hm, nicht gerade positive Nachrichten. Doch nicht verzagen, denn tatsächlich gibt es eine Möglichkeit. Das Zauberwort heißt – mal wieder – „Emulation“! 😉

Fun Fact: Das Prinzip ist das gleiche wie bei den Konsolenemulatoren, die ich bei vergangenen Bastelprojekten schon häufig verwendet habe. Letztendlich ist ein Emulator nur ein Programm, welches eine andere Architektur (also letztendlich die Hardware) simuliert. Als PC-Anwender kennt man das z.B. von einem N64-Emulator (z.B. „Project64“) mit dem man Nintendo 64 Spiele auf einem Computer spielen kann! Ebenso habt ihr bestimmt in einem meiner Artikel schon mal etwas von dem „DOSBox“-Emulator gehört. 😉

Heutzutage gibt es so gut wie für jedes halbwegs populäre System Emulatoren, so auch für Mainframes! 🙂 Schlaue Köpfe haben die unterschiedlichen Architekturen von Mainframe-Systemen analysiert und den Emulator „Hercules“ programmiert. Die Open Source Software ist kostenlos und bietet das technische Grundgerüst eines Großrechners – auf einem PC!

Fun Fact: Ganz wichtig – Hercules versucht nur die Hardware eines Großrechner-Systems (möglichst analog zum Original) virtuell abzubilden. Ein Betriebssystem enthält der Emulator selbst nicht.

Als besondere Challenge – und um endlich den Titel des heutigen Blogbeitrags zu erklären – habe ich es mir als Ziel gesetzt so einen emulierten Großrechner portabel auf einem USB-Stick zum Laufen zu bekommen – crazy shit! 😀

Also, was brauchen wir für unseren Mini-Mainframe? Zuerst mal einen USB-Stick! Ich habe für das Projekt einen günstigen 32GB Samsung-Stick (USB 3.1) verwendet. Letztendlich ist es egal für welches Speichermedium (USB-Stick, Festplatte, SSD) man sich entscheidet.

Fun Fact: Einzige Voraussetzung ist, dass der Datenträger halbwegs gute Schreib- und Leseraten besitzt, sonst dauert es Minuten bis was vorwärtsgeht. Oder habt ihr Lust eine halbe Stunde zu warten, bis das System endlich hochfährt? 😀

Nach dem Download der portablen Version von Hercules muss das ZIP-Archiv auf dem USB-Stick entpackt werden.

Fun Fact: Ich habe den Stick natürlich passenderweise mit dem Namen „MAINFRAME“ formatiert! 😉

Anschließend kann der Emulator über die Datei „hercules.exe“ gestartet werden. Puh, nur ein schwarzes Fenster mit etwas Text. Tja, viel mehr braucht es eben nicht, solange alles funktioniert! 😉

Fun Fact: Tatsächlich ist das nur die Logdatei des Emulators, außer geladenen Einstellungen sieht man hier nicht viel – keine Panik! 😀

Mit einem Druck auf die Escape-Taste wird es noch schlimmer. Uff – sind wir in der Matrix angekommen oder was?! Das sieht ja nicht gerade „benutzerfreundlich“ aus! 😀

In diesem Fenster sieht man neben den Inhalten des Arbeitsspeichers (Programmregister, PSW) unter „Peripherals“ die im Emulator definierten Geräte, so auch die DASD (Direct Access Storage Devices) Geräte. Im Endeffekt sind das Geräteadressen von Festplatten, aber man kann sich die Teile ungefähr so wie die Mountpoints bei Linux vorstellen. Ist ja eigentlich logisch, ohne Speicherplatz geht nichts! 😉

Fun Fact: Tatsächlich wird diese Übersicht liebevoll „grafischer Modus“ genannt – kein Witz! 😀

Natürlich bringt uns der Mainframe-Emulator an sich noch nichts, denn dieser simuliert nur die Hardware. Wir brauchen noch ein geeignetes Betriebssystem! Viele ältere (und damit mein ich sehr alte) Mainframe-Betriebssysteme wurden mittlerweile kostenlos veröffentlicht. Ein sehr populäres System ist z.B. „Turnkey MVS 3.8“, für welches auch noch Anleitungen (und Videos) zur Installation existieren. An sich könnten wir das für einen einfachen Test hernehmen, aber ich möchte stattdessen eine alte Version von „z/OS“, einem Betriebssystem von IBM verwenden, da ich das bereits aus meiner beruflichen Laufbahn kenne! 🙂

Fun Fact: Der Name besteht aus den Teilen „z“ und „OS“. OS steht natürlich für „Operating System“ – ist klar. Das „z“ steht für „zero downtime“ (nicht geplante Betriebsunterbrechung) und soll die hohe Verfügbarkeitsquote und Stabilität des Betriebssystems untermauern.

Die einzelnen „.cckd“-Dateien (Hercules Compressed CKD DASD image files) sind letztendlich virtuelle, komprimierte Festplattenimages von den für das Betriebssystem benötigten Festplatten bzw. deren Inhalt. Ich habe die entsprechenden Dateien in einen Ordner namens cckd auf den USB-Stick kopiert und bei der Gelegenheit in ein etwas handlicheres Format umbenannt.

Fun Fact: Das verwendete z/OS-System ist ein Komplettpaket (Betriebssystem mit einigen vorinstallierten und konfigurierten Anwendungen), welches vor Jahren zu Schulungszwecken erstellt wurde. Wer zu viel Lebenszeit hat, könnte natürlich auch versuchen alles von Grund auf neu aufzubauen. Seht es mir nach, wenn ich darauf verzichte. Für so eine Aktion bräuchte man mehrere langjährig ausgebildete Techniker und Spezialisten – und natürlich sehr viel Zeit…

Damit Hercules die virtuellen Images erkennt, müssen wir sie in der Konfigurationsdatei des Emulators („hercules.cnf“) definieren:

Hier gibt es zahlreiche weitere Parameter zu setzen, auf die ich jetzt nicht genau eingehen werde. Wichtig ist nur, dass die CCKD-Dateien eingebunden und die Adresse des „Loadparm“ (Angabe wo das System seine Konfiguration findet) korrekt gesetzt wurde.

Fun Fact: Ich erspare euch die stundenlange, mühsame Fehlersuche im Internet. Bei mir haben Teile des Systems nicht funktioniert, weil ich eine falsche Loadparm-Adresse angegeben hatte („0A95DB..“ anstatt „0A95DC..“) – so ein Mist! 😀

Soweit die Basiskonfiguration. Neben dem Emulator und den Systemdateien selbst benötigen wir noch eine Möglichkeit auf unser Betriebssystem zuzugreifen. Mainframes verwenden ein eigenes Protokoll (eine spezielle Variante von Telnet) namens „TN3270“. Eine Software, die mit dem Protokoll umgehen kann und auf modernen PCs läuft ist z.B. „wc3270“.

Fun Fact: Früher gab es physikalische Terminals mit schwarzem Bildschirm und grüner Schrift (so ganz ohne Internet, Office und sonstigen Anwendungen). Mittlerweile werden diese Geräte nur noch mit entsprechender Software emuliert.

Nach dem Download der „noinstall“-Version muss wc3270 auf den USB-Stick gepackt werden.

Anschließend müssen zwei Sessions mit Hilfe des Session Wizards (wc3270wiz.exe) angelegt werden. Als Hostname wird „127.0.0.1“ und als Port „3270“ verwendet.

Fun Fact: Es ist wichtig, dass man die IPv4-Adresse 127.0.0.1 angibt, ich habe es erst mit „localhost“ probiert und bin auf einen Fehler gestoßen, weil der Name bereits in eine IPv6-Adresse aufgelöst wird und der Terminalemulator damit nicht umgehen kann. Fail! 😀

Jetzt ist es endlich soweit und wir können zum ersten Mal unseren Großrechner hochfahren! 🙂

Dafür müssen die beiden 3270-Session und der Hercules-Emulator gestartet werden. Um das nicht immer per Hand machen zu müssen, habe ich mir eine kleine Batch-Datei geschrieben:

Um jetzt das System zu starten, müssen wir mit „ESC“ in den grafischen Modus wechseln und mit „l“ und einem anschließenden „f“ (Auswahl der Systemplatte) den IPL (initial program load), also den Startvorgang des Systems einleiten.

Beim ersten Startversuch kann es sein, dass ein Warnhinweis zur Initialisierung des Systems auftaucht. Diesen kann man einfach mit „r 00,i“ beantworten, damit der Startvorgang fortgeführt wird.

Anschließend geht die Post ab und das System fährt hoch. Auf der 3270-Session „console“ kann man der Systemkonsole beim Arbeiten zusehen, wie nach und nach die einzelnen Dienste gestartet werden. Schon spannend – fast wie in einem SciFi-Film! 😉

Je nachdem wie viel Power (CPU, Datenträger, etc.) der PC, auf dem der Emulator ausgeführt wird, hat, dauert es einige Minuten bis z/OS vollständig initialisiert wurde. Die aktuell gestarteten Dienste kann man sich über den Befehl „d a,l“ anzeigen lassen.

Und tatsächlich – einige Minuten später sieht man den Anmeldebildschirm (TSO logon screen) auf der zweiten 3270-Session aufpoppen. Ein erfreuliches Ergebnis, denn das bedeutet, wir haben einen kleinen Mainframe zum Laufen gebracht! 🙂

Soweit so gut, und was kann man jetzt damit machen? Nun, ich denke dieser Frage sollten wir beim nächsten Mal nachgehen. Ich möchte das Thema lieber in kleineren, und dafür (hoffentlich) verständlicheren Häppchen betrachten, als alles in einen Artikel zu quetschen. Und wenn ich ehrlich bin habe ich das Gefühl, dass der heutige Beitrag eh schon wieder zu lang geworden ist! 😀

In diesem Sinne – bis die Tage! 🙂

#170 – Pausenspiele II

Nanu? Ist es schon wieder Zeit für eine Pause? Ich glaube ja! 🙂

Fun Fact: Um ehrlich zu sein finde ich, dass ich mir – nach den doch sehr tiefen (und anstrengenden) Analysen in Artikel 168 und 169 – wirklich eine Pause verdient habe! 😀

Während ich euch beim letzten „Pausenspiele“-Artikel doch eher populäre Titel gezeigt habe, möchte ich heute auf ein paar obskurere, bzw. weniger bekannte Spiele eingehen, die vielleicht noch nicht jeder gespielt hat! 🙂

Fangen wir gleich an, los geht’s mit „Bloxorz“:

Bloxorz ist ein Puzzlespiel bei dem ihr einen Eisenblock in ein rechteckiges Loch fallen lassen müsst. Klingt einfach? Ist es nicht, denn der Block lässt sich nur kippen (um sich selbst „rollen“) und kann nicht frei bewegt werden. Gesteuert wird das ganze über die Pfeiltasten auf der Tastatur.

Fun Fact: Das Spiel basiert ursprünglich auf der (mittlerweile veralteten und aus allen Browsern entfernten) Adobe Flash-Technologie. Gut, dass es mittlerweile an moderne Standards angepasst wurde, so kann man es auch heute noch ohne Probleme online finden und spielen.

In späteren Levels kommen weitere Elemente, wie z.B. Schalter, welche Brücken entstehen lassen, oder besondere Felder, welche euren Block zweiteilen, hinzu. Das macht das Spiel abwechslungsreich und auch schwierig! Gerade die letzten der insgesamt 33 Level sind ganz schöne Kopfnüsse. Vielleicht ist „Bloxorz“ nichts für Jedermann, aber mir als „IT-Guy“ hat das Spiel immer Spaß gemacht! 😉

Ein mittlerweile vollkommen in Vergessenheit geratenes Spiel ist „Crystal Racer“ aus dem Jahre 2001. Kein Wunder – online finden sich kaum mehr Informationen über das kleine Jump ‘n‘ Run! Wie kann das sein?! Dabei ist das Ziel des Spiels doch extrem wichtig – schließlich müssen wir die Welt vor einer Alien-Invasion retten! 😉

Fun Fact: Tatsächlich habe ich im gesamten Internet keinen einzigen Download für das Spiel gefunden. Die hier gezeigten Screenshots stammen aus der Shareware-Version, welche ich durch Zufall auf der beigelegten CD aus dem Computer Bild Spiele Heft (08/2002) gefunden habe! 😀

Der „Crystal Racer“ schwebt hierfür mit seinem fliegenden Skateboard durch vier kurze Levels in denen jeweils Hindernisse und Gegner überwunden werden müssen, um am Ende jedes Abschnitts einen magischen Kristall einzusammeln. Um Bonuspunkte zu erlangen können kleine Kristalle (welche auch die Lebensenergie wieder etwas regenerieren) eingesammelt oder an bestimmten Stellen in der Luft Tricks ausgeführt werden. Highscore und so…

Die Grafik ist nichts Besonderes und die Steuerung als „schwammig“ zu bezeichnen ist fast noch zu nett. Trotzdem hat das Spiel einen gewissen Reiz. Vielleicht ist das einer dieser Kandidaten bei dem viel Nostalgie mitschwingt – frei nach dem Motto „wir hatten damals einfach nichts Besseres“! 😀

Fun Fact: Ich will gar nicht schon wieder die „ikonische Hintergrundmusik“ erwähnen aber scheinbar ist das etwas, was am einfachsten im Gehirn hängen bleibt! 😉

Sind alle vier Level überstanden, kann mit Hilfe der vier gesammelten großen Kristalle ein altertümlicher Schutzschild in Betrieb genommen werden, welcher die Erde vor den außerirdischen Eindringlingen beschützt. Und viel mehr gibt es zu Crystal Racer auch gar nicht zu sagen. Alles in allem kein wirklich beeindruckendes Spiel, aber für eine kurze Pause allemal tauglich! 🙂

Ein Spiel, welches sich ebenfalls sehr gut für eine kurze Pause vom Alltagsstress eignet, ist „Icy Tower“:

Als Protagonist „Harold the Homeboy“ müsst ihr durch verschieden hohe Sprünge einen Turm mit Eisplattformen erklimmen.

Fun Fact: Icy Tower ist sozusagen der Großvater von „Doodle Jump“. Wobei – wenn man es genau nimmt hat selbst Icy Tower auch nur das Spielprinzip vom Open-source-Spiel „Xjump“ abgekupfert! 😀

Um schneller voran zu kommen könnt ihr durch das hin- und her bewegen auf einer Plattform Geschwindigkeit ansammeln und dadurch höhere (und somit meist auch gewagtere) Sprünge durchführen. Für mehrere solcher hohen Sprünge hintereinander gibt es natürlich fette Bonuspunkte!

Klingt einfach oder? Nun, ich habe ein entscheidendes Detail bisher verschwiegen: Die Uhr am oberen Bildschirmrand tickt gnadenlos und erhöht jede 30 Sekunden die Geschwindigkeit des vertikal scrollenden Bildschirms. So werdet ihr unter Druck gesetzt immer schneller zu springen! 🙂

Fun Fact: Gebt euch mal den irren Beat im Hauptmenü. Einerseits furchtbar und gleichzeitig doch irgendwie geil! 😀

Während die ersten Ebenen noch recht leicht zu erklimmen sind, zieht der Schwierigkeitsgrad nach und nach gehörig an. Die höheren Stufen sind ohne spezielle Tricks und äußerst riskante Manöver kaum mehr zu bewältigen. Jede paar hundert Stufen ändert sich die Optik der Plattformen und natürlich werden diese auch immer schmäler!

Icy Tower ist ein ganz klarer Fall von „easy to pick up, hard to master”. Wer sich auf die eisige Sprungakrobatik einlässt, kann hier viel Spaß haben – und gleichzeitig auch viele Nerven lassen! 😀

Wer es lieber etwas ruhiger mag und zur kurzen Entspannung für zwischendurch lieber sein Gehirn einschaltet, für den hätte ich „IQ-Marathon“ im Angebot! 🙂

IQ-Marathon ist ein Puzzlespiel aus dem Jahre 2002. Ziel des Spiels ist es, eine Kuh zu einem Pokal zu führen. Das geht allerdings nicht durch irgendwelche geschickten Sprungeinlagen, sondern durch das auslegen von roten Richtungspfeilen auf dem in Kästchen angeordneten Untergrund.

Fun Fact: Natürlich ist der Titel ein Wortwitz, da man nicht nur einiges an Grips benötigt, sondern auch vierbeinige Grasfresser durch die Gegend steuert. Also ist es quasi ein „I-Kuh-Marathon“. Die Entwickler waren bestimmt stolz auf diesen Einfall! ^^

Schafft man es die Kuh zum Pokal zu navigieren, ist sie glücklich und schwingt ihren Euter durch die Gegend! Na das nenne ich mal eine Belohnung! 😀

Im Lauf des Spiels kommen immer weitere Gameplay-Elemente hinzu. Manchmal müssen Heuballen verschoben, Schalter betätigt oder gar Schlüssel zum Öffnen verschlossener Türen eingesammelt werden. Manchmal bekommt man auch etwas Hilfe von anderen Kühen oder Bullen, die einen durch die Gegend schieben oder ebenfalls Gegenstände einsammeln können.

Fun Fact: Tatsächlich gibt es bis heute eine aktive Community, welche immer noch neue Levels für das Spiel bastelt und für andere Fans bereitstellt – verrückt! 😀

Zusammengefasst lässt sich sagen: IQ-Marathon ist ein kurzweiliges Denkspiel für Freunde die gerne etwas knobeln. Gut, dass es ein Passwortsystem gibt, so kann man sich an einem anderen Tag an den späteren, deutlich schwierigeren Leveln den Kopf zerbrechen! 😉

Ihr braucht mehr Action? Denkspiele sind was für Rentner und Langweiler? Ich glaube da hätte ich mit „Little Fighter 2“ genau das richtige Pausenspiel für euch im Angebot!

Fun Fact: Das Spiel hatte ich schon längst wieder vergessen und habe es nur durch Zufall wieder auf einer alten „Bravo Screenfun“-CD entdeckt. Schon lustig wie es manchmal läuft… 🙂

Das auch „LF2“ genannte Prügelspiel (offiziell „Beat-‘em-up“ genannt) gibt es bereits seit 1999. Seitdem wurde das Spiel immer wieder erweitert und um zusätzliche Spielmodi, Level und Charaktere ergänzt.

Fun Fact: Meine Version (1.55) von der Screenfun-CD, stammt vom 31. Oktober 2001! 🙂

Mir persönlich ist LF2 gerade im Zweispielermodus (sei es nun zu Hause gegen einen Freund oder im – zumeist langweiligen – IT-Unterricht in der Schule gegen Klassenkameraden) im Gedächtnis geblieben. Ziel des Spiels ist es, seinen Konkurrenten mit Schlägen oder Tritten auszuschalten. Dabei kann aus einer (von der Version abhängigen) Vielzahl an unterschiedlichen Charakteren gewählt werden, mit welchem Kämpfer man in die Schlacht ziehen möchte.

Fun Fact: Little Fighter war für mich als PC-Spieler mit wenig Geld quasi immer das „Street Fighter“ (SNES) oder „Super Smash Bros.“ (N64) für Arme! 😀

Alternativ können auch herumliegende, bzw. zufällig vom Himmel fallende Items zur Bekämpfung des Gegenspielers eingesetzt werden. Dazu gehören so Dinge wie Messer, Baseballschläger, Holzkisten oder Bierflaschen. Was eben typischerweise so vom Himmel fällt! ^^

Über diverse Tastenkombinationen können auch einige „Special Moves“ ausgeführt werden. So kann z.B. der Charakter Freeze einen „Ice Blast“…

…oder Firen einen „Fire Ball“ verschießen. Die Ausführung der Spezialangriffe ist allerdings durch den Verbrauch von MP (mana points) begrenzt und kann nur durch Abwarten oder das Trinken aus herumliegenden Milchflaschen regeneriert werden. Ja ja, Milch ist gut für die Knochen! 😛

Um ehrlich zu sein fand ich es immer ziemlich schwierig sich die ganzen Tastenkombinationen zu merken, darum habe ich mir wohl vor einigen Jahren mit Hilfe der Informationen auf einer alten Geocities-Webseite mal ein „Move Set“ zusammengebastelt! 🙂

Um ehrlich zu sein ist Little Fighter 2 aus heutiger Sicht vermutlich nichts mehr Besonderes, aber dank der ausgeklügelten Kampfmechanik, den vielen Spezialangriffen und gelungenen Koop-Modus ist der alte Prügler allemal einen Blick wert – und wenn es nur aus Nostalgiegründen ist! 😉

Puh, um ehrlich zu sein war das für heute – zumindest für mich – schon wieder „genug Action“ 😀 Ich hätte zwar noch ein paar Pausenspiele in Petto, aber ich denke das sollten wir auf ein andermal verschieben.

In diesem Sinne – bis zur nächsten Pause, ciao! 🙂

#169 – EB.EXE happy end

Erinnert ihr euch? Beim letzten Mal blieb ja noch die Frage unbeantwortet, wie wir die Änderung zur Überlistung des Kopierschutzes auch in der EXE-Datei durchführen können. So schwer kann das doch nicht sein… Oder? 😀

Fun Fact: Tief Luft holen Leute, es geht nochmal tief rein in die Nullen und Einsen, aber ich verspreche euch, ihr habt es fast geschafft! Ebenso gibt es gegen Ende des Artikels etwas leichte Kost in Form von Trivia über das Spiel. Durchhalten! 😉

Tja, in einer perfekten Welt könnte man nun einfach mit einem Hex-Editor die EXE-Datei öffnen und an der entsprechenden Stelle den Befehl in einen anderen Maschinencode ändern, doch leider ist dem nicht so. An der im Debugger angegeben Speicheradresse finden sich in der EB.EXE nämlich ganz andere Werte:

Fun Fact: Auch eine Suche nach dem zu tauschenden Befehlscode „74“ gestaltet sich schwierig, da dieser mehrere hundert (wenn nicht sogar tausend) Male in der Datei vorkommt. Mist! 😀

Kein Wunder, denn schließlich kann man anhand der EXE-Datei nicht bestimmen an welche Speicheradresse das Programm vom Betriebssystem letztendlich geladen wird. Nach weiteren mühsamen Stunden der Recherche habe ich zumindest eine Reihe von Maschinenbefehlen – um genau zu sein den Anfangspunkt (Entrypoint) des Programms – gefunden, welche zwischen Debugger (Adresse “23F1:0100“) und EXE-Datei („0xAE70“) übereinstimmen:

Doch leider bringt uns auch das nichts, denn erschwerend kommt hinzu, dass die Programmierer eine Technologie namens „Storage Overlay“ verwendet haben. Zu Anfangszeiten von MS-DOS standen den Anwendungen nur 640kB Arbeitsspeicher zur Verfügung. Aus diesem Grund haben findige Entwickler Programme entwickelt, welche sich selbst zur Laufzeit verändern und Daten in den Hauptspeicher nachladen. Zugegeben, eine brillante Idee, doch leider macht diese uns jetzt eine nachträgliche Analyse schwierig! 😀

Ich vermute, dass die anzupassende JE-Instruktion irgendwo als Datendefinition (vermutlich sogar noch gepackt oder verschlüsselt) in der EXE-Datei versteckt ist. Doch wie kommen wir ihr auf die Schliche? Ich befürchte der DOSBox-Debugger muss uns nochmal helfen…

Tatsächlich bietet der Debugger eine weitere nützliche Funktion namens „Memory Dump“. Damit lässt sich zur Laufzeit ein Abzug des Speichers (Dump) erstellt werden. Testweise habe ich das Spiel also gestartet und einfach mal 500 Byte („memdump 0408:3a01 500“) rund um die entscheidende Stelle (0408:3a14) im Speicherbereich abgezogen.

Die Datei wird im DOSBox-Verzeichnis als „MEMDUMP.TXT“ abgespeichert:

Mit einem Hex-Editor kann das Speicherabbild nun geprüft werden. Es sieht tatsächlich so aus, als hätten die Entwickler komplette Assembler-Instruktionen samt Speicheradressen als Bytedefinitionen codiert (verschlüsselt) in der EXE-Datei hinterlegt. Diese werden dann nach Programmstart geladen und irgendwie (mit einem mir unbekannten Algorithmus) aufbereitet und in Maschinenbefehle umgewandelt – clever! 😉

So langsam kommen wir der Sache näher, das ursprüngliche Problem bleibt aber: Das erstellte Speicherabbild zeigt nur die Situation im Speicher, nachdem das Programm die codierten Daten bereits geladen und umgebaut hat. Wie können wir nun also erkennen, welche Daten aus der EXE-Datei geladen werden?

Um das herauszufinden, habe ich noch zwei weitere (etwas kleinere) Speicherabbilder („memdump 0408:3a0d 20“) gezogen. Und zwar eines direkt nach Programmstart (kurz nachdem man die EXE-Datei in der DOSBox gestartet hat) und eines beim Passwortbildschirm, um herauszufinden, wie sich der Speicherbereich an der interessanten Stelle (Adresse „0408:3A14“) verändert.

Es sieht so aus als würde der Hex-Wert „DB“ aus der Datei gelesen und durch das Programm irgendwie in den JE-Befehl (Hex-Wert „74“) umgebaut werden. Um das zu überprüfen, habe ich mit HxD in der EXE-Datei nach „2DD4B34D8B2C34DB“ (betroffener Wert (DB) plus ein paar Bytes zuvor um ein eindeutiges Ergebnis zu erhalten) gesucht und bin tatsächlich fündig geworden!

An der Adresse x“6274“ in der Datei befindet sich der gesuchte „DB“-Wert. Laut Theorie müssen wir an dieser Stelle den Wert abändern, um den Kopierschutz auszuhebeln…

Bleibt abschließend eigentlich nur noch die Frage zu klären, durch welchen Wert wir „DB“ ersetzen müssen, damit aus dem „74“ (JE) ein „EB“ (JMP) wird?

Wenn man viel Zeit (und Lust) hat, könnte man jetzt versuchen, anhand der zuvor ausgeführten Maschinenbefehle im Debugger herauszufinden, wie das Programm und somit der verwendete Algorithmus die geladenen Hex-Werte konvertiert. Theoretisch möglich, aber leider ist 8086-Assembler nicht gerade mein Fachgebiet, daher habe ich einen anderen Ansatz gewählt. 🙂

Mit dem DOSBox-Debugger lässt sich ein Haltepunkt nicht nur auf einen Befehl, sondern auch auf eine Speicherstelle setzen! Das Programm hält selbstständig immer dann an, wenn der Speicherbereich an der angegebenen Stelle verändert wird. Mit einem „bpm 0408:3a14“-Befehl habe ich einen Breakpoint auf den zu ändernden JE-Befehl gesetzt:

Anschließend habe ich einfach etwas im Speicher rund um den Befehl herumgeblättert um einen „EB“-Wert zu finden. Leider ist der Datenspeicher in der DOSBox anders adressiert, somit müssen die Adressen zwischen Datenspeicher und Befehlsspeicherbereich umgerechnet werden – crazy shit! 😀

Und siehe da – mit einem neu gesetzten Speicherstellen-Breakpoint auf einen EB-Wert („bpm 0408:3a50“) habe ich herausgefunden, dass der Wert der aus der Datei geladen wird „89“ sein muss!

Fun Fact: Es sieht so aus als würden die Befehle „von hinten“ (absteigend laufende Schleife) im Speicherbereich aufgebaut werden. Ist das wichtig? Nein, ist mir nur beim Durchsehen der Befehle so aufgefallen! 🙂

Damit sollten wir doch hoffentlich endlich alle benötigten Informationen zusammen haben um das Spiel zu hacken, oder? Das bedeutet konkret, dass wir nur noch in der „EB.EXE“ an der Adresse x“6274“ den Wert „DB“ durch „89“ ersetzen müssen:

Fun Fact: Ich habe die Änderung vorsichtshalber in einer Sicherheitskopie (EB2.EXE) gemacht, nicht dass ich zu guter Letzt noch irgendetwas kaputt mache! 😀

Die Spannung steigt – ob unser Hack funktioniert? Die Frage kann wohl nur ein Test beantworten. Also schnell die DOSBox öffnen und die modifizierte EB2.EXE laden:

Doch was ist das?! Es klappt nicht?! 🙁

Das gibt es doch nicht! Tja, zu früh gefreut – die Passwortabfrage schlägt leider trotzdem fehl. So ein Mist, und ich dachte wirklich wir hätten es geschafft! 🙁 Doch woran liegt es, bzw. was haben wir falsch gemacht? Die kurze Antwort: Ich habe die Durchtriebenheit der Entwickler unterschätzt! 😀

Ich habe mir nochmal die Mühe gemacht und bin Statement für Statement im Debugger durchgegangen. Es sieht so aus als würde zwar der korrekte Wert „89“ aus der Datei gelesen werden, trotzdem wird dieser Wert in eine „74“ (JE) anstatt „EB“ (JMP) umgesetzt.

Nach einiger weiterer Analyse bin ich zum Schluss gekommen, dass der eingelesene Wert wohl nur die halbe Miete ist. Die Werte in den Registern deuten darauf hin, dass das Programm einen – mir unbekannten – Algorithmus zu beinhalten scheint, welcher unabhängig von dem Wert aus anderen Speicherbereichen mit dynamisch generierten Befehlen den „JE“ (74) wiederherstellt. Zugegeben – ich bin echt beeindruckt, das nenne ich mal einen hartnäckigen Kopierschutz! 😀

Um ehrlich zu sein habe ich an diesem Punkt frustriert aufgegeben, denn eine weitere Analyse erscheint mir nicht als sinnvoll. Ich habe so schon sehr viel Zeit (und Nerven) investiert und die Chance, dass ich ohne den Quellcode hinter den Algorithmus komme stehen nicht gut… 🙁

Was für ein Schlag in die Magengrube. Und wie geht’s jetzt weiter? War das alles umsonst? Nicht ganz, denn ich hatte euch ja doch ein „Happy End“ versprochen! 😉

Vor lauter Verzweiflung habe ich mich mit einer Mail an einen der Entwickler gewandt. Kein Witz! Ihr kennt mich – ganz oder gar nicht! 😉

Maciej Miasik ist ein polnischer Programmierer und absoluter Pionier der Videospielindustrie in Polen. Nicht nur, dass er als Designer, Programmierer, Produzent und Toningenieur tätig ist, auch ist er mittlerweile Dozent an einer polnisch-japanischen Akademie für Informationstechnologie sowie für den Bereich Videospielentwicklung an der Warschauer Filmschule zuständig. Was für uns aber noch viel wichtiger ist: Er war maßgeblich an der Entwicklung von Electro Body beteiligt und war bereit mir eine Antwort bezüglich des Kopierschutzes zu geben.

Fun Fact: Natürlich habe ich mir die Genehmigung eingeholt ihn zu erwähnen und seine Statements zu veröffentlichen.

Um ehrlich zu sein, hätte ich nicht mit einer Antwort gerechnet, da das Spiel ja bereits knapp 30 Jahre alt ist und ich mir vorstellen könnte, dass Maciej (betrachtet man seinen beruflichen Hintergrund) genügend andere Themen um die Ohren hat, als Fragen zu einem alten DOS-Spiel zu beantworten, aber was soll ich sagen? Manchmal muss man eben einfach nur nett fragen. 🙂

Hier sein Statement dazu:

It’s nice to read about your sentiment towards Electro Body. Removing the copy protection is quite tricky because we put a lot of effort into hiding many anti-tampering checks in the code. Although removing the initial check would be trivial for a skilled hacker, the game checks in many places for code changes in this particular place and alters the gameplay rendering the game unplayable after some time.

Puh, nachdem ich diesen Satz gelesen habe, bin ich sehr froh, dass ich nicht noch mehr Zeit in die Analyse investiert habe. Selbst wenn wir also die Passworteingabe und somit den Einstieg in das Spiel überlistet hätten, dann wäre es wahrscheinlich gewesen, dass das Spiel zu einem späteren Zeitpunkt erkannt hätte, dass wir etwas am Code verändert haben und sich von selbst beendet hätte. Ich kann nur nochmal die Entwickler für diese beeindruckende Programmierleistung loben! 🙂

Ok, und wo ist jetzt das versprochene Happy End? Immerhin haben wir es ja nicht geschafft den Kopierschutz zu umgehen!

Tatsächlich gibt es schon eine Lösung für das Problem! Maciej hat 2006 unter der Creative Common Lizenz eine Version des Spiels ohne Kopierschutz kostenlos als Freeware veröffentlicht. Der Titel „Electro Man“ ist aus der amerikanischen Version des Spiels übernommen worden…

…aber ansonsten spielt sich die Version des Spiels eins zu eins wie die von unserer Diskette – nur eben ohne Kopierschutz! 😉

Als kleiner Bonus hatte Maciej mir auch noch etwas Trivia zum Spiel zukommen lassen. Diese möchte ich euch nicht vorenthalten:

I especially liked the label on the diskette – we had only labels for the larger 5,25″ floppies as the small ones weren’t very popular at that time in Poland and there was no point to make the small labels – so we reused the larger ones.

Adamik was an exporter of automotive parts to Poland. He was a Pole and it was his son who saw the game and convinced the father to sell it in Germany (West-Germany, by their request). The boxes were manufactured in Poland and shipped to Germany for further distribution. I even remember some old Adamik logos on the parts stores in Poland long after the company disappeared.

The diskettes were duplicated by an ordinary PC using a simple copier written by us. We couldn’t afford anything professional at that time. Those were off-the-shelf floppies, hence we didn’t care about the copy protection tab as that was quicker and more convenient.

The Electro Body title is related to the Electro Body Music genre and the music on the cassette as well. We were huge fans of EBM at that time and that obviously shows. Epic requested the title change [for an american release] but couldn‘t really explain why.

Our digital sound system only managed to play one channel of audio at the same time, therefore the music in the menu, and sound effects during the game. We couldn’t fit more soundtracks in the game for some reason I don’t remember now (storage limitations or memory limitations).

We wanted to give our customers something special with their purchase, hence the cassette with an “extended” soundtrack, which can be enjoyed separately. The cassettes were manufactured professionally by a duplication factory, as at that time we had a bloom of “disco polo” music which allowed former music pirates to become professional music publishers with proper duplication equipment.

The ARJ archiver wasn’t used for compression but as a container for all game files for the installation program. The data was already compressed hence negligible gain with ARJ.

“Jesus is here!” sample is from Front 242’s Welcome to Paradise (which sampled some televangelist). This was changed for Epic’s release (sample had been reversed).

I never finished the game. That has become my habit – I never play games I make. I mean in their entirety – because I play the fragments I work on hundreds of times, but when the work is done I am too fed up with the game to enjoy it. My wife played the whole game though.

Ende gut – alles gut. Ich bin froh, doch noch zu einem versöhnlichen Abschluss gekommen zu sein, wenn auch ich es nicht geschafft habe den Code zu knacken. Danke nochmal an Maciej für die vielen Infos, die Hilfe und die Bereitschaft bei diesem Artikel mitzuwirken!

So, ich bin dann mal weg, es gibt noch eine ganze Schar an pixeligen Robotern abzuballern! 😉

Bis die Tage, ciao!